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Marktbericht : Dax legt Rückwärtsgang ein

  • Aktualisiert am

Nach wochenlangen Gewinnen notiert der deutsche Leitindex am Donnerstag im Minus. Bild: Reuters

Der deutsche Leitindex hat am Donnerstag an Boden verloren. Börsenexperten meinen, Anleger müssten angesichts überhitzter Märkte langfristig mit einer Korrektur rechnen.

          Der Dax hat am Donnerstag wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Der deutsche Aktienindex fiel um 1,9 Prozent auf 11.998 Punkte. Nach neuen Rekordständen am Freitag hatte er zwei Tage lang nachgegeben und zur Wochenmitte seine zwischenzeitlichen Gewinne bis Handelsschluss fast vollständig eingebüßt.

          Als Belastung sah Analyst Andreas Paciorek von CMC Markets, dass EZB-Chef Mario Draghi auf der Pressekonferenz am Vortag die Spekulationen um ein vorzeitiges Auslaufen der geldpolitischen Stützungsmaßnahmen „nicht ganz ausräumen konnte“. Und Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar glaubt, der Markt werde „auf lange Sicht seine Überhitzung durch eine Korrektur abbauen müssen“.

          Für den mit 100 Werten den Markt deutlich breiter abbildenden F.A.Z.-Index ging es um 1,8 Prozent auf 2452 Zähler nach unten.

          Die Europäische Zentralbank (EZB) will trotz Anzeichen einer konjunkturellen Erholung ihre geldpolitische Lockerung entschlossen umsetzen. Die Wertpapierkäufe müssten vollständig durchgeführt werden, damit sie Wirkung zeigten, hatte Draghi am Mittwoch nach der Zinssitzung des Rats der Notenbank gesagt. Die Käufe von monatlich 60 Milliarden Euro würden bis September 2016 durchgeführt - in jedem Fall aber, bis sich ein nachhaltiger Anstieg der Inflation einstelle. Eine solche Entwicklung ist laut der jüngsten Expertenbefragung der EZB in diesem Jahr aber nicht in Sicht.

          Einige Beobachter machten auch die Furcht vor einem baldigen Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone als Grund für die Kursverluste. Ein Bericht der „Financial Times“ habe die Debatte um Griechenland angeheizt, wonach das Land beim Internationalen Währungsfonds (IWF) um Aufschub für eine Kreditrate gebeten habe. Dieser habe das Ansinnen aber abgelehnt. Das griechische Finanzministerium dementierte den Bericht.

          Unter den Einzelwerten mussten besonders Finanzwerte Federn lassen: Deutsche Bank und Commerzbank verloren je rund 3,8 Prozent. Der Branchenindex gab 1,4 Prozent nach. Die amerikanische Großbank Goldman Sachs konnte die schlechte Stimmung nicht aufhellen: die Bank hat mit einem im ersten Quartal dank eines boomenden Handelsgeschäfts mehr verdient. Auch die Aktien von Goldman Sachs lagen an einer insgesamt leicht schwächeren Wall Street im Minus.

          Frei nach dem Werbeslogan „Schrei vor Glück“ griffen Anleger bei Zalando beherzt zu. Der Kurs der  Aktie stieg um 16,3 Prozent auf 28,40 Euro. Der Online-Modehändler hatte den Umsatz im abgelaufenen Quartal kräftig gesteigert.

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