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Chemie : Aktie der Wacker Chemie könnte vor Konsolidierung stehen

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Wie hell scheint die Sonne künftig für Wacker? Bild: ddp

Gute vorläufige Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr legte der Chemiekonzern Wacker am Donnerstag vor. Doch angesichts wenig konkreter Prognosen und einer hohen Bewertung verwundert nicht, dass die Aktie nach ersten Kursgewinnen ins Minus dreht.

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          Viele Börsengänge des vergangenen Jahres erwiesen sich nicht als die erhofften Erfolge. Ganz abgesehen von der Eutex-Pleite und der Tatsache, dass die Endor AG nur rund sieben Monate nach dem Börsengang den Verlust der Hälfte des Grundkapitals vermeldete, entwickelten sich vor allem die meisten Aktienkurse nicht unbedingt zur Zufriedenheit der Anleger.

          Auch die Wacker Chemie, einer der größten Börsengänge des Jahres 2006, versetzte den Investoren zunächst einen Schrecken, als im Zuge der Mai-Konsolidierung der sich zunächst so positiv entwickelnde Kurs abstürzte und unsanft bei 75,62 Euro und damit deutlich unter der Erstnotiz von 97,50 Euro aufschlug.

          Gute Geschäfte mit der Halbleiterindustrie

          Ab Juli ging es dann wieder nach oben und im Januar übertraf die Notierung erstmals wieder das Mai-Hoch von 120,50 Euro. Auch am Donnerstag legt der Kurs zunächst wieder zu und verbuchte in der Spitze mit einem Plus von 2,6 Prozent ein neues Allzeithoch von 131,50 Euro.

          Hintergrund des neuerlichen Kursanstieg sind nicht nur das freundliche Marktumfeld, sondern auch die ersten Jahresergebnisse, die das Unternehmen seit dem Börsengang vorlegte.

          Gute Geschäfte in der Halbleiterindustrie haben dem Spezialchemiekonzern einen unerwartet hohen Ergebniszuwachs im vergangenen Jahr beschert. Nach vorläufigen Zahlen stieg der Erlös um 21 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich gegenüber dem bereinigten Vorjahresergebnis von 567 Millionen Euro um 38 Prozent auf 785 Millionen Euro noch deutlicher.

          Damit traf das Unternehmen beim Umsatz die Analystenprognosen punktgenau und konnte beim Ergebnis gegenüber der Voraussage von 767 Millionen Euro sogar noch stärker zulegen. Mit den Zahlen übertraf das Unternehmen auch die eigene Ergebnisprognose von zuletzt 730 Millionen bis 750 Millionen Euro. Beim Umsatz wurde die eigene Prognose von 3,3 Milliarden Euro erreicht.

          Auch andere Geschäftsbereiche mit guten Ergebnissen

          Hauptumsatzträger blieb weiterhin die Tochter Siltronic, die Wafer aus Reinstsilizium für die Chipindustrie herstellt. Ihr Erlös wuchs von 925 Millionen Euro im Jahr 2005 auf 1,26 Milliarden Euro. Dabei erzielte das Unternehmen einen Ebitda-Zuwachs von bereinigt 153 Millionen auf 355 Millionen Euro. Im vierten Quartal erzielte Siltronic in einem stabilen Preisumfeld eine deutlich höher Ebitda-Marge von 33 Prozent gegenüber 27 Prozent im entsprechenden Vorjahresquartal.

          Die Sparte Polysilizium konnte nach Unternehmensangaben Umsatz und Ebitda im Gesamtjahr deutlich steigern. Der Bereich habe von zusätzlich verfügbaren Polysilizium-Mengen durch Kapazitätserweiterungen profitiert, erläuterte das Unternehmen. Nach vorläufigen Angaben erzielte die Sparte im Jahr 2006 Erlöse von rund 325 Millionen Euro, was einem Plus von 12,8 Prozent entspricht. Das Ebitda von 115 Millionen Euro lag um rund 28 Prozent über dem des Vorjahres.

          Auch die Chemiebereiche haben besser als erwartet abgeschnitten. Allerdings führten saisonale Effekte im Schlussquartal zu einem etwas schwächeren Geschäftsverlauf als im Vorquartal. Der übliche saisonale Abschwung sei jedoch vor allem durch eine witterungsbedingt stärkere Nachfrage aus dem Bausektor bei Silikonen und Polymeren teilweise ausgeglichen worden.

          Optimistischer Ausblick

          In den Chemiebereichen erwartet Wacker Chemie für 2006 insgesamt Erlöse von 1,95 Milliarden Euro und damit knapp 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Ebitda wird nach vorläufigen Zahlen bei 345 Millionen Euro nach 328 Millionen im Vorjahr liegen.

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