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Computer-Aktien : Ist Hewlett Packard tief genug gefallen?

  • -Aktualisiert am

Hewlett-Packard befindet sich im Kampf gegen ein widriges Marktumfeld Bild: AP Graphics Bank

Auch bei Hewlett-Packard stellt sich nach den Quartalszahlen die Frage: Reflektiert die Aktie alles Negative, so dass es wieder aufwärts gehen kann?

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          Die Angst unter den Anlegern muss groß gewesen sein. Denn Hewlett Packard revidierte zwar die Umsatzprognose für das dritte Quartal im Geschäftsjahr 2000/2001 auf unverändert bis minus fünf Prozent leicht nach unten, doch der Aktienkurs stieg trotzdem. Nach einem Plus von 5,3 Prozent auf 26,74 Dollar im regulären Handel ging es nach der Mitteilung im nachbörslichen US-Geschäft am Mittwoch weiter rauf bis auf 28,21 Dollar.

          Die Gemütsverfassung der Anleger kommt auch in den Worten von David Katz, Fondsmanager bei Matrix Asset Management zum Ausdruck: „Ich habe etwas nervös darauf gewartet, dass sie etwas über eine anhaltende Marktschwäche sagen, doch das haben sie nicht getan“, zeigt er sich erleichtert darüber, dass der weltweit zweitgrößte Computerhersteller seine Gewinnprognosen als erreichbar einschätzt. Vorteilhaft war natürlich auch, dass die im zweiten Quartal verdienten 18 Cents je Aktie über dem Marktkonsens von 15 Cents lagen.

          Euphorie fehl am Platz ...

          Die am Mittwochabend positive Kursreaktion darf aber keinesfalls isoliert gesehen werden. Bei der Würdigung darf nicht vergessen werden, dass der Kurs von Notierungen deutlich über 70 Dollar kommt. Ebenfalls beachtet werden muss das noch immer recht schwierige Marktumfeld und die anhaltende Zurückhaltung auf der Käuferseite. „Das Preisumfeld, in dem sich Hewlett-Packard derzeit bewegt, ist schrecklich“, erklärt J.P. Morgan-Analyst Daniel Kunstler.

          Auch bei Standard & Poor's sieht man nach dem Quartalsbericht keinen Anlass, an der Einstufung etwas zu ändern. Der Wert wird von Analystin Megan Graham-Hackett bei einem auf 1,05 Dollar für 2000/2001 geschätzten Gewinn je Aktie unverändert als Halteposition bezeichnet. Auch die meisten anderen Analysten an der Wall Street sahen zuletzt keinen Handlungsbedarf bei der Aktie.

          ... doch Aktien nicht mehr hoch bewertet

          Nach den in den Vormonaten schweren Kursverlusten sind dem Titel kurzfristig durchaus weitere Kursgewinne zuzutrauen. Zumal sich wie eingangs geschildert im Aktienkurs eine stark negative Erwartungshaltung widerspiegelt. Doch nun sieht es so aus, als ob sich in geschäftlicher Hinsicht eine gewisse Bodenbildung abzeichnet, und das stufen Analysten wie Richard Chu von SG Cowen Securities als „ermutigend“ ein. Für den Wert spricht auch die Bewertung. So schätzt Standard & Poor's den Gewinn je Aktie 2001/2002 auf 1,57 Dollar, was einem vertretbaren Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18 entspricht.

          Auch die Marktkapitalisierung bewegt sich mit etwas mehr als 50 Milliarden Dollar in der Nähe der in diesem Jahr voraussichtlich erzielbaren Umsätze und damit in einem vernünftigen Rahmen. Wie bei allen anderen Titeln hängen die weiteren Kursaussichten aber auch bei Hewlett-Packard davon ab, ob die inzwischen fünf Zinssenkungen in den USA fruchten und die Konjunktur wieder in Schwung bringen.

          Einjahreschart von Hewlett Packard

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