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Chemie : Bei der BASF-Aktie stimmt die Chemie

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BASF hat im ersten Quartal deutlich mehr umgesetzt und verdient als von Analysten erwartet sowie den verhalten zuversichtlichen Ausblick bekräftigt. Die moderat bewertete Aktie ist gestärkt, steht allerdings vor Charthürden.

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          Schöne Nachrichten für die Aktionäre der Badischen Annilin- und Sodafabrik AG: Der weltgrößte Chemiekonzern, besser bekannt unter dem Kürzel BASF, hat in den ersten drei Monaten dieses Jahres angesichts eines starken Chemikalien- und Pflanzenschutzgeschäfts operativ mehr verdient als vor Jahresfrist. Mit seinen Zahlen zu Umsatz und Ertrag hat der Konzern klar die Schätzungen der Analysten übertroffen.

          Was der Markt davon hält, ließ sich schon vor Handelseröffnung erahnen. Auf dem elektronischen Handelssystem Instinet zog der Kurs vorbörslich um zwei Prozent auf 44,90 Euro an. In der ersten halbe Stunde nach Handelsauftakt kann der Titel diesen Schwung nicht ganz halten, gewinnt aber 1,1 Prozent auf 44,50 Euro und ist damit zweitbester Dax-Werts.

          Überschuß um 26 Prozent besser als erwartet

          Das Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen - wie etwa Restrukturierungen - hat um ein Fünftel auf 1,138 Milliarden Euro zugenommen, wie BASF vor seiner Hauptversammlung am Donnerstag mit teilte. Analysten hatten nach Umfragen der Agenturen Reuters und Dow Jones-vwd im Schnitt mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 960 bis 975 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz legte im ersten Quartal um 2,5 Prozent auf 9,051 Milliarden Euro zu - Analysten hatte im Durchschnitt nur 8,963 Milliarden Euro vorghergesagt. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 515 Millionen Euro, ein Plus von 16,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Bei dieser Kennziffer hat der Konzern die Prognosen der Beobachter, die nur 407 Millionen Euro erwartet hatten, sogar um gut 26 Prozent getoppt. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich von 78 Cent auf 91 Cent; Anaylsten hatten 71 Cent erwartet.

          Den größten Beitrag zum Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen lieferte das Öl- und Gasgeschäft mit 343 Millionen Euro. Wegen des auf Euro-Basis gesunkenen Ölpreises lag es allerdings um 15 Prozent unter Vorjahr. Im Chemie- und Pflanzenschutzgeschäft verzeichnete der Konzern nach eigenen Angaben deutliche Absatzzuwächse. BASF habe einen „guten Start“ in das Jahr erwischt, kommentierte Konzernchef Jürgen Hambrecht den Quartalsverlauf. Die ersten drei Monate gäben Anlaß zur Zuversicht für dieses Jahr. „Ich gehe davon aus, daß wir bei leicht höherem Umsatz unser Ebit vor Sondereinflüssen steigern können", bekräftigte der Konzernchef frühere Geschäftsprognosen.

          Analystin: Zahlen „sehr gut und erfreulich solide“

          Für die Zahlen gibt es Lob von Analystenseite: Die Quartalszahlen von BASF sind nach Meinung der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) „sehr gut und erfreulich solide“. Die Zahlen lägen sogar noch über den recht hohen Prognosen der LRP, sagte Analystin Silke Stegemann auf Anfrage von Dow Jones-vwd. Besonders positiv sei, daß sich die zyklischen Bereiche bereits deutlich verbessert hätten. Da die BASF-Produkte vornehmlich am Anfang der Wertschöpfungskette gebraucht werden, profitiere der Konzern von der beginnnenden konjunkturellen Erholung.

          Dies wiederum sind schöne Aussichten für die Aktie. Das Papier ist mit dem auf Gewinnschätzungen basierenden Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15,9 moderat bewertet, obwohl diese Schätzungen ein Ergebnisplus von 21 Prozent auf Jahresbasis voraussetzen. Dies scheint indes gut erreichbar. Denn wenn der auf das Jahr hochrechnete Quartalsgewinn als Basis dient, ergibt sich ein KGV von etwa 12,1. Damit wäre der Titel sogar ziemlich günstig bewertet.

          Aktie vor breiter Widerstandszone

          Bisher hat der Aktie dies aber nicht sonderlich viel genützt: Sie hat binnen Jahresfrist sich zwar um 17,4 Prozent verbessert, ist aber um 28 Prozent hinter dem Dax zurückgeblieben. Gemessen an dem Geschäftsverlauf und dem Ausblick läßt sich aus diesen Daten ein deutlicher Nachholbedarf herauslesen. Kurspotential würde sich der Titel aus charttechnischer Sicht erschließen, wenn er das bisherige Jahreshoch bei 45,63 Euro übertreffen könnte und bis auf 47,50 Euro vorrücken könnte, denn in diesem Fall bräche er aus dem langfristigen Abwärtstrend aus. Allerdings liegt diese Wegmarke in einer breiten Widerstandszone, die bis etwa 48,30 Euro reicht. Folglich kann der Titel die Kraft, die ihm die aktuellen Zahlen geben, auch gut gebrauchen, um nachhaltig zu klettern.

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