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Charttechnik : Aktien: Wohin nach den Rekordhöhen?

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Welche Signale geben die Charts? Bild:

Der S&P-500 könnte zunächst an eine Obergrenze im Bereich zwischen 1.540 und 1.560 Zählern stoßen, nach einigen Monaten jedoch die 1.600-Punkte-Schwelle überschreiten, denkt Markttechniker Mark Arbeter von S&P.

          Nach sieben Jahren und zwei Monaten oder knapp 1.800 Handelstagen ist der S&P-500 nach langem und beschwerlichem Aufstieg wieder auf jenem Gipfel angelangt, den er zuletzt während des Höhepunkts der Technologieblase im März 2000 erklommen hatte. Wie aber geht es nun weiter?

          Bevor wir einen Blick in unsere zuletzt etwas überstrapazierte Kristallkugel wagen, müssen wir uns zunächst einige interessante Zahlen ansehen, aus denen die Unterschiede im S&P-500 während der Höchststände vom März 2000 und Mai 2007 hervorgehen. Zahlen sind mein Steckenpferd, ich bitte also um ein wenig Nachsicht für meine Zahlenreiterei.

          Finanzwerte sind im Index zu Schwergewichten geworden

          Das Kurs-Gewinn-Verhältnis im S&P-500 lag im März 2000 bei fast 28, heute beträgt das KGV 17. Die Dividendenrendite befand sich bei 1,12 Prozent gegenüber den derzeitigen 1,8 Prozent. Der Cashflow der S&P-500-Unternehmen als Prozentsatz des Marktwertes stieg von seinerzeit 2,5 Prozent auf nun 5,8 Prozent. Der damalige größte Aktienwert war Microsoft mit einer Marktkapitalisierung von 553 Milliarden Dollar, heute ist es Exxon Mobil mit einer Marktkapitalisierung von 465 Milliarden Dollar.

          Interessanter ist nach unserer Ansicht indes der jeweilige Anteil der zehn Sektoren des S&P-500 an der Index-Zusammensetzung. Im März 2000 machte sich der Informationstechnologiesektor mit kolossalen 34,5 Prozent im Index breit (wenn das rückblickend kein Alarmsignal war!). Gegenwärtig stellt dieser Sektor 15 Prozent des Index'.

          Seinerzeit hatten drei Sektoren einen mindestens elfprozentigen Anteil am S&P-500: Informationstechnologie, Finanzwerte und dauerhafte Konsumgüter. Auf dem heute breiteren Markt sind es deren sechs: Finanzwerte, Informationstechnologie, Gesundheitswesen, Industrie, Energie und dauerhafte Konsumgüter. Mit 21,4 Prozent sind Finanzwerte das heutige Schwergewicht des Index'. Sieben der zehn Sektoren machen mittlerweile zusammen einen größeren Teil des Index' aus als im März 2000.
          Nach dem Vorstoß des S&P-500 auf ein Allzeithoch hat der Markt sämtliche potentiellen Widerstände aus dem Weg geräumt, was in unseren Augen als sehr positiv zu werten ist. Jeder, der in den Index investiert hat, kann sich über Gewinne freuen, weshalb es Anleger mit dem Verkaufen nicht eilig haben.

          Da sich der Index mittlerweile über seinem früheren Hoch befindet, gestalten sich Prognosen des weiteren Kursverlaufs indes etwas schwieriger. Gegenwärtig ist für eine Kursschätzung weder Chart- noch Trendlinienwiderstand vorhanden. Für kurzfristige Prognosen greifen wir deshalb auf einige Daten der Terminmärkte zurück, die sich bei der Bestimmung potentieller Unterstützungs- und Widerstandsbereiche für die maßgeblichen Indizes bislang als recht verlässlich erwiesen haben. Da der nächste Optionsverfall im Juni erfolgt, konzentrieren wir uns auf die offenen Positionen jenes Monats. Hohe Niveaus offener Call-Positionen über dem aktuellen Kurs können eine kurzfristige Obergrenze für den Markt bilden, während große Mengen offener Put-Positionen unter dem aktuellen Kurs als starke kurzfristige Marktunterstützung dienen können

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