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Hoffnung im Griechenland-Drama : Dax legt weiter zu

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Die Börse in Frankfurt Bild: Wolfgang Eilmes

Nach der Rallye am Mittwoch hat der Dax seinen Aufwärtstrend beibehalten. Der deutsche Leitindex lag etwas weniger als ein Prozent im Plus. Die Hoffnung auf eine Einigung im Griechenland-Konflikt gab Auftrieb.

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          An den europäischen Aktienmärkten wächst die Hoffnung auf eine baldige Lösung im griechischen Schuldenstreit. Der Dax baute seinen Vortagesgewinn am Donnerstag aus und legte 0,8 Prozent auf 11.353 Zähler zu. Der Euro Stoxx rückte um 0,6 Prozent vor. Es mache sich der Eindruck breit, dass endlich Bewegung in die Verhandlungen komme und ein Deal wahrscheinlicher werde, sagte Markus Huber, Analyst beim Brokerhaus Peregrine & Black.

          Das jüngste Spitzentreffen am Rande des EU-Lateinamerika-Gipfels am Mittwochabend in Brüssel hatte zwar keinen Durchbruch gebracht. Allerdings zeigte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel zufrieden über das abermalige Gespräch mit Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras. Der nächtliche Meinungsaustausch mit Tsipras und dem französischen Präsidenten Francois Hollande habe "absolute Einigkeit" darin gebracht, dass Athen die Gespräche mit den drei Institutionen der Geldgeber mit Hochdruck fortsetzen müsse.

          "Ich hoffe, dass dies auch den notwendigen Fortschritt bringt. Es zählt jetzt jeder Tag", sagte sie. Der Athener Leitindex kletterte um bis zu 7 Prozent, der griechische Bankenindex schoss um knapp 15 Prozent in die Höhe. Die Analysten der Essener Nationalbank bleiben jedoch skeptisch: "Das Drama geht weiter, und das Ergebnis ist kaum noch vorhersehbar."

          Wann kommt die Zinswende in den Vereinigten Staaten?

          Neben Griechenland standen auch die Einzelhandelsdaten aus den Vereinigten Staaten auf der Agenda. "Allmählich sollte die Reihe negativer Konjunkturüberraschungen jenseits des Atlantiks ein Ende finden", prognostizierte LBBW-Analyst Berndt Fernow. Die konjunkturelle Verfassung der amerikanischen Wirtschaft ist entscheidend für den Zeitpunkt der geplanten Zinswende. Die meisten Fachleute gehen davon aus, dass es im September oder Oktober zu einer ersten Erhöhung der Zinsen kommen dürfte. Der Euro, der nicht zuletzt wegen des Verhandlungsmarathons in der griechischen Schuldenkrise stark schwankt, rutschte am Donnerstag wieder unter die Marke von 1,13 Dollar.

          Unter den Einzelwerten sorgten vor allem Analystenkommentare für Bewegung. Lanxess reagierten Händlern zufolge auf eine Kaufempfehlung von Baader und stiegen um rund 4 Prozent an die Dax-Spitze. Ebenfalls nach oben ging es für Infineon wie auch für die im Tec-Dax  gelisteten Dialog Semiconductor. Die Analysten von Bryan Garnier nahmen die Aktien mit einer Kaufempfehlung in ihre Bewertung auf. Die beiden Unternehmen seien gut aufgestellt, um vom derzeitigen Wachstumsmomentum in der Halbleiterindustrie zu profitieren, schrieben die Experten. Infineon notierten 1,2 Prozent fester, Dialog rund 3 Prozent.

          Gerry-Weber-Aktie macht Boden gut

          Im M-Dax machten Gerry Weber nach ihrem jüngstem Kurssturz Boden gut und legten 5,2 Prozent zu. Am Mittwoch hatte eine Gewinnwarnung die Titel des Modekonzerns um rund 30 Prozent abstürzen lassen.

          Ihre Aufmerksamkeit richteten Anleger auch auf das Börsendebüt des Siliziumscheiben-Herstellers Siltronic. Die Aktien lagen in der Spitze mit 32,85 Euro 9,5 Prozent über dem Ausgabepreis. Dieser war mit 30 Euro allerdings am unteren Ende der Preisspanne festgelegt worden. Siltronic ist eine Tochter des Münchener Spezialchemiekonzerns Wacker Chemie, dessen Aktien um den Vortagesschluss pendelten.

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