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Chemie/Pharma : Lonza-Aktienkurs probt den Ausbruch

  • -Aktualisiert am

Die richtige Mischung in den Geschäftsfeldern lässt den Lonza-Aktienkurs steigen Bild: dpa

Börsianer stehen offenbar auf Life Science und Biotech. Bei Lonza wird die Konzentration auf diese Bereiche mit Kursgewinnen belohnt.

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          Mitten im Umbruch befindet sich Lonza. Zieht man den Aktienkurs als Indikator heran, dann trauen die Börsianer den Schweizern einen erfolgreichen Wandel zu. Trotz widriger Börsenbedingungen notiert der Wert auf Rekordniveau.

          Was den Anlegern bei Lonza gefällt, ist die zu Jahresbeginn bekannt gegebene Konzentration auf die Bereiche Life Science und Biotechnologie. Da es sich in beiden Fällen um wachstumsstarke Bereiche handelt, kommt dies bei den Aktionären gut an. Begrüßt wird außerdem die geplante Trennung von den Randaktivitäten Energie und polymere Zwischenprodukte. Denn hier war Lonza nicht groß genug, um ein gewichtiges Wort mitreden zu können.

          Konzentration auf Wachstumsfelder begrüßt

          In den verbleibenden Geschäftsfeldern sind die Ausgangsbedingungen ganz anders. Im Bereich Exklusivsynthetik, bei dem Zwischenprodukte exklusiv für Pharmaunternehmen hergestellt werden, ist man Weltmarktführer noch vor Clariant und DSM. Und im Bereich Biotechnologie ist man bei monoklonalen Antikörpern die Nummer zwei hinter Boehringer Ingelheim. Was Bernd Pomrehn, Analyst bei der Züricher Kantonalbank, an den genannten Feldern zusagt, sind die hohen Wachstumsraten, die er auf absehbare Zeit auf zehn bzw. 30 Prozent veranschlagt.

          Vor diesem Hintergrund wundert er sich, dass die meisten Analystenkollegen in den Lonza-Aktien nur eine Halteposition sehen. Pomrehn selbst rät seit Bekanntgabe der Umbaupläne dazu, den Wert überzugewichten. Bisher ist er damit gut gefahren. Seit Jahresanfang hat der Titel gut zehn Prozent zugelegt. Doch Pomrehn wittert noch mehr Kurspotenzial. Gemessen an den Chemiewerten sei Lonza derzeit zwar hoch bewertet. Aber seit der Neuausrichtung sei dies nicht mehr der passende Maßstab: „Wachstum und Profitabilität spricht dafür, Lonza wie einen Pharmawert zu behandeln, und dann stimmt die Bewertung wieder.“

          Fusionsfantasie und Aktienrückkauf-Hoffnung

          Weitere Kursfantasie beinhalten außerdem die immer wieder auftauchenden Übernahmegerüchte. Zwar hat Lonza seinen Wunsch nach Unabhängigkeit bekräftigt. Dies hielt die Börsianer aber zuletzt nicht vor Spekulationen ab, ob es nicht doch zu einem Zusammenschluss mit DSM, Clariant oder einem anderen Vertreter kommt. Als Kursstütze würde es sich auch erweisen, wenn Lonza den erwarteten Mittelzufluss von geschätzten einer Milliarde Schweizer Franken aus dem Verkauf der Randaktivitäten wenigstens zum Teil zum Rückkauf eigener Aktien einsetzen würde. Bilanziell gesehen könnte sich Lonza dies auf jeden Fall leisten. Denn das Unternehmen ist praktisch schuldenfrei.

          Im laufenden Jahr traut Pomrehn den Schweizern eine Gewinnsteigerung von 9,1 Prozent auf 53,1 Schweizer Franken zu. Im Jahr 2002 soll die Zuwachsrate dann auf 18,3 Prozent beschleunigen. Im Schnitt rechnet Pomrehn in den kommenden Jahren mit Wachstumsraten von über 15 Prozent per annum. Dabei sei die Prognosesicherheit ziemlich hoch. So seien in der Biotechnologie die Kapazitäten bereits für die kommenden beiden Jahre ausgebucht. Und bei den hauseigenen Prognosen habe sich das Unternehmen bisher stets als guter Ratgeber erwiesen. Es spricht also gute Gründe dafür, warum der charttechnische Aufwärtstrend eine Fortsetzung finden sollte. Dies gilt insbesondere dann, wenn endlich die Kursspitze um 1.050 Schweizer Franken nachhaltig überwunden werden kann.

          Unten sehen Sie den Einjahreschart der Lonza-Aktie

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