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Deutsche Aktien : Schon wieder ein Rekord

  • Aktualisiert am

Aufwärts. Immer aufwärts. Bild: dpa

Deutsche Aktien sind auf ihrem Weg nach oben gerade kaum aufzuhalten. Am Dienstag schaffte der Dax schon wieder eine runde Marke.

          2 Min.

          Ermutigende Unternehmensbilanzen haben die europäischen Aktienanleger am Dienstag bei Laune gehalten. Sie reagierten außerdem erleichtert auf die Einigung Griechenlands mit seinen Geldgebern - die Voraussetzung für weitere Hilfszahlungen. Am Tag vor der Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank scheuten sie aber größere Engagements.

          Der Dax stieg dennoch gegen Abend auf ein Rekordhoch von 12.511,17 Punkten und schloss 0,6 Prozent fester bei 12.507,90 Zählern – erstmals über der Marke von 12.500 Punkten. Der F.A.Z.-Index, der mehr Aktien umfasst, gewann 0,4 Prozent auf 2462 Punkte. An der Wall Street markierte der Technologie-Index Nasdaq 6102,72 Stellen ebenfalls eine neue Bestmarke. Der Euro-Stoxx50 gewann 0,5 Prozent auf 3578,36 Punkte. Der Euro stagnierte dagegen bei 1,0903 Dollar.

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          Bislang hat rund ein Drittel der europäischen Firmen Geschäftszahlen vorgelegt. Nach Reuters-Daten rechnen Analysten für das erste Quartal mit einem durchschnittlichen Gewinnplus von knapp 14 Prozent. Damit liegen heimische Konzerne auf Augenhöhe mit der US-Konkurrenz. „Die Unternehmen profitieren vom konjunkturellem Umfeld und liefern solide Gewinne“, sagte Carsten Mumm, Chef-Analyst der Privatbank Donner & Reuschel. „Wenn am 7. Mai in Frankreich das endgültige Wahlergebnis erst einmal für eine politische Stabilität in Europa sorgen sollte, werden vermehrt auch wieder Unternehmensgewinne im Vordergrund stehen.“

          Am Sonntag tritt der europa- und wirtschaftsfreundliche Emmanuel Macron in der Stichwahl um die französische Präsidentschaft gegen Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National an. Letztere will über den Ausstieg ihres Landes aus der Euro-Zone abstimmen lassen, Macron dagegen mit Reformen die Konjunktur ankurbeln. Demoskopen sehen den unabhängigen Kandidaten weiterhin mit rund 20 Punkten vorn.. Der Pariser Auswahlindex CAC40 notierte mit 5305,95 Punkten zeitweise so hoch wie zuletzt vor mehr als neun Jahren.

          Griechenland bekommt mehr Hilfsgeld

          Parallel dazu legte Griechenland nach monatelangen Verhandlungen den Streit um geforderte Reformen bei. Nun könnten weitere Gelder aus dem bis zu 86 Milliarden Euro schweren Hilfsprogramm ausgezahlt werden, sagte der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos.

          Daraufhin griffen Investoren bei Anleihen des hoch verschuldeten Landes beherzt zu. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Zweieinhalb-Jahres-Tief von 5,989 Prozent. Griechenland habe sich aber nur etwas Zeit erkauft, betonte Anlagestratege Daniel Lenz von der DZ Bank. „Es gab keinen Durchbruch in der Frage größerer Schuldenerleichterungen.“ Für eine größere Kursreaktion sei dies unabdingbar.

          Mit Spannung warteten Börsianer auch auf die Ergebnisse der Fed-Sitzung am Mittwoch. Eine Zinserhöhung gilt als ausgeschlossen, Experten erwarten aber ein Signal für einen solchen Schritt im Juni. Dem Devisenexperten Lee Hardman von der Bank Mitsubishi UFJ zufolge könnte die Fed in ihrem geldpolitischen Kommentar allerdings auch auf die zuletzt eher enttäuschenden US-Konjunkturdaten eingehen und damit Zinsspekulationen dämpfen.

          Am deutschen Aktienmarkt gehörte Salzgitter mit einem Kursplus von 1,5 Prozent zu den Favoriten. Der Stahlkocher vervielfachte seinen Quartalsgewinn auf 77,1 Millionen Euro und peilt für das Gesamtjahr einen Überschuss von 125 bis 175 statt 100 bis 150 Millionen Euro an. Eine optimistischere Prognose hievte den Lichttechnik-Spezialisten Osram zeitweise sogar auf ein Rekordhoch von 63,30 Euro.

          Die Papiere von AMD brachen trotz eines Umsatzsprungs um mehr als 20 Prozent auf 10,81 Dollar ein und steuerten damit auf den größten Tagesverlust seit gut zwölf Jahren zu. Börsianer äußerten sich enttäuscht über die Aussicht auf einen Rückgang der Gewinnmarge im laufenden Quartal. Erzrivale Intel werde steigende Marktanteile von AMD sicher mit Rabatten zu kontern versuchen, schrieben die Analysten der Macquarie Bank in einem Kommentar. Sie stuften AMD auf „Underperform“ von „Neutral“ herunter und senkten das Kursziel auf zehn von 14 Dollar.

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