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Chips : AMD kann Intel nicht das Wasser reichen

  • -Aktualisiert am

AMD-Prozessor: gut, aber nicht gut genug für Intel Bild: dpa

AMD hat die letzte Chance verpasst, Intel vom Thron zu stoßen. Das denkt zumindest Sam Jaffe von BusniessWeek Online.

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          Eine Zeit lang schien der Chiphersteller Advanced Micro Devices einer der wenigen leuchtenden Sterne am ansonsten trüben Firmament der Technologiebranche zu sein. In den Neunziger Jahren war das Unternehmen der einzige ernst zu nehmende Konkurrent von Intel und wollte den Marktführer vom Thron zu stoßen. Doch bislang hat AMD dieses Ziel noch nicht erreicht.

          Intel hatte bei der Markteinführung seiner neuen Pentium-4-Chips mit einigen Problemen zu kämpfen. Gleichzeitig hatte AMD sein neues Werk in Dresden fertiggestellt, produzierte dort mit fast maximaler Kapazitätsauslastung - und der Marktanteil stieg. Doch nach dem „Independence Day“ am 4. Juli mußte der Chiphersteller eingestehen, dass er seine Ertrags- und Gewinnziele für das zweite Quartal nicht erreichen werde.

          Preiskrieg in der PC-Branche?

          Für die Investoren stellt sich daher die Frage, die wohl am 12. Juli nach Börsenschluss beantwortet werden kann: Sind die niedrigeren Erträge auf einen Preiskrieg in der PC-Branche oder auf ein vorübergehendes Stocken bei den volatilen Flash-Memories zurückzuführen? Wenn es zu unerwartete starken Preissenkungen für PC-Mikroprozessoren gekommen ist, so ist das ein schlechtes Zeichen für die kommenden Quartale. Wenn es sich dagegen um ein Problem der Flash-Memory-Sparte handelt, wird der Markt mehr Möglichkeiten für eine Erholung bieten.

          Diese Sparte ist schon immer ein hochvolatiles Geschäft gewesen. Doch dank des explosionsartigen Anstiegs in der Verwendung von Mobiltelefonen waren die Wachstumserwartungen bis ins Jahr 2001 mehr als nur positiv. Allerdings ist der Handy-Boom jetzt zu einem abrupten Stillstand gekommen. Daher dürfte es nicht allzu sehr überraschen, dass die Umsätze in diesem Bereich so stark einbrachen.

          Dramatischer Gewinnrückgang

          Das Management von AMD sah zwar den Einbruch auf dem Handy-Markt, konnte aber Analysten trotzdem davon überzeugen, im letzten Quartal, das am 30. Juni zu Ende ging, Umsätze in Höhe von 1,1 Milliarden Dollar zu erzielen. Das würde die Theorie bestätigen, dass niedrigere Preise für PC-Prozessoren an den jüngsten Gewinnwarnungen schuld sind. Statt den ursprünglich geschätzten 1,1 Milliarden Dollar wird jetzt ein Umsatz von 985 Millionen Dollar erwartet. Schockierender ist allerdings die Diskrepanz bei den erwarteten Gewinnen. So änderte AMD seine Gewinnschätzungen von 0,27 Dollar auf eine Bandbreite von 0,03 bis 0,05 Dollar je Aktie.

          Was die Publicity um seine Geschäftserfolge angeht, hat sich AMD nie zurückgehalten. So gab das Unternehmen im Juni bekannt, dass es 22 Prozent der auf dem PC-Markt benötigten Chips herstellen könne und bis Jahresende eine Kapazität von 30 Prozent erreichen werde. Jedoch wird jetzt deutlich, dass diese Erhöhung des Marktanteils einen hohen Preis forderte: Zwischen den Chip-Herstellern ist ein heftiger Preiskrieg entbrannt.

          Rückschläge mit „positiver“ Seite

          So muss AMD an den beiden wichtigsten Fronten seines Konkurrenzkampfs mit Intel herbe Rückschläge hinnehmen. Nicht nur die Nachfrage für Flash-Memory-Technologie sinkt, sondern auch die Nachfrage nach PCs fällt ins Bodenlose.

          Das hat zwar auch eine positive Seite: Die AMD-Aktie ist mittlerweile sehr billig. Allerdings ist sie in der Vergangenheit schon öfters billig gewesen und konnte sich dennoch nie zu einem echten Wachstumswert mausern. Und wenn sich an den allgemeinen Konjunkturdaten sowie an der Lage auf dem PC-Markt nichts ändert, dürfte AMD auch in absehbarer Zeit kein Erfolgstitel werden.

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