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Marktbericht : Die Commerzbank führt den Dax nach unten

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Am Frankfurter Aktienmarkt herrscht am Dienstag Verkaufsstimmung. Besonders kräftig geht es für die Commerzbank runter. Das hat mehrere Gründe.

          2 Min.

          Maue Geschäftszahlen großer Konzerne und Sorgen über mögliche Belastungen durch einen starken Eurokurs haben  den deutschen Aktienmarkt am Dienstag belastet. Der Dax rutschte wieder unter die Marke von 10.000 Punkten und schloss 1,9 Prozent im Minus bei 9927 Punkten.

          Die in dieser Jahreszeit öfter bemühte Börsenregel „Sell in May and go away“ scheine zumindest zum Monatsbeginn gültig, sagte Analyst Mike van Dulken vom Broker Accendo Markets. Er verwies auch auf einen Rückgang der Stimmung in der Industrie des für Deutschland wichtigen Handelspartners China als Grund für die Kursverluste. Investoren fragten sich wohl, ob das eine erneute Schwäche der Wirtschaft des Landes signalisiere.

          Besonders stark unter Druck standen Bankaktien, allen voran das Papier der Commerzbank, dessen Kurs um 9,6 Prozent auf 7,322 Euro fiel. Analysten äußerten sich negativ zu den vorgelegten Quartalszahlen. Zudem scheint die Bank besonders stark in die umstrittenen Cum-Cum-Geschäfte verwickelt zu sein.

          Die Flaute am Kapitalmarkt und die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) machen ihr zu schaffen. Zinsüberschuss und Handelsergebnis gingen um ein Drittel zurück. Mittelständler zogen neun Milliarden Euro von den Konten ab, weil die Commerzbank die Strafzinsen der EZB auf sie abwälzte und sie damit verschreckte. "Wir erwarten, dass das weitergeht", sagte Finanzvorstand Stephan Engels. Auch die Aktie der Deutschen Bank gibt mit einem Minus von knapp 6 Prozent deutlich nach.

          Der starke Euro belastet den Chiphersteller Infineon. Dieser musste den Jahresausblick leicht zurücknehmen. Für das laufende Geschäftsjahr senkte das Unternehmen seine Umsatz- und Gewinnerwartungen. Konzernchef Ploss rechnet nun nur noch mit einem Umsatzanstieg von 12 Prozent plus minus zwei Prozentpunkte. Bisher lag die Schwankungsbreite bei 11 bis 15 Prozent. Die operative Marge soll sich auf 15 bis 16 Prozent belaufen. Zuvor war der Konzern von rund 16 Prozent ausgegangen. Der Aktienkurs fiel um 4,7 Prozent.

          Schlechtere Geschäfte in den Vereinigten Staaten, höhere Rabatte und steigende Kosten haben BMW zu Jahresbeginn gebremst. In der zentralen Autosparte sank der Betriebsgewinn im ersten Quartal überraschend um 1,7 Prozent auf gut 1,76 Milliarden Euro, obwohl die Münchner mit knapp 558.000 Fahrzeugen so viele verkauften wie nie zuvor. Allerdings wurden mehr kompakte Modelle abgesetzt - die werfen weniger ab als große Limousinen. An der Börse rutschte die BMW-Aktie um 3,8 Prozent ab.

          Auch Lufthansa gehörten mit Verlusten von mehr als 5 Prozent zu den großen Verlierern. Der Preiskampf in der Luftfahrtbranche bremst die Wachstumspläne des Konzerns.

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