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Verluste eingedämmt : Dax verdaut ersten Schreck nach Trump-Sieg

  • Aktualisiert am

Der Sieg von Donald Trump verschreckt die Anleger nur kurzzeitig. Nach einer sehr schwachen Eröffnung befinden sich schnell wieder mutige Käufer auf Schnäppchenjagd.

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          Donald Trump ist der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Der Sieg des als unberechenbar geltenden Republikaners hat die Anleger auf dem falschen Fuß erwischt, aber eher kurzzeitig.

          Nach einer sehr schwachen Eröffnung fanden sich schnell wieder mutige Käufer auf Schnäppchenjagd. Sie setzen darauf, dass das Leben an der Börse auch mit einem Präsident Trump weiter geht.

          Zum Handelsstart fiel der F.A.Z.-Index noch um 2,6 Prozent auf 2042 Punkte. Von einer Verkaufspanik, wie sie sich vor dem Börsenstart abgezeichnet hatte, war aber schon hier nichts mehr zu spüren. Zuletzt notierte der Index nur noch 0,9 Prozent im Minus bei 2079 Punkten.

          F.A.Z.-Index

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          Dass Trump neuer Präsident der Vereinigten Staaten wird, hatte die Finanzmärkte am frühen Morgen erschüttert. Der mexikanische Peso stürzte auf ein Rekordtief ab, und der Dollar ging zum Euro auf Talfahrt, was die Gemeinschaftswährung kurzzeitig auf den höchsten Stand seit Anfang September trieb. Zuletzt wurde sie dann jedoch wieder mit 1,1012 Dollar praktisch unverändert gehandelt. Der Goldpreis war ebenfalls hochgeschnellt und auch die Nachfrage nach sogenannten Fluchtwährungen wie dem japanischen Yen und dem Schweizer Franken stieg sprunghaft, bevor allmählich wieder eine Beruhigung eintrat.

          Die Deutsche Börse hatte kurz vor dem Start den Systemstatus "Fast-Market" aktiviert, der in hektischen Ausnahmesituationen ausgerufen wird. Damit werden am Markt zulässige Schwankungsbreiten etwa für Aktien ausgeweitet, um zu verhindern, dass der Handel bei sehr großen Kursveränderungen zu schnell ausgesetzt wird. Er erhöht damit allerdings das Verlustrisiko für Anleger

          Zuvor hatte es bereits massive Verluste an den asiatischen Börsen gegeben. Der japanische Aktienindex Nikkei verlor bis zum Handelsschluss 5,4 Prozent. Die Börse in Hongkong büßte drei Prozent ein. Anleger flüchteten sich dagegen in sicherere Wert  und investierten unter anderem in Gold und den japanischen Yen.

          Der Wahlsieg von Donald Trump hat die Anleger am Mittwochmorgen zudem in deutsche Bundesanleihen getrieben. Kurz nach Eröffnung des Handels stieg der richtungweisende Euro-Bund-Future  auf 162,66 Punkte. Den Vortag hatte er unterhalb der Marke von 162 Punkten beendet. Dort steht er mit 161,79 Prozent auch aktuell wieder und damit leicht im Minus.

          Auto- und Bankaktien sind die größten Verlierer

          Neben Bankaktien zählten die Autowerte zu den größten Verlierern nach dem Wahlausgang. Daimler und BMW verloren jeweils knapp 3 Prozent. Die Anteilsscheine der Deutschen Bank gaben um rund 2 Prozent nach.

          Wegen ihres großen Geschäftes in Mexiko gerieten vor allem die Aktien der spanischen Bank BBVA unter die Räder. Sie verloren knapp neun Prozent auf ein Drei-Wochen-Tief. Mehr als 40 Prozent der Gewinne der Bank stammen aus Mexiko. Trump will die illegale Einwanderung über die mexikanische Grenze eindämmen und plant Strafzölle auf Waren des südlichen Nachbarstaates. Zudem will der Republikaner internationale Handelsabkommen kippen oder neu verhandeln - allen  voran die Freihandelszone mit Kanada und Mexiko. 

          BBVA

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          Die deutsche Wirtschaft reagiert derweil geschockt und verunsichert auf den Sieg von Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl. "Ein Black Tuesday für den Welthandel", sagte der Präsident des Verbandes der Familienunternehmer, Lutz Goebel, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

          "Trumps Unberechenbarkeit und sein Protektionismus bringen enorme Unsicherheit mit sich - politisch und wirtschaftlich." Trump habe im Wahlkampf viele Ankündigungen gemacht, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben. "Keiner weiß derzeit, was in der kommenden Zeit davon tatsächlich umgesetzt wird. Die Verunsicherung ist deshalb gerade auch bei den deutschen Unternehmen groß."

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