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Charttechnik : M-Dax-Titel haben Perspektiven

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Bild: F.A.Z.

In den vergangenen Handelstagen hat sich an den Börsen wieder ein freundlicher Grundton herausgebildet. Neuengagements sollten aus technischer Sicht jedoch zunächst weiterhin auf defensive technische Wachstumswerte konzentriert bleiben.

          Seit einigen Monaten stecken wichtige Aktienindizes wie der S&P 500 und der Dax - nach dem Verlassen ihrer idealtypischen Hausse-Trends - in Seitwärtspendelbewegungen fest. An den vergangenen Handelstagen hat sich jedoch schon wieder ein freundlicher Grundton herausgebildet. Bevor die Aktienindizes aber keine konkreten technischen Hinweise auf einen Abschluss dieser Konstellation geben, sollten Neuengagements aus technischer Sicht zunächst weiterhin auf defensive technische Wachstumswerte konzentriert bleiben.

          Neben den zuletzt vorgestellten europäischen Standardwerten liefert auch der M-Dax, in dem die mittelgroßen deutschen Aktien zusammengefasst sind, aktuell einige technische Musterbeispiele für diese Strategie. Hierbei handelt es sich neben Fuchs Petrolub (Vorzüge) und Rational noch um die besonders für technische (Zu-)Käufe interessanten Werte Aurubis, Baywa, Fielmann und Stada.

          Aktie von Aurubis hat Auftrieb

          Der M-Dax-Wert Aurubis (früher Norddeutsche Affinerie) hat seinen Geschäftsschwerpunkt in der Herstellung und Verarbeitung von Kupfer. Der Wert, der im Juli 1998 an die Börse gekommen war, hat sich den Charakter eines defensiven technischen Wachstumswertes erarbeitet. Zwar steckte die Aktie zunächst bis zum Jahr 2004 in einer Seitwärtspendelbewegung oberhalb der Unterstützungszone um 8,3 Euro (bereinigt um Kapitalmaßnahmen) fest, jedoch hat sich seitdem eine langfristige Aufwärtsbewegung herausgebildet. Diese stoppte erst im Juli 2008 bei der Widerstandszone von 38 bis 39 Euro, bevor auch Aurubis von der damaligen Baisse erfasst wurde. Jedoch ergab sich dann nur eine Seitwärtspendelbewegung (Kernzone: 20 bis 30 Euro).

          Im Juli 2009 kam die Aktie mit einem Investmentkaufsignal aus einem Korrektur-Trend heraus und hat seitdem wieder einen Hausse-Trend etabliert. Begleitet von Kaufsignalen, arbeitet die Aktie am Überwinden der Widerstandszone im Umfeld der historischen Höchstkurse. Aurubis, bei der es nach der Aufstockung der Beteiligung durch den Dax-Wert Salzgitter (zuletzt mehr als 25 Prozent) immer wieder eine Diskussion über die Großaktionärsstruktur gibt, bleibt aus langfristiger Sicht ein defensiver (Zu-)Kauf, da das technische Gesamtbild neue Höchstkurse andeutet. Der strategische Sicherungsstopp sollte bei 27 Euro liegen.

          Die Aktie von Baywa konnte in der Baisse der Jahre 2007 bis 2009 die technische Neubewertung der Vorjahre (2003 bis 2007; Kursanstieg von 4,4 auf 47,7 Euro) nicht durchhalten. Der Geschäftsschwerpunkt von Baywa ist der Handel mit land- und forstwirtschaftlichen Produkten, Agrarbetriebsmitteln sowie Baustoffen und Mineralölen. Die Zwischenbaisse endete im März 2009 bei Kursen um 13,9 Euro. Zunächst war es Baywa gelungen, im August 2009 die technische Bodenformation mit einem Investmentkaufsignal zu verlassen. In den Folgemonaten bildete sie einen idealtypischen moderaten Hausse-Trend heraus. Aktuell steckt die Aktie in einer trendbestätigenden Konsolidierung unterhalb der Widerstandszone von 28 bis 29 Euro fest. Da die technische Gesamtlage eine Fortsetzung des moderaten Hausse-Trends andeutet, bleibt Baywa ein konservativer technischer (Zu-)Kauf. Trotz der attraktiven technischen Ausgangssituation sollte jede Baywa-Position mit einem strategischen Sicherungsstopp bei 23 Euro belegt werden.

          Fielmannaktie gehört zu den technischen Marathonläufern

          Fielmann gehört zu den technischen Marathonläufern - das steht für Aktien in sehr langfristigen Aufwärtsbewegungen. Der Geschäftsschwerpunkt liegt hier in der Herstellung von Sehhilfen aller Art und dem Handel damit. Nach dem Börsengang im September 1994 war der Wert zunächst allerdings fast zehn Jahre nicht aus einer Seitwärtspendelbewegung unterhalb der Widerstandszone um 22 Euro (bereinigt um Kapitalmaßnahmen) herausgekommen. Erst das übergeordnete Investmentkaufsignal zum Jahreswechsel 2003/2004 - damals bei 18 Euro - hat die technische Erfolgsgeschichte eingeläutet.

          Im Anschluss daran hat die Aktie einen idealtypischen Hausse-Trend etabliert, wobei der Wert im Zuge der technischen Neubewertung bis auf 53,5 Euro (Februar 2007) stieg. Diese technische Neubewertung machte danach eine dreijährige Pause (Seitwärtspendelbewegung unterhalb der gestaffelten Widerstandszone von 53 bis 54 Euro). In den vergangenen Wochen ist Fielmann mit einem sehr ausgeprägten Investmentkaufsignal aus dieser übergeordneten, trendbestätigenden Konsolidierung herausgekommen, so dass die technische Neubewertung wiederaufgenommen wurde. Auch wenn die Aktie zuletzt durch die Aufwärtsrally bis 60 Euro kräftig gestiegen ist, bleibt Fielmann - der Wert weist zusätzlich eine Dividendenrendite von 3,2 Prozent auf - ein technischer (Zu-)Kauf, da das nächste langfristige technische Etappenziel in der Zone von 68 bis 70 Euro liegen sollte. Der strategische Sicherungsstopp für eine Fielmann-Position sollte bei 48 Euro liegen.

          Der Generika-Hersteller Stada konnte in der Baisse im Jahr 2008/2009 den vorherigen technischen Neubewertungsprozess (von 1999 bis 2007; Kursanstieg von 7 auf 51,4 Euro [bereinigt um Kapitalmaßnahmen]) nicht durchhalten und kam mit einer Baisse kräftig unter Druck. Nach dem Kurseinbruch, der im März 2009 mit einem technischen Ausverkauf ("Sell-off") bei Kursen um 10 Euro endete, lief die Aktie zunächst in eine technische Bodenformation - unterhalb der Widerstandszone um 18 Euro - hinein. Im September des Jahres 2009 gelang es Stada, mit einem Investmentkaufsignal die Bodenformation zu verlassen und einen Hausse-Trend (Hausse-Trendlinie aktuell bei rund 24 Euro) zu etablieren. Zuletzt hat Stada die mittelfristige, trendbestätigende Konsolidierung unterhalb von 26,8 Euro mit einem neuen Kaufsignal verlassen. Da die technische Gesamtlage bei Stada auf eine Fortsetzung der Hausse und eine Kursetablierung deutlich oberhalb von 30 Euro hindeutet, bleibt Stada ein technischer (Zu-)Kauf (strategischer Sicherungsstopp bei 23 Euro).

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