https://www.faz.net/-gv6-73ad1

Deutsche Aktien : Von Zuhause in die Welt

Bild: © Images.com/Corbis

Wenn die Zinsen unter der Inflationsrate liegen, empfehlen sich Aktien oder Aktienfonds als Alternative. Wer in den Aufschwung der Weltwirtschaft investieren will, ist mit deutschen Aktien gut bedient.

          4 Min.

          Wer sein Portfolio international aufstellen will, muss dafür gar nicht in die Ferne schweifen. Das Gute liegt in diesem Fall tatsächlich nah, denn in kaum einem Land gibt es derart viele auf den internationalen Märkten erfolgreiche Unternehmen wie in Deutschland. Von mehreren tausend Weltmarktführern aus Deutschland ist die Rede. Davon sind zwar viele nur in Fachkreisen bekannt und auch längst nicht alle börsennotiert, die Entwicklung des deutschen Aktienmarkts im internationalen Vergleich zeigt jedoch eine seit Jahren überdurchschnittliche Entwicklung hiesiger Dividendentitel.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass Aktienjahre wie 2008, als die Finanzkrise zu einer scharfen Rezession in den großen Industrieländern führte, in Deutschland meist besonders schlecht ausfallen. Deutschlands Aktienmärkte sind wegen ihrer internationalen Ausrichtung überdurchschnittlich abhängig vom Wohl und Weh der Weltkonjunktur. Anleger in deutschen Aktien sollten daher eine positive Erwartung bezüglich der mittel- bis langfristigen weltwirtschaftlichen Entwicklung haben.

          Investieren ohne Währungsrisiko und nach deutschem Recht

          Eine solche Marktmeinung kann dann jedoch getrost über international ausgerichtete deutsche Aktiengesellschaften abgedeckt werden. Der Anleger geht damit kein Währungsrisiko ein, denn die Papiere werden in Euro notiert. Er weiß zudem, wann und wo seine Aktien gehandelt werden, und kann die Papiere in der Regel selbst unkompliziert kaufen und verkaufen. Überdies unterliegen alle Gesellschaften deutschem Recht. Der Anleger muss sich also nicht in andere Rechtsräume begeben und an fremden Börsen in anderen Währungen mühsam nach Globalisierungsgewinnern suchen.

          Wem in Deutschland die Einzeltitelauswahl zu beschwerlich ist, der findet mit dem F.A.Z.-Index und dem Dax zudem zwei Indizes, die in hohem Maße international erfolgreiche Unternehmen umfassen. Der Anteil an global erfolgreichen Unternehmen ist in beiden Indizes so hoch wie in keinem anderen international bedeutenden Aktienindex. Dies liegt an dem Branchenmix, der Deutschland so erfolgreich an den Weltmärkten agieren lässt. Insbesondere im F.A.Z.-Index mit seinen 100 Werten ist dies sehr ausgeprägt. Ein Viertel des Indexgewichts entfällt auf Unternehmen aus dem Bereich Chemie und Pharma, weitere 18 Prozent stammen aus der Automobilindustrie und von ihren Zulieferern, gut 15 Prozent aus den Bereichen Informationstechnologie (IT) und Elektro sowie 3 Prozent aus dem Maschinenbau (siehe Grafik). Mehr als 60 Prozent des Index werden damit von Branchen bestückt, die als klassische Globalisierungsgewinner gelten.

          Die Verteilung der Branchen im F.A.Z.-Index nach Marktkapitalisierung und Gewichtung in Prozent

          Auf europäischer Ebene sieht dies ganz anders aus. Im Euro Stoxx 50 haben noch immer die Banken das größte Gewicht. Öl- und Gaskonzerne, Versicherer, Versorger, Telekommunikationskonzerne, Bauunternehmen und Immobilienkonzerne spielen auch eine wesentlich größere Rolle. Banken, Versicherer, Bau und Immobilien sind jedoch Branchen, die unter der Finanzkrise, die in weiten Teilen auch eine Immobilienkrise ist, besonders leiden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.