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Marktbericht : Dax zeigt sich freundlich vor Fed-Entscheid

  • Aktualisiert am

Die Börse in Frankfurt Bild: Reuters

Vor der Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank sind die deutschen Anleger leicht positiv gestimmt. Für etwas Unterstützung sorgte auch der schwächelnde Eurokurs.

          Vor der mit Spannung erwarteten amerikanischen Leitzinsentscheidung zeigt sich der deutsche Aktienmarkt weiter freundlich. Nach einem kurzen morgendlichen Ausflug über die Marke von 10.000 Punkten hinaus machte der deutsche Leitindex Dax bis zum Mittag jedoch keine größeren Sprünge mehr. Die Anleger lehnten sich bis zu dem für den Abend erwarteten Entscheid nicht mehr allzu sehr aus dem Fenster, sagten Börsianer. Der Dax stand zuletzt 0,5 Prozent höher bei 9987 Punkten. Dabei sorgte der schwächelnde Eurokurs für etwas Unterstützung, weil dies die Exporte erleichtert.

          Der M-Dax kletterte angeschoben durch hohe Gewinne bei Einzelwerten um 0,9 Prozent auf 20.090,4 Zähler. Der Technologiewerte-Index Tec-Dax zog um 0,3 Prozent auf 1636,7 Punkte an. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 trat dagegen mit plus 0,1 Prozent nahezu auf der Stelle bei 3069,4 Zählern.

          Nachdem die amerikanische Notenbank Fed im Dezember erstmals seit der Finanzkrise ihren Leitzins erhöht hatte, wird allgemein am Markt nicht mit einem weiterem Zinsschritt zum aktuellen Zeitpunkt gerechnet. Christian Henke vom Broker IG sieht daher die Rede von Fed-Chefin Janet Yellen im Mittelpunkt. „Dann dürfte jedes Wort nach Hinweisen auf die künftige Geldpolitik der Vereinigten Staaten abgeklopft werden.“

          Vor der Fed-Entscheidung stehen im Handelsverlauf zunächst noch zahlreiche Konjunkturdaten vor allem aus den Vereinigten Staaten an. Dabei schauen die Investoren insbesondere auf die Verbraucherpreis- und Industriedaten.

          Autobauer vorn - Banken wegen Fed unter Druck

          Die Autobauer waren am Mittag weiter die gefragtesten Aktien im Dax. BMW-Papiere schossen nach der Vorlage endgültiger Jahreszahlen mit knapp 4 Prozent Kursplus an die Dax-Spitze. Ein Händler wertete vor allem den Ausblick positiv. In diesem Sog legten auch die übrigen Hersteller zu. Die Aktien von Daimler, VW und Zulieferer Continental verteuerten sich um bis zu 2 Prozent.

          Banken standen dagegen europaweit unter Druck: Anteilsscheine der Deutschen Bank verloren am Dax-Ende mehr als 3 Prozent, Commerzbank gaben um mehr als ein Prozent nach. Börsianer verwiesen auf Sorgen um die Gewinnentwicklung im Sektor.

          Papiere des Rückversicherers Munich Re zeigten sich zuletzt stabil, nachdem sie wegen des Geschäftsausblicks zwischenzeitig eingeknickt waren. Der weltgrößte Rückversicherer rechnet wegen der Niedrigzinsen und des Preiskampfs in der Branche 2016 mit dem dritten Gewinnrückgang in Folge.

          Keine Bilfinger-Dividende

          Der kriselnde Bau- und Industriedienstleister Bilfinger enttäuschte derweil nach einem Rekordverlust für das vergangene Jahr die Anleger nun mit einer gestrichenen Dividende. Die Papiere besetzten mit einem Kursverlust von etwa 9 Prozent auch am Mittag den letzten Platz im M-Dax.

          Ein trüber Ausblick für das neue Jahr bescherte auch Flughafenbetreiber Fraport einen deutlichen Kursknick. Die Aktien büßten zuletzt rund 7 Prozent ein, obwohl das Unternehmen 2015 mehr verdient hatte als von Analysten erwartet.

          Aktien des Chemikalienhändlers Brenntag fanden sich dagegen nach Vorlage der Geschäftszahlen fürs vergangene Jahr mit knapp 9 Prozent auf dem Siegerplatz im M-Dax wieder. Ein Händler lobte, dass sich die Sorge vor einer Warnung für 2016 nicht bewahrheitet habe. Vielmehr rechnet das Unternehmen nach einem Ergebnisanstieg im vergangenen Jahr auch für 2016 dank der jüngsten Übernahmen mit mehr Gewinn.

          Kursrutsch bei Stratec nach gekappter Prognose

          Entsetzt zeigten sich die Anleger dagegen über die gekappte Prognose des Laborgeräteherstellers Stratec. Das Papier lag mit einem Kursverlust von nahezu 11 Prozent am Tec-Dax-Ende. Das Unternehmen kürzte wegen eines schwachen Geschäfts in China und Problemen mit der Zulassung einiger Produkte seine Umsatzziele für die Jahre 2014 bis 2017.

          Daneben bewegte eine Analystenstudie: Eine frische Kaufempfehlung der Commerzbank kürte die Anteilsscheine des Biotechnologie-Unternehmens Morphosys mit knapp 8 Prozent Kursgewinn zum unangefochtenen Tec-Dax-Gewinner.

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