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Chemie : Aktie von Wacker Chemie droht trotz Kurssprung Seitwärtstendenz

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Die Sonne bringt Wacker Gewinn Bild: ddp

Mit einem Kurssprung reagiert die Aktie der Wacker Chemie auf eine deutliche Anhebung der Unternehmensprognosen. Doch bei einer angemessenen Bewertung droht dem Wert derzeit ein Festsetzen in der Handelsspanne.

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          Der Börsengang der Wacker Chemie war einer der wichtigsten in diesem Jahr, war es doch die erste große Emission des Jahres. Zudem war das Papier keine zwei Monate an der Börse, stieg es auch schon in den Nebenwerteindex MDax und ist dort mit einer Marktkapitalisierung von 4,24 Milliarden Euro immerhin der elftgrößte Wert.

          Anfänglich ging alles gut und der Kurs kletterte nach einem Ausgabepreis von 80 und einem Erstkurs von 90 Euro bis auf 120,50 Euro Anfang Mai. Naturgemäß ging die Korrektur nicht spurlos an dem Wert vorüber, vor allem weil wohl viele Anleger die Zeichnungsgewinne er st einmal sichern wollten. Ende Juni erreichte die Notiz bei 75,62 Euro ihr vorläufiges Rekordtief.

          Prognoseerhöhung dank starker Wafer-Nachfrage

          Nachdem sie sich schon in den vergangenen Tagen erholt hatte, verzeichneten die Papier am Dienstag einen Kurssprung um bis zu 9,2 Prozent auf 89 Euro, bevor sie wieder etwas nachgab. Dies war eine Reaktion darauf, daß der Münchener Chemie-Konzern im zweiten Quartal den operativen Gewinn zwar nur leicht steigern konnte, aber vor allem die Ergebnisprognose für das laufende Jahr kräftig erhöhte.

          Von April bis Juni sei das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nach vorläufigen Zahlen um vier Prozent auf rund 191 Millionen Euro geklettert, teilte Wacker am Dienstag mit. Der Umsatz sei gegenüber dem ersten Quartal um vier Prozent auf 830 Millionen Euro gestiegen. Im Auftaktquartal erzielte der Chemiekonzern ein Ebitda von 183,6 Millionen Euro. Vergleichsdaten für das zweite Quartal des vergangenen Jahres liegen bislang noch nicht vor, da Wacker zu diesem Zeitpunkt noch nicht börsennotiert war.

          Indes sieht das Unternehmen in einer starken Nachfrage nach Siliziumscheiben, die als Basis für die Mikrochipindustrie dienen (Wafern) Anlaß genug, die Prognose für das Gesamtjahr anzuheben. „Insgesamt haben sich die Geschäftsaussichten von Wacker weiter verbessert. Wir rechnen für das Gesamtjahr 2006 mit einem Konzernumsatz in der Größenordnung von 3,3 Milliarden Euro“, sagte Finanzvorstand Joachim Rauhut. Das würde einem Zuwachs von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen. Bislang war Wacker für 2006 von einem Umsatzplus von mehr als zehn Prozent ausgegangen.

          Gute Aussichten für Siltronic

          Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll bei derzeitigen Wechselkursen im laufenden Jahr um rund 30 Prozent auf 730 bis 750 Millionen Euro anwachsen. Zuvor war der Chemiekonzern von einem Ebitda zwischen 640 und 680 Millionen Euro ausgegangen. Gegenüber dem bereinigten Ebitda des vergangenen Jahres in Höhe von 567 Millionen Euro entspräche dies einer Steigerung um etwa 30 Prozent.

          Nach Angaben von Rauhut rechnet Wacker nicht nur im Geschäft mit Wafern mit mehr Umsatz und Ertrag als bisher. Daneben erwartet das Unternehmen auch höhere Umsätze bei Silikonen.

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