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Computer : IBM hängt Konkurrenten ab

  • -Aktualisiert am

IBM ist gut gewappnet für die Zukunft Bild: dpa

Die PC-Branche strauchelt. IBM ist dagegen mit seinem bewährten Kerngeschäft erfolgreich, meint Sam Jaffe, BusinessWeek online.

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          Vor fünfzig Jahren konnten IBM-Aktionäre stolz darauf sein, die ersten Technologietitel der Welt zu besitzen. Vor zwanzig Jahren war ihr Unternehmen der unangefochtene Marktführer in der Informationstechnologie. Seitdem verlief die Geschäftsentwicklung jedoch eher neutral. Zum ersten Mal seit langem können sich jetzt IBM-Aktionäre wieder als etwas Besonderes fühlen.

          Im ersten Quartal 2001 übertraf IBM mit einem Gewinn je Aktie von 98 Cents die Analystenschätzungen. Die Gewinne weisen zwar keinen sprunghaften Anstieg, sondern lediglich ein komfortables Wachstum von 18 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2000 auf. Dennoch zeigen sich Investoren zufrieden. Die Aktie legte in den vergangenen zwei Wochen mehr als zehn Prozent zu, seit Jahrensbeginn kletterte der Kurs sogar um 17 Prozent.

          Freie Fahrt für IBM

          Auf der Gewinnerstraße, die das Unternehmen zurzeit entlang fährt, sind keine Hindernisse auszumachen. Der wichtigste Grund für die guten Quartalszahlen von IBM ist seine diversifizierte Produktpalette. Das Unternehmen hat sechs Geschäftsbereiche, von denen fünf ein besseres Wachstum verzeichneten als erwartet. Die einzige „Problemsparte“ ist das PC-Geschäft, das in der Unternehmensgeschichte des Big Blue schon immer Verluste beschert hat. „Obwohl der PC-Motor die IT-Industrie nicht mehr antreibt, ist diese Sparte immer noch sehr wichtig für IBM“, meint Wit Soundview-Analyst Gary Helmig, der eine deutliche Kaufempfehlung („strong buy“) für das IBM-Papier abgibt. „Damit hält sich IBM nämlich die Tür offen für andere, lukrativere Produkte wie Software und Service-Leistungen“.

          Da viele Unternehmen im ersten Quartal 2000 ihre Ausgaben für Service-Leistungen drosselten, um das Y2K-Problem zu lösen, erlebten die Umsätze von IBM nach dem ersten Januar 2000 starke Einbrüche. „Wegen des Y2K-Problems schrumpfte das Firmenkundengeschäft drastisch, und es dauerte ein Jahr, bis die Kundenzahlen wieder anstiegen“, meint Stephen Dube, Analyst bei Dresdner Kleinwort Wasserstein, der das IBM-Papier auf „Kaufen“ stuft. Aber jetzt, wo das Y2K-Problem der Geschichte angehört, ist in absehbarer Zeit kein Abflauen des Wachstums der Global Services-Sparte zu erwarten.

          Hohe Service-Verträge

          Während sich die meisten anderen Dienstleistungsunternehmen in der Computerbranche in den letzten Jahren auf den viel versprechenden Dot-com-Markt stürzten, verwendete IBM umfangreiche Investitionen darauf, zu einem begehrten E-Business-Berater für große Unternehmen zu werden. Die Ironie der Geschichte ist, dass sich diese Strategie jetzt auszuzahlen beginnt, wo die Dot-Com-Seifenblase geplatzt ist und kein Geld mehr in den Sektor fließt. Die Schwergewichte unter den Firmenkunden haben nämlich immer noch Computer, um die sich ein spezialisierter Dienstleister kümmern muss. So kann sich IBM rühmen, für die nächsten drei Jahre noch einen Auftragsüberhang von Service-Verträgen mit einem Volumen von 87 Milliarden Dollar abarbeiten zu müssen. Diese Cash-Cow wird die Unternehmensgewinne garantiert in die Höhe treiben.

          Der langsam, aber stetig laufende Gewinnmotor von IBM dürfte auch in absehbarer Zeit nicht ins Stocken geraten. Alle Faktoren, die das erste Quartal zu einem Erfolg werden ließen, dürften nämlich auch für den Rest des Jahres für solide Geschäftszahlen sorgen. Die Geschäftsentwicklung von IBM erinnert an einen Panzer in einem Hurrikan: Während seine Mitstreiter verzweifelt versuchen, nicht von dem starken Wind und den glatten Straßen aus der Bahn geworfen zu werden, rollt Big Blue behäbig weiter und hält an seinem Kurs fest.

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