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Bundesbank-Statistik : Deutsche Aktien fest in der Hand ausländischer Anleger

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Der Börsenwert der dreißig Dax-Konzerne hat seit Jahresbeginn 240 Milliarden Euro zugelegt. Die Profiteure kommen aus dem Ausland Bild: Wonge Bergmann

Laut Bundesbank liegt fast die Hälfte der Aktien in ausländischen Depots. Deutsche Privatanleger sind dagegen weiter skeptisch gegenüber den heimischen Wertpapieren.

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          Um den Sprung von 11.000 auf 12.000 Punkte zu schaffen, hat der Aktienindex Dax gerade mal gut einen Monat benötigt. Und der Börsenwert der dreißig Dax-Konzerne hat seit Jahresbeginn 240 Milliarden Euro zugelegt. Wer von diesem Hoch besonders profitiert hat, zeigt eine am Montag veröffentlichte Bundesbank-Statistik: Dem Kurswert nach fast die Hälfte (48 Prozent) aller an deutschen Börsen notierten Aktien ist demnach in der Hand ausländischer Anleger. „Ausländische Anleger bilden die größte Investorengruppe“, heißt es in dem Bericht, der die Besitzverhältnisse des Monats November 2014 wiedergibt.

          Investoren aus dem Ausland, sowohl Privatanleger als auch Großinvestoren, hielten Aktien im Wert von 881 Milliarden Euro (843 Milliarden im Vorjahr). Zum Vergleich: Privatanleger aus Deutschland, die als skeptisch gegenüber der Börse gelten, hatten lediglich Unternehmensanteile im Wert von 247 Milliarden Euro in ihren Depots (233 Milliarden im Vorjahr). Dem Kurswert nach etwas mehr Aktien als Privatleute halten deutsche Unternehmen (290 Milliarden Euro), institutionelle Investoren, etwa Versicherungen, kommen auf 334 Milliarden Euro, Banken auf 61 Milliarden Euro. Gemessen an den Dax-Konzernen, die rechnerisch zu mehr als der Hälfte in ausländischer Hand sind, hat sich der Trend zu mehr ausländischen Aktienbesitzern in den vergangenen Jahren verstärkt.

          Ein etwas anderes Bild ergibt sich aus der Statistik, für die die Bundesbank die Daten von insgesamt 2000 Finanzinstituten ausgewertet hat, wenn nicht nur die Aktien, sondern die gesamten Wertpapierbestände betrachtet werden. Am gesamten Besitz halten ausländische Anleger lediglich 37 Prozent, sämtliche deutschen Anlegergruppen also 63 Prozent.

          Am beliebtesten sind langfristige Schuldverschreibungen, zum Beispiel Anleihen des Staates oder von Unternehmen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr. Von den gesamten Wertpapierbeständen, die sich auf 8914 Milliarden Euro summierten, entfiel mehr als die Hälfte auf solche Papiere. Mit Ausnahme eines Rückgangs im Dezember 2011 stiegen „die gehaltenen Volumina von Dezember 2007 bis Ende November 2014 um rund 21 Prozent“, errechnete die Bundesbank. Etwas beliebter als Aktien (1833 Milliarden Euro) sind Investmentfondsanteile (2159 Milliarden Euro).

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