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Charttechnik-Training : Mit 45-Grad-Linien liegen Chartisten oft richtig

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Mit 45-Grad-Linien lassen sich Charts besser erklären Bild:

Schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts machte W.D. Gann eine wichtige Entdeckung. Teil 69 im Charttechnik-Training zeigt, welche.

          Wer sich tiefer mit dem Thema Charttechnik befasst, wird irgendwann auf die Entdeckungen von W.D. Gann stoßen. Dieser Pionier auf dem Gebiet der Finanzmärkte lebte von 1878 bis 1955 und kombinierte als erster Preis und Zeit. Dank dieser Technik war er einer der wenigen, die schon im Frühjahr 1928 ein Jahr im voraus den Börsencrash für die Wall Street vorhersagten.

          Für Gann ist die 45-Grad-Trendlinie eine der wichtigsten Linien, um Unterstützungs- und Widerstandszonen (siehe Link: Charthürden und Kursanker erkennen) schon weit in die Zukunft blickend vorherzusagen. Startpunkt der Überlegungen sind dabei die in einem Jahr erreichten Kursextreme. Hoch- und Tiefpunkte eines Jahres werden genommen, um die 45-Grad-Linie in die Zukunft zu prognostizieren.

          Hilfe für die Grauzone

          Eine Aufwärtstrendlinie wird vom Jahrestief nach oben eingezeichnet. Das Gegenstück, die Abwärtstrendlinie, wird vom Jahreshoch nach unten gezogen. Selbst wenn der Kurs des entsprechenden Wertes sich weit von dieser Linie entfernt hat, erfolgt irgendwann eine Annäherung.

          Der Vorteil dieser Linie liegt jedoch ganz woanders: Sind alle wichtigen Linien nach unten oder oben durchbrochen, befindet sich der untersuchte Wert charttechnisch im Niemandsland. Kurzum, selbst ausgefuchste Chartanalysten tun sich schwer, Zonen für eine mögliche Trendumkehr auszumachen. Das Konzept von Gann springt in diese Lücke, indem es die möglichen Umkehrpunkte in die Zukunft projiziert.

          Das Beispiel Dax zeigt, wie es funktioniert

          Der unten stehende erste Chart zeigt am Beispiel des Dax die oben erläuterten Linien. Vom Hoch im Januar 2001 wurde eine Abwärtslinie gezogen, die in den beiden nächsten Monaten als Widerstand fungierte. Im September des gleichen Jahres, als es weltweit zum Crash kam, wurde eben diese Linie trotz massiver Kursverluste nur einige Wochen unterschritten. Danach folgte ein neuer Aufwärtstrend.

          Das im September markierte Tief dient als Startpunkt für die hochlaufende 45-Grad-Linie. Und wie sich zeigt, fanden die Kurse im Februar 2002 fast genau auf dieser imaginären Linie Halt.

          Alternative Einsatzmöglichkeiten

          Gann hat zudem noch weitere Einsatzmöglichkeiten aufgezeigt, indem er Hoch- und Tiefpunkte kombinierte. Dabei zieht man eine waagerechte und eine senkrechte Linie an den Extremkursen der einzelnen Jahre. Wo sich diese Linien kreuzen, werden neue 45-Grad-Linien eingezeichnet. Und wie sich zeigt hat in den turbulenten Kursbewegungen des zweiten Halbjahres 2002 wieder eine Gann-Linie im Juni als große Unterstützung gedient.

          Im Gegensatz zu anderen Darstellungsarten darf bei der Analyse von Point & Figure-Charts (siehe Link: P&F-Charts machen kein X für ein O vor) sogar nur diese Variante der Trendbestimmung eingesetzt werden. Grund hierfür ist die fehlende Zeitachse. Der unten stehende zweite Chart zeigt anhand des Dax entsprechende Widerstandslinien. Während im normalen Balken-Chart schon bei Kursen oberhalb von 3.800 Punkten der Abwärtstrend gebrochen ist, zeigt der P&F-Chart etwas ganz anderes - erst ab Kursen über 4.100 Zählern ist mit einem Ende der Abwärtsbewegung zu rechnen.

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