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Dänemark : Moller-Marsk-Aktie zieht Börse Kopenhagen nach oben

  • Aktualisiert am

Die Börse in Kopenhagen boomt. Bild: dpa

Die Börse in Kopenhagen hat seit zehn Tagen fast täglich neue historische Höchststände erreicht. Der örtliche Index KFX hat mittlerweile das Rekordhoch vom Oktober 2000 überboten und seit Jahresbeginn 29 Prozent zugelegt.

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          Die Börse in Kopenhagen hat seit zehn Tagen fast täglich neue historische Höchststände erreicht. Dabei hat vor allem der Schiffahrt- und Ölkonzern A.P. Moller Marsk nach den Milliarden-Aufkäufen einer niederländischen Containerreederei und von zehn Ölfeldern vor der britischen Küste die Börse nach oben gezogen. Der Konzern, der die dänische Wirtschaft beherrscht, stellt mit einem Marktwert von 40 Milliarden Euro allein 28 Prozent des Gesamtwertes aller 179 Werte, die in Kopenhagen notiert sind.

          Am Donnerstag beflügelten gute und zuversichtliche Halbjahresergebnisse der größten Privatbank Danske Bank, des Brauereikonzerns Carlsberg und des Pharmaziekonzerns Novo Nordisk. Die Börse wurde indes belastet durch einen starken Rückgang der Unternehmen der Biotechnik, nachdem der Kurs der ältesten dänischen Biotech-Gruppe Neurosearch am Mittwoch um 46 Prozent gefallen war: Der Forschungspartner von Neurosearch, Boehringer Ingelheim, hatte mitgeteilt, daß es die Forschung für ein Mittel gegen Alzheimer und Parkinson nicht weiter vorantreibe. Damit mußte Neurosearch zum drittenmal in sechs Jahren sein jeweils aussichtsreichstes Präparat aufgeben, bevor es auf den Markt kam.

          Knapp unter Allzeithoch

          Mit fast 369 Punkten lag der KFX-Index der 20 umsatzstärksten Werte in Kopenhagen am Donnerstag knapp unter seinem historischen Höchststand von 373,3 Punkten, der am Dienstag erreicht worden war. Seit Jahresbeginn ist der Index damit um rund 29 Prozent gestiegen. Zum beständigen Aufstieg trugen zum einen gute Unternehmensgewinne bei sowie solide Wachstumsaussichten für die dänische Wirtschaft, zum anderen die gestärkte Rolle von A.P. Moller Marsk durch die jüngsten Aufkäufe sowie die hohen Weltmarktpreise für Öl sowie für Frachtraten im Seetransport.

          Auch der Kurs des Windmühlenherstellers Vestas, Weltmarktführer in der Windenergie, stieg seit Jahresbeginn um fast 80 Prozent nach einer Reihe guter Unternehmensnachrichten. Analysten glauben indes weithin, daß die Börse in Kopenhagen jetzt "ausgereizt" ist. Schließlich hat die Börse seit Jahresbeginn schon vierzigmal einen neuen historischen Höchststand gemeldet. Inzwischen liegen die Kurse sogar über dem bisherigen Hoch von 354 Punkten vom Oktober 2000; dabei ist der aktuelle Aufschwung deutlich breiter als der Höhenflug der Kurse vor fünf Jahren.

          Die dänische und die norwegische Börse übertreffen deutlich den Anstieg der beiden anderen nordischen Börsen in Stockholm und in Helsinki, mit denen die Börse Kopenhagen seit Februar verschmolzen ist. Bisher hat sich die Fusion auf den Handel mit dänischen Anlegern und Maklern wenig ausgewirkt, wohl aber auf den Handel mit anderen nordeuropäischen Käufern. Dort werden die Handelsplattform und Börsenregeln beständig harmonisiert.

          Mit der Übernahme der Copenhagen Stock Exchange (CSE) durch die nordische Börsenallianz, die neben Stockholm und Helsinki auch die drei baltischen Börsen umfaßt, unterhalten nur noch Oslo und Reykjavik getrennte Börsen. Auch die isländische Börse will bis Oktober über einen Anschluß an die nordische Börse entscheiden.

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