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Charttechnik-Training : Mit dem „Measured Move“ zum Endziel eines Trends

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Zielbestimmung mit „Measured Move” Bild:

„Measured Move“-Berechnung sind bestechend einfach und aus der Charttechnik nicht mehr wegzudenken. Thomas Bopp mit Charttechnik-Training Teil 64.

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          Obwohl die Hauptfunktion von Kurscharts darin besteht, die Richtung von kleineren oder größeren Trends aufzuzeigen, können aus den täglichen Bewegungen auch Kursziele hergeleitet werden. Durch immer wieder kehrende Charakteristiken lassen sich auf verschiedene Arten mögliche Umkehrpunkte errechnen. Eine dieser Möglichkeiten ist die Zielprognose anhand eines „measured Move“.

          Neben der Prognose auf Grund von Formationen wie der Kopf-Schulter-Formation (siehe Link: Kursprognose mit Kopf und Schulter) oder der aussergewöhnlichen „Rule-of-Seven“-Regel (Link: Mit der „Rule of Seven“ in den siebten Himmel) steht dem Anleger damit eine weitere Methode zur Verfügung.

          Leichte Berechnung von Kurszielen

          „Measured Move“ steht übersetzt für berechnende oder gleich bemessende Bewegung und ist kinderleicht aufzuwenden. Anhand dreier Bewegungen wird ein mögliches Kursziel prognostiziert. Die erste Bewegung ist ein starker Aufwärts- oder Abwärtstrend, der an zweiter Stelle eine gleichstarke Korrektur oder Konsolidierung folgt. Zum Dritten setzt sich anschließend die ursprüngliche Bewegung fort.

          Ist dabei das Extrem der ersten Bewegung unter- oder überschritten und damit die Konsolidierung beendet, dann lässt sich das Prinzip des „Measured Move“ anwenden. Man nimmt den Anfangs- und Endwert der ersten Trendbewegung in Punkten und subtrahiert oder addiert diese zum Extremkurs der Gegenbewegung. Das Ergebnis ist das voraussichtliche Kursziel oder anders formuliert der vorläufige Endpunkt des gesamten Trends.

          „Measured Move“ ist für alle Zeitebenen geeignet

          Die beschriebene Methode ist sowohl für langfristige als auch kurzfristige Prognosen anwendbar. So konnte das Tief vom März 2001 im deutschen Aktienindex mit einer Abweichung von nur fünf Punkten exakt vorhergesagt werden.

          Beispiel eins des Dax zeigt die dazu benötigte Berechnung. Es wurde das Allzeithoch als Startpunkt der Abwärtsbewegung vom März 2000 benutzt. Ein Extremtief im Oktober gleichen Jahres mit nachfolgender Gegenbewegung bildete die weitere Grundlage zur Berechnung. Als dann dieses Tief bei 6.297 Punkten unterschritten wurde, konnte gerechnet werden. Der Unterschied von 1.839 Punkten wurde vom Konsolidierungshoch abgezogen. Das so ermittelte Kursziel von 5.346 Punkten sollte dann in den nächsten Monaten erreicht werden. Fast exakt ein halbes Jahr später wurde es im März des nachfolgenden Jahres mit einer Abweichung von fünf Punkten erreicht. Der nachfolgende Anstieg um fast zwanzig Prozent spricht für sich.

          Aktuelles Beispiel

          Wer diese Methode für eine Ansammlung von Zufällen halten sollte, dem zeigt die aktuelle Abwärtsbewegung des Dax-Index vom Juli 2002 im zweiten Beispiel das Gegenteil. Hier wurde anhand des vorhergehenden Kursrutsches ein Ziel von 3.303 Punkten prognostiziert. Vierzig Punkte tiefer kam es zur Trendumkehr mit einem Anstieg von ebenfalls mehr als zwanzig Prozent in gerade einmal sechs Tagen.

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