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Chipindustrie : Aktienkurse fahren Zick-Zack

Das Werk von Texas Instruments in Miho steht derzeit still Bild: Texas Instruments

Als am Montag infolge des Erdbebens die Chippreise stiegen, waren Halbleiteraktien gefragt. Nunmehr zeigen sich die Probleme in der Lieferkette. Zudem ist Japan auch Nachfrager. So stehen die Kurse wieder unter Druck.

          Zick-Zack fuhren zu Wochenbeginn die Kurse der Halbleiteraktien. Die Aktienkurse der deutschen Chiphersteller Infineon und Dialog Semiconductor, die am Montag noch gegen den Markt leicht gestiegen waren, fallen am Dienstag massiv um 5,5 bzw. 8,5 Prozent. Dieses Phänomen ist über die gesamte Branche zu beobachten.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Positiv wurde der derzeitige Anstieg der Chippreise gewertet. Die Spot-Preise für NAND-Halbleiter, die etwa in Smartphones verwendet werden, legten am Dienstag abermals zu. Bereits am Montag waren sie um mehr als 20 Prozent in die Höhe gesprungen. Auch die Preise für Dram-Speicherchips kletterten abermals, nachdem sie zu Wochenbeginn um sieben Prozent gestiegen waren, wie die Preisermittler von DRAMExchange berichteten.

          Sorgen um Hamsterkäufe

          Auch wenn die Lieferungen von Bauteilen für die Chipproduktion bereits in zwei Wochen wieder begännen, würden sich die Engpässe und Preiserhöhungen bis ins dritte Quartal auswirken, berichtet dagegen das Forschungsinstitut iSuppli. Vor allem die Nachfrage nach NAND-Chips ist zuletzt wegen des Tablet-Booms deutlich gewachsen.

          Selbst wenn die Zulieferer fertigen können, bleibt die Sorge vor steigenden Preisen. Für Halbleiterbauteile zur Verwendung in Mobilfunkgeräten und Computern wurden bereits erheblich höhere Notierungen ermittelt. Zu den wichtigsten Lieferanten zählen japanische Unternehmen, darunter Toshiba, Sony Corp., Panasonic und Elpida. Zusammen liefern sie 20 Prozent der Weltproduktion an Technologieprodukten, darunter 44 Prozent bei Audio- und Videogeräten und 19 Prozent der Halbleiter auf dem Weltmarkt, wie CLSA Asia-Pacific Markets schätzte.

          Die DRAMExchange befürchtet steigende Preise auch aufgrund von Hamsterkäufen seitens der PC-Hersteller. Das könnte die Speicherpreise weiter steigen lassen. Samsung, Hynix und einige andere Hersteller nennten derzeit keine tagesaktuellen Preise mehr.

          Produktions- und Lieferengpässe belasten Halbleiter-Hersteller

          Doch diese Entwicklung hat Kehrseiten. Zum einen gibt es auch Produktionsengpässe. Ein Fünftel der weltweiten Chipproduktion erfolgt in Japan. Dutzende von Herstellern halten ihre Fabriken seit dem Beben geschlossen. Es wird Monate dauern, bis Straßen, Stromnetz, Häfen und Eisenbahnstrecken wieder voll funktionsfähig sind.

          So könnten es laut der DRAMExchange bei Wafern zu Engpässen kommen, weil Produktionsanlagen der Firmen Shin-Etsu und Sumco schwer beschädigt wurden. Diese beliefern unter anderem auch Toshiba und Elpida. Sofern sich die japanischen Unternehmen auf dem Weltmarkt mit Wafern versorgen, könnte das zu einer anhaltenden Knappheit führen.

          Der amerikanische Chipherstellers Texas Instruments mit, dass das Beben den Umsatz im ersten Halbjahr beeinträchtigen werde. Ein Werk in Miho nordöstlich von Tokio sei stark beschädigt worden. Mit den Produkten dieses Werks hatte der Konzern aus Dallas im vergangenen Jahr rund 10 Prozent seiner Gesamterlöse erzielt. Von der Wafer-Produktion der Anlage in Miho könnten nur 60 Prozent in andere Werke verlagert werden, hieß es von dem texanischen Konzern, dessen Chips in zahlreichen Produkten von Handys bis zu Industrieanlagen verwendet werden. Im nachbörslichen amerikanischen Handel fiel der Aktienkurs um 2,05 Prozent auf 33,85 Dollar.

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