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Charttechnik : Renditen auf Gipfelsturm, Aktien auf Talfahrt

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Die internen Daten der NYSE enthalten ebenfalls Zeichen einer extrem überverkauften Situation, die darauf hindeuten, dass bereits einige kapitulationsähnliche Verkäufe erfolgt sein dürften. Das Verhältnis zwischen dem Volumen fallender Aktien und dem Volumen steigender Aktien an der NYSE erreichte am 7. Juni mit 17,3 den höchsten Wert seit den während des Mini-Crashs im Februar gemessenen 100,6. Das Verhältnis zwischen sinkenden und steigenden Kursen am 7. Juni war das zweithöchste seit März 2003. Außerdem stieg das Verhältnis zwischen Kursverlieren und Kursgewinnern an der NYSE auf 11 - der höchste Wert seit Mai 2004 und der zweithöchste seit der Mini-Krise im Oktober 1997.

Divergenz zwischen den Aktivitäten des „Smart Money“ und der Kleinanleger

In den von uns beobachteten Sentiment-Indikatoren sind die Anteile der Bullen und Bären weiterhin gut gemischt. Auf der negativen Seite sehen wir noch immer hohe Niveaus der OEX-Put/Call-Ratios, während die Niveaus der rein auf Aktienoptionen bezogenen Put/Call-Ratios relativ niedrig sind. Diese Divergenz zwischen den Aktivitäten der professionellen Großinvestoren („Smart Money“) und jenen der Kleinanleger muss sich wahrscheinlich noch auflösen, bevor ein festes Markttief eintritt. Die Umfragen zur Marktstimmung, in denen die Aktivitäten professioneller Investoren gemessen werden, liefern noch immer hohe Optimismuswerte. Wir wetten zwar bevorzugt auf das „Smart Money“, sähen es jedoch auch gerne, wenn der Anteil der Bullen in diesen Umfragen geringer ausfiele.

Auf der positiven Seite zeigt die Anlegerumfrage der Association of Individual Investors (AAII) eine nach wie vor stark ausgeprägte Skepsis seitens der Kleinanleger. Das Short-Interest-Ratio der NYSE befindet sich unterdessen in der Nähe von Rekordhöhen. Außerdem fiel der ISE-Sentimentindex (ISEE) unlängst auf 74, dem niedrigsten und am stärksten überverkauften Wert seit der letzten Talsohle des Marktes im März.

Die Anleiherenditen brachen vergangene Woche gewaltig aus; die Rendite der zehnjährigen amerikanischen Staatsanleihen sprang um 16 Basispunkte auf 5,12 Prozent, dem höchsten Wert dieser Papiere seit Juli 2006. Seit dem 11. Mai zogen die Renditen in nur 19 Handelstagen um 45 Basispunkte an. Dies ist der größte in 19 Tagen erzielte Anstieg seit März 2005.

Die Renditen haben eine relativ breite inverse Kopf-Schulter-Formation vollendet, was in unseren Augen darauf hindeutet, dass der mittelfristige Trend nun solide aufwärts zeigt. Die nächste wichtige Chart-Unterstützung befindet sich bei 5,25 Prozent, dem Höchststand des vergangenen Sommers. Sobald die Renditen in diesen Bereich vorstoßen, werden sie nach unserer Einschätzung in einer Gegentrendbewegung nach unten drehen. Das Sentiment entwickelt sich ziemlich bärisch; der Markt ist hinsichtlich der Renditen stark überkauft und hinsichtlich der Kurse überverkauft.

Auf sehr lange Sicht scheint der große Haussemarkt für Anleihen jedoch vorüber zu sein. Die Renditen brachen in dieser Woche aus einem sehr begrenzten Abwärtskanal aus, was als aufschlussreiche Entwicklung zu werten ist. Dieser Kanal geht bis ins Jahr 1987 zurück, weshalb wir der Meinung sind, dass sich das Ende des 1981 begonnenen Haussemarktes für Anleihen abzeichnet.

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