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Viele amerikanische Investoren : Der Dax ist fest in ausländischer Hand

Viele Amerikaner investieren in Deutschland: Donald Trump vor einer Anzeigetafel mit dem Dax-Kurs. Bild: Reuters

Vor allem amerikanische Investoren kaufen die deutschen Nebenwerte. Chinesen sind in der Minderheit - und der größte Investor kommt aus Norwegen.

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          In den Aktienindizes M-Dax, S-Dax und Tec-Dax dominieren ausländische Anleger. Wie die Beratungsgesellschaft Cometis und der Datenanbieter Ipreo am Dienstag berichteten, beträgt der Anteil ausländischer Investoren im Streubesitz der M-Dax-Gesellschaften 81 Prozent. Der Anteil deutscher Großinvestoren ist im Vergleich zum Vorjahr aber immerhin von 17 auf 19 Prozent gestiegen. Amerikanische Investoren liegen mit 31 Prozent an der Spitze, vor Anteilseignern aus Großbritannien und Irland mit 22 Prozent. Asiatische Investoren machen nur 1 Prozent aus – einzelne Engagements aus China sorgen jedoch regelmäßig für große Aufmerksamkeit.

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Untersucht werden nur die Anteile von Finanzinvestoren, nicht von strategischen Ankerinvestoren, die über viele Jahrzehnte Eigentümer von Aktienanteilen sind, wie Gründerfamilien und Stiftungen. Dieser oft in deutscher Hand befindliche Festbesitz macht im M-Dax 34 Prozent aus.

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          Größter Anleger im M-Dax, aber auch im S-Dax ist der norwegische Staatsfonds. Im Tec-Dax ist er drittgrößter Investor und insgesamt mit knapp 5 Milliarden Euro größter Nebenwerteinvestor in Deutschland. Die größten Zukäufe tätigte im Jahr 2016 mit gut 800 Millionen Euro der amerikanisch-britische Finanzinvestor MFS, gefolgt von der Deutschen Asset Management, die vor allem mit ihren DWS-Fonds 600 Millionen Euro zusätzlich in deutschen Nebenwerten angelegt hat. Mit einer Anlagesumme von nun gut 4,3 Milliarden Euro ist sie jetzt zweitgrößter Anleger in deutschen Nebenwerten und hat Allianz Global Investors auf Rang drei verdrängt.

          Bild: F.A.Z.

          Auf Indexfonds spezialisierte Anbieter wie Blackrock (i Shares) spielen nur eine untergeordnete Rolle. Ihre Bedeutung ist in den Leitindizes wie Dax und Euro Stoxx50 sehr viel stärker ausgeprägt. 2016 wurde sogar ein leichter Rückgang der Bedeutung von Indexfonds in Nebenwerten verzeichnet.

          Beim Werben um Investoren ist London der wichtigste Finanzplatz für die Unternehmen. 147 Investoren im M-Dax haben dort ihren Sitz, gefolgt von Paris mit 138 Investoren, New York mit 64, Madrid mit 56 und Frankfurt mit 41 Investoren. Bei der Investitionssumme liegt Frankfurt immerhin auf Platz zwei hinter London.

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