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Chemie : Kurssturz bei Celanese

  • Aktualisiert am

Rauchwolken über der Celanese-Aktie Bild: dpa

Entsetzt reagieren die Börsianer auf die neuesten Celanese-Zahlen. Mit einem harschen Kursminus folgt die Quittung auf dem Fuß.

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          Bei Celanese geht es am Donnerstag zur Sache. Die Aktie bricht gegen 10.40 Uhr um über 20 Prozent auf 16,99 Euro ein. Damit gehen die Anleger mit dem Unternehmen nach Vorlage einer enttäuschenden Ergebnisbilanz hart ins Gericht.

          Wer die Ad hoc-Mitteilung vom Morgen studiert, den überraschen die Kursverluste nicht. „Das wundert mich nicht", erklärt Klaus Kis, Analyst bei Merck Finck & Co. Schließlich hat auch er die neuesten Zahlen zum Anlass genommen, um die Aktie von „Halten" auf „Verkaufen" zurückzustufen. Auch Händler bezeichneten die Ergebnisse in ersten Reaktionen als „einfach mies."

          Drastischer Verlustausweis

          In der Tat liest sich ein von vielen Sonderaufwendungen geprägter Verlust von 385 Millionen Euro nach einem Plus von 58 Millionen Euro im Vorjahr grausam. Zumal der Wert deutlich von den bisherigen Erwartungen abweicht. Während Analysten im Schnitt mit einem Verlust je Aktie von 2,91 Euro gerechnet hatten, sind es jetzt minus 7,65 Euro geworden.

          Mindestens genauso schlimm ist die Botschaft, dass die Dividende ausfällt und der Vorstand die Anleger auf weiter schwierige Marktbedingungen einschwört. Kis stellt sich daher schon einmal für das erste Halbjahr 2002 auf einen erneuten Verlust ein. Schon bisher hatten die Analysten im Schnitt für das laufende Jahr mit einem Verlust von 0,381 Euro je Aktie gerechnet.

          Noch keine Schnäppchenkurse

          In Verbindung mit den in dem Sektor weiter vorhandenen Überkapazitäten sind das alles keine Nachrichten, die für eine baldige Kurserholung sprechen. Wie von uns bereits im August 2001 geschrieben (siehe Link: Kursabstrafung für Celanese) lädt die derzeitige Ausgangslage, in der sich das Unternehmen tummelt, nicht gerade zum Kauf der Aktie ein.

          Dies schätzen auch die Analysten bei der Commerzbank so ein. Sie haben am Mittwoch, also bereits vor Bekanntgabe der neuesten Zahlen den Wert auf „Verkaufen" herabgestuft. Und das dabei auf 14,50 Euro festgesetzte Kursziel signalisiert, dass der Kurseinbruch vom Berichtstag trotz seines Ausmaßes nicht zwangsläufig eine Übertreibung sein muss. Zumindest solange nicht, bis sich erste Erfolge aus dem Restrukturierungsprogramm erkennen lassen und sich die Rückkehr zur Profitabilität abzeichnet, wie es die Analysten bei der Hessischen Landesbank treffend formulieren.

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