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Charttechnik : Kursgewinne trotz stark steigender Ölpreise

  • -Aktualisiert am

Die Standardwerte-Indizes sind aus ihren jüngsten Kursspannen ausgebrochen und erreichten beinahe neue Jahreshochs. Mark Arbeter von S&P rechnet jedoch trotzdem nicht mit einem dauerhaften Aufwärtstrend.

          Am Freitag vormittag erreichte der S&P 500 mit einem Tageshoch von 1.219,55 Punkten seinen bisher höchsten Stand seit 8. März. Damit kam er seinem Jahreshoch vom 7. März mit einem Tageshoch von 1229,11 und einem Schlußstand von 1225,31 Zählern sehr nahe.

          Der Dow Jones erreichte am Freitag ein Tageshoch von 10.656,29 Punkten und damit den höchsten Stand seit dem 21. März. Sein Jahreshoch hatte der Dow am 4. März bei 10.940,5 Zählern. Am darauffolgenden Handelstag erreichte der Index sein höchstes Tageshoch mit 11.027,2 Punkten.

          Nebenwerte-Indizes laufen besser

          Während die Standardwerte-Indizes Mühe haben, ihre zyklischen Bullenmarkthochs wieder zu erreichen, stehen andere Indizes nach wie vor glänzend da. Der S&P MidCap 400 erreichte in der vergangenen Woche seinen bisher höchsten Stand überhaupt; der Dow Jones Utility Index verzeichnete ein neues Kurserholungshoch und befindet sich auf dem höchsten Stand seit Juni 2001. Seit seinem Tief im Oktober 2002 ist der Index um etwa 124 Prozent gestiegen.

          Ölpreis mit Spielraum nach oben

          In Anbetracht der Rohölpreisentwicklung in der vergangenen Woche ist die Performance auf dem Aktienmarkt unserer Ansicht nach mit Sicherheit noch recht ordentlich ausgefallen. Die Preise für Rohöl sind im Vergleich zur Vorwoche um etwa fünf Dollar pro Barrel bzw. um über neun Prozent gestiegen und schlossen auf dem bisher höchsten Stand aller Zeiten bei 58,47 Dollar. Verglichen mit dem jüngsten Tiefstand von 46,80 Dollar am 20. Mai ist der Rohölpreis um satte 25 Prozent gestiegen. Seitdem haben alle wichtigen Aktienindizes dennoch zugelegt.

          Der Rohölpreis stößt bei 60 Dollar auf leichten Trendlinienwiderstand, der auf die Spitzenwerte von Oktober 2004 und April 2005 zurückgeht. Langfristig liegt ein deutlicher Trendlinienwiderstand bei 66 Dollar, abgeleitet aus den Spitzenwerten von Februar 2003 und Oktober 2004. Die Momentumindikatoren auf Wochen- und Monatsbasis sind bullish und noch nicht überkauft, wodurch unserer Meinung nach bei Rohöl ein gewisser Preisspielraum nach oben entsteht.

          S&P 500 wird Widerstand testen

          Kurzfristig gesehen glauben wir, daß der S&P 500 sein Kurserholungshoch von 1.225 Punkten testen wird. Wird dieses Niveau überboten, zielt der Index auf den Bereich bei 1.253 Zählern, was einem Retracement von 61, 8 Prozent des Bärenmarktes entspricht. Ein weiteres Fibonacci-Retracement, basierend auf der Breite der letzten Konsolidierung, zielt auf den Bereich bei 1.280 Punkten. Dort trifft der Index auch auf Chartwiderstand, der auf das Jahr 2001 zurückgeht. Unmittelbare Chartunterstützung liegt zwischen 1.190 und 1.205 Zählern, kurzfristige Trendlinienunterstützung findet sich bei 1.195 Punkten.

          Nasdaq hat Luft

          Der Nasdaq ist zum sechsten Mal in diesem Jahr an der Marke von 2.100 Punkten gescheitert. Solange dieser kritische Punkt nicht überwunden ist, halten wir es für unwahrscheinlich, daß der Rest des Marktes mehr Dynamik nach oben entwickelt. Unmittelbare Chartunterstützung liegt bei 2.050 Punkten, mit einer ganzen Reihe mittel- und langfristiger gleitender Durchschnitte im Bereich zwischen 2.017 und 2.032 Punkten. Sowohl der Nasdaq als auch der S&P 500 haben ihr kurzfristig überkauftes Niveau hinter sich gelassen. Wir glauben daher, daß es bei beiden einen gewissen Spielraum nach oben gibt.

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