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Chemie : Aktie von Wacker Chemie droht trotz Kurssprung Seitwärtstendenz

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Für die Wafer-Tochter Siltronic, deren Börsengang 2003 scheiterte, geht Wacker für 2006 von einer Umsatzsteigerung von etwa 35 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro aus. Die Ebitda-Marge soll rund 26 Prozent nach 18 Prozent im vergangenen Jahr erreichen. Das Unternehmen begründete die günstigen Perspektiven mit höheren Preisen und Absatzmengen, vor allem in der zweiten Jahreshälfte. Im zweiten Quartal erzielte Siltronic einen gegenüber dem Vorjahresquartal um 39 Prozent höheren Umsatz von 300 Millionen Euro und ein um 120 Prozent höheres Ebitda von etwa 73 Millionen Euro.

Analysten hatten bereits mehr erwartet

Im Geschäftsbereich Polysilizium prognostiziert Wacker für das Gesamtjahr einen Umsatzanstieg um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr auf rund 320 Millionen Euro. Wesentliche Wachstumstreiber seien unter anderem gesteigerte Ausbeuten, hieß es. Im zweiten Quartal erwirtschaftete der Bereich einen gegenüber dem Vorjahresquartal knapp 14 Prozent höheren Umsatz von rund 78 Millionen Euro und ein um 8,5 Prozent höheres Ebitda von etwa 23 Millionen Euro. Im Gesamtjahr peilt Wacker in der Sparte eine operative Marge von etwa 35 Prozent an.

Nach Analystenprognosen war die Wacker-Aktie vor dem Kursanstieg vom Dienstag mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 18,7 für das laufende und 15,2 für das kommende Jahr immer noch optimistisch bewertet, weil sich darin die Wachstumserwartungen für Halbleiter- und Photovoltaik-Produkte bereits niederschlugen. So gingen die Analysten im Schnitt bislang schon von einem Ebitda von rund 714 Millionen Euro aus, so daß demgegenüber die neuen Unternehmensprognosen lediglich um zwei bis fünf Prozent höher sind. Selbst wenn man die neuen Prognosen eher konservativ einschätzt, sollte man sich hüten die eigenen Erwartungen allzu weit hochzuschrauben.

Geht man daher von einem um fünf Prozent gegenüber den bisherigen Analystenprognosen höheren Gewinn je Aktie aus, so liegt das KGV für das laufende Jahr jetzt bei 19,2, so daß sich also zusätzliche Wachstumserwartungen daran zu knüpfen scheinen.

Seitwärtsszenario nicht unwahrscheinlich

Siltronic und der Geschäftsbereich Polysilizium sollen laut Prognose im laufenden Jahr knapp die Hälfte des Umsatzes erwirtschaften. Rechnet man indes die Ebitda-Prognosen für Siltronic und die Ergebnisse des vergangenen Jahres aus den Gesamtprognosen heraus ergibt sich für die übrige Hälfte des Konzerngeschäfts keine wesentliche Veränderung. Derzeit erscheint die Bewertung insgesamt recht angemessen zu sein.

Charttechnisch geht die Wacker-Aktie seit der Konsolidierung im Mai geht das Papier seitwärts. Ein erster Aufwärtsimpuls läge dann vor, wenn es der Notierung gelänge, das Hoch vom Monatsanfang bei 88,85 Euro zu überwinden.

Doch danach sieht es zumindest am Dienstag nicht aus. Und das wäre ein eher nachteiliges Signal, da auf diese Weise die vergangenen vier Hochs immer niedriger gewesen wären, wohingegen sich bei etwa 76 Euro eine Unterstützungslinie aufzubauen scheint. Daher erscheint eine künftige Seitwärtsentwicklung des Wertes in einer Handelsspanne zwischen 76 und 89 Euro das wahrscheinlichste Szenario, wofür auch die Abflachung der fallenden 38-Tage-Linie spricht. Dann dürften sich an schwächeren Tagen Trading-Gelegenheiten auftun.

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