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Marktbericht : Dax profitiert von Ölpreisanstieg und Euro-Schwäche

  • Aktualisiert am

Anziehende Rohölpreise sowie Kursgewinne an den wichtigsten asiatischen Börsen dürften den deutschen Aktienmarkt zum Wochenstart auf höheres Terrain befördern. Bild: Reuters

Deutlich höhere Rohölpreise und ein schwächelnder Eurokurs haben dem Dax am Montag wieder kräftige Aufwärtsimpulse gegeben.

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          Stark steigende Rohölpreise, Kursgewinne an den wichtigsten asiatischen Börsen und ein schwächerer Eurokurs haben dem deutschen Aktienmarkt zum Wochenstart neuen Schwung gegeben. Der Dax steigt um 2 Prozent auf 9574 Punkte. Die vergangene Woche hatte der Leitindex mit einem Gewinn von fast 5 Prozent beendet und sich damit etwas vom verpatzten Jahresstart erholt.

          „Sollten sich die Konjunktursorgen in den kommenden Wochen nicht in dem Maße wie derzeit befürchtet manifestieren, dürfte der Korrekturboden schon bald erreicht sein“, glaubt LBBW-Investmentanalyst Werner Bader. Andere Experten mahnen zur Vorsicht. Die Kurse könnten durchaus wieder fallen, falls das fragile Vertrauen der Anleger durch neue negative Konjunkturdaten wieder erschüttert werde.

          Der mit 100 Werten den Markt deutlich breiter abbildende F.A.Z.-Index verbucht ein Plus von 1,8 Prozent auf 1984 Punkte.

          Die höheren Ölpreise gäben den Börsianern weiteren Mut, sagt Marktstratege Chris Weston vom Kursmakler IG. Die Entwicklung der Rohölpreise wird von Börsianern als Konjunkturindikator derzeit besonders stark beachtet. Der russische Energieminister Alexander Novak hatte sich am Wochenende weiterhin optimistisch gezeigt, dass wichtige Förderstaaten der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) und Russland eine Begrenzung der Fördermengen umsetzen können.

          Das wäre dann zwar kein positives Konjunktursignal, könnte aber die Lage der rohstoffexportierenden Schwellenländer verbessern, auf denen die Wachstumshoffnungen vieler Anleger ruhen.

          Der Aktienkurs des Halbleiterkonzerns Siltronic legte um 11 Prozent zu. Händler verwiesen auf die anhaltende Konsolidierungsfantasie in der Branche. In den Vereinigten Staaten war der Aktienkurs des angeschlagenen Wafer-Herstellers Sun-Edison Semiconductor schon am Donnerstag in Hoffnung auf ein Übernahmeangebot um bis zu 64 Prozent gestiegen. Dennoch notiert die Aktie noch in der Nähe ihres Allzeittiefs.

          Analyst Bernd Laux von Kepler Cheuvreux zufolge stammt das Angebot für Sun-Edison Semiconductor allerdings nicht von Siltronic. Er sieht einen chinesischen Wafer-Hersteller vorn, was den Preisdruck verschärfen könnte. Jürgen Wagner von Mainfirst zufolge könnte Siltronic von einem Zusammenschluss mit seinem engsten Wettbewerber oder der Übernahme profitieren. Der neue Konzern könnte in seiner Größe zu den japanischen Marktführern aufsteigen, die den Preis bestimmten.

          Siltronic war vom Mutterkonzern Wacker Chemie im vergangenen Juni an die Börse gebracht worden. Der Kurs liegt gegenüber der Erstnotiz immer noch gut 50 Prozent im Minus.

          Die Aktien der Versorger Eon und RWE waren mit Zugewinnen von mehr als 5 Prozent sehr gefragt. Beide Aktien hatten am Freitag aber mit Verlusten von 4,50 beziehungsweise 2,60 Prozent zu den schwächsten Titeln im Dax gehört. Händler verweisen auf eine Pressemeldung, wonach die Milliarden-Risiken der deutschen Versorger beim Atomausstieg begrenzt und auch auf die Steuerzahler abgewälzt werden sollen.

          Ein pessimistischer Ausblick für 2016 ließ den Kurs des Autozulieferers Leoni um mehr als 6 Prozent fallen. Der Kabelspezialist hat angesichts eines trüberen Wirtschaftsumfeldes seine Umsatzprognose für das laufende Jahr um 200 Millionen Euro auf 4,4 Milliarden Euro gesenkt.

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