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Nach EZB-Entscheidung : Dax rutscht nach kurzem Höhenflug deutlich ab

  • Aktualisiert am

Die Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main. Bild: dpa

Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, den Leitzins für den Euroraum erstmals auf null Prozent zu senken, hat am Donnerstag den Dax nur kurz beflügeln können.

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          Eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB) hat dem deutschen Aktienmarkt nur kurzzeitig Auftrieb gegeben. Der Dax war am Donnerstag nach der Entscheidung der EZB, den Leitzins auf null zu senken, zunächst um knapp 3 Prozent bis auf 9993 Punkte gestiegen.

          Diese Kursgewinne schmolzen aber sehr rasch wieder dahin, nachdem EZB-Präsident Mario Draghi weitere Zinssenkungen vorerst ausgeschlossen hatte. Am Ende des Tages ging der Dax mit 9498 Punkten 2,3 Prozent tiefer aus dem Handel.

          Im Grunde habe Draghi ein Ende der Lockerungen angedeutet, sagt Ulrich Leuchtmann, Leiter der Währungsstrategieabteilung der Commerzbank. Der Euro, dessen Dollarkurs nach der Entscheidung von 1,0972 Dollar bis auf auf 1,0823 Dollar gefallen war, wertete danach wieder rasch auf 1,1140 Dollar auf. Dies ist der höchste Stand seit einem Monat.

          K+S gaben mehr als 10 Prozent ab. Der Salz- und Düngemittelhersteller geht für dieses Jahr von einem deutlichen Gewinnrückgang aus. Zudem seien Produktionseinschränkungen im Werk Werra möglich, das zuletzt nur eine eingeschränkte Erlaubnis zur Versenkung von salzhaltigen Abwässern erhielt, die bei der Kaliproduktion anfallen. Zudem leide das Salzgeschäft unter dem milden Winter.

          Die Staatsanwaltschaft im thüringischen Meiningen hat überdies gegen Vorstandschef Steiner, Aufsichtsratschef Ralf Bethke und weitere Mitarbeiter Anklage wegen des Verdachts der Gewässerverunreinigung erhoben. Der 61-jährige Steiner will mit Auslaufen seines Vertrages im Mai in den Ruhestand wechseln.

          DMG Mori (früher Gildemeister) stellt sich ebenfalls auf schrumpfende Gewinne ein. Dennoch steigt der Kurs um mehr als 4 Prozent. Viele Beobachter rechnen damit, dass der japanische Mehrheitseigner  mittelfristig seinen Anteil von knapp 61 Prozent auf mehr als 75 Prozent erhöht. Die Entwicklung des Übernahmeprozesses ist nach Einschätzung eines Experten der wichtigste Faktor für den Aktienkurs - die operative Entwicklung stehe im Hintergrund.

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