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Chemie : Verhaltener Ausblick von Celanese schreckt Analysten nicht

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Celanese-Chef Sonder läutet den Börsengang nach der Trennung von Hoechst 1999 ein Bild: dpa

Obwohl Celanese erneut die Erwartungen für das zweite Quartal gedämpft hat, bleiben die Analysten von dem Chemiekonzern überzeugt.

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          Obwohl das Chemie-Unternehmen erneut die Erwartungen für das zweite Quartal gedämpft hat, halten die Analysten Celanese die Stange.

          Das laufende Quartal werde nicht leichter sein als die schwierigen ersten drei Monate, sagte Vorstandsvorsitzender Claudio Sonder auf der Hauptversammlung. Finanzvorstand Premdas begründete dies mit den hohen Rohstoff- und Energiepreisen und der schwachen Konjunktur in den USA, besonders in der dortigen Automobilindustrie.

          Umsatzverdopplung bis 2005 angestrebt

          Trotz eines schwierigen ersten Halbjahres hält Celanese aber an seiner Prognose für das Gesamtjahr fest, das Ergebnis pro Aktie im zweistelligen Prozentbereich zu steigern. Sonder bekräftigte auch sein Vorhaben, den Umsatz bis 2005 auf zehn Milliarden Dollar fast zu verdoppeln. Dafür werde weiterhin die Kostenstruktur und Effizienz verbessert.

          CSFB erhöht Kursziel auf 27 Euro

          Vergangene Woche hatte Celanese ein deutlich geringeres operatives Quartalsergebnis gemeldet. Dagegen wurde das Nachsteuerergebnis mit 26 (erstes Quartal 2000: elf) Millionen Euro mehr als verdoppelt. Vor allem wegen der geringer als erwarteten Steuerbelastung erhöhten die Analysten von Credit Suisse First Boston (CSFB) das Kursziel für Celanese auf 27 Euro von zuvor 25 Euro. Ihr Anlagevotum bleibt bei “Kaufen“. Die Experten erhöhten ihre Schätzung für den Nettogewinn des laufenden Jahres auf 104 Millionen Euro von zuvor 81 Millionen Euro. Für 2002 sagen sie jetzt 172 Millionen Euro nach zuvor 128 Millionen Euro voraus.

          Auch die DG Bank bekräftigt ihren Rat, die Aktie zu „akkumulieren“. Chemieanalyst Martin Rödiger begründet das mit dem günstigen Kurs-Cashflow-Verhältnis und dem erfahrenen Management. „Außerdem erwarten wir, dass die Gaspreise sich seitwärts mit eher sinkender Tendenz bewegen“, erläutert Rödiger. Für Celanese, das unter anderem Acryl- und Essigsäure herstellt, ist Erdgas einer der wichtigsten Grundstoffe.

          Für 2001 erwartet der Analyst einen Gewinn pro Aktie von 1,59 Euro, für 2002 dann 2,19 Euro. Auf Basis des gegenwärtigen Kursniveaus von 23,50 Euro ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2002 von rund 10,7. In den nächsten sechs Monaten traut Rödiger der Aktie einen Zuwachs von zehn Prozent zu.

          Technische Analyse signalisiert kurzfristige Konsolidierung

          Dietmar Rübsamen, technischer Analyst bei Delbrück Asset Management, zeigt sich auch angetan vom Chart der Chemieaktie. Wegen einer negativen Divergenz in der relativen Stärke hält er aber eine kurzfristige Kurskorrektur für sehr wahrscheinlich. „Ich erwarte aber nicht, dass die Aktie weiter unter Druck kommt“, sagt Rübsamen unter Hinweis auf die Widerstände bei 23 Euro.

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