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Charttechnik : Dem Todeskreuz folgt das Hindenburg-Omen

Das Ende der Luftschiffahrt und ein böses Omen Bild: AP

Die technische Aktienmarktanalyse bietet so manchen ausgefallenen Indikator. Jetzt ist nach dem „Todeskreuz“ auch das „Hindenburg-Omen“ aufgetreten. Untergangspropheten haben Zukunft - und manchmal auch Recht.

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          Anlegern, die etwas ausgefallene technische Indikatoren ernst nehmen, müsste beim Blick auf den amerikanischen Aktienmarkt das Grausen kommen. Denn nicht nur ließ sich dort vor wenigen Wochen ein „Todeskreuz“ beobachten, als die 50-Tage-Linie von oben die 200-Tage-Linie des S&P-Index durchschnitt (F.A.Z. vom 3. August).

          Am vergangenen Donnerstag zeigte der amerikanische Aktienmarkt zudem das sogenannte „Hindenburg-Omen“, das ebenfalls als ein Anzeichen für eine Baisse, wenn nicht sogar für einen regelrechten Börsenkrach gilt. Benannt ist es nach dem Absturz des Zeppelins „Hindenburg“ im Jahre 1937 im amerikanischen Lakehurst.

          Nichts ist bewiesen

          Das Hindenburg-Omen besteht aus fünf zum Teil etwas komplizierten Bedingungen. Eine Bedingung lautet, dass von den rund 3000 an der New Yorker Börse gehandelten Aktien mindestens 2,2 Prozent ein neues 52-Wochen-Hoch und mindestens 2,2 Prozent ein neues 52-Wochen-Tief erreichen müssen. Eine weitere Bedingung schreibt vor, dass die Zahl der 52-Wochen-Hochs nicht mehr als doppelt so hoch sein darf wie die Zahl der 52-Wochen-Tiefs.

          Doch wichtiger als die Logik hinter diesen beiden und den verbleibenden drei Bedingungen ist die Logik des Gesamtkonzepts: Das Hindenburg-Omen soll eine Phase an der Börse beschreiben, in der sehr viele unentschlossene und wetterwendische Anleger handeln. Dies gilt den Anhängern des „Omens“ als ein Anzeichen für eine bestehende Trendumkehr und in diesem Falle als Ankündigung eines Baissetrends.

          Wie alle technischen Konzepte kann das Hindenburg-Omen keinen Anspruch auf wissenschaftlichen Gehalt oder Fehlerfreiheit erheben. Die Vergangenheit belegt, dass dieses „Omen“ manchmal korrekt lag, manchmal aber auch nicht. So sagte das „Omen“ den Börsenkrach von 1987 voraus, während es in den Jahren 2005 und 2006 mehrere Fehlsignale gab. Andererseits hat es in den vergangenen Jahrzehnten keinen schweren Kurseinbruch am Aktienmarkt gegeben, dem nicht ein Hindenburg-Omen vorausgegangen wäre.

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