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Großaktionär : Buffett räumt „Riesenfehler“ bei Tesco ein

Tesco ist die größte Supermarktkette Großbritanniens Bild: Reuters

Für den britischen Supermarktriesen ging es an der Börse in den vergangenen Jahren nur noch bergab. Warren Buffett, einer der größten Tesco-Aktionäre, gießt nun noch einmal Öl ins Feuer.

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          Eigentlich hat der gebeutelte britische Supermarktriese Tesco Probleme genug – nun senkt auch noch einer bekanntesten Investoren der Welt den Daumen über das Unternehmen: Es sei ein „Riesenfehler“ gewesen, die Tesco-Aktie zu kaufen, sagte der 84 Jahre alte amerikanische Geldanlage-Guru Warren Buffett in einem Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender CNBC. Der Aktienkurs des krisengeschüttelten Einzelhändlers fiel am Freitag in London zeitweise um 4,5 Prozent, nachdem Analysten über eine mögliche Kapitalerhöhung spekuliert hatten.

          Marcus Theurer
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway ist mit einem Anteil von knapp 4 Prozent einer der größten Tesco-Aktionäre. Der Investor ist im Jahr 2007 eingestiegen. Seither ging es an der Börse steil bergab für den drittgrößten Lebensmitteleinzelhändler der Welt: Allein seit dem Frühjahr 2013 hat sich der Wert der Tesco-Aktie mehr als halbiert. Auslöser des Kursrutsches war eine Serie von Gewinnwarnungen.

          Der Konzern galt über viele Jahre hinweg als eines der erfolgreichsten europäischen Handelsunternehmen, ist aber nach einer Überexpansion und wachsender Konkurrenz durch die Billigketten Aldi und Lidl in Bedrängnis geraten. Im Sommer musste wegen der Misere Vorstandschef Philip Clarke gehen. Sein Nachfolger Dave Lewis hat mit weiteren Rückschlägen zu kämpfen: Vergangene Woche gestand Tesco ein, das im August veröffentlichte Halbjahresergebnis sei – aus bislang ungeklärtem Grund – um eine Viertelmilliarde Pfund zu hoch ausgewiesen worden. Die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA hat ein Untersuchungsverfahren eingeleitet.

          Der leidgeprüfte Großaktionär Buffett setzt nun lieber auf Auto- statt auf Lebensmittelhändler: Für einen geschätzten Kaufpreis im niedrigen einstelligen Milliardenbereich übernimmt seine Berkshire Hathaway die Van Tuyl Group, den führenden, nicht börsennotierten Autohändler in den Vereinigten Staaten. Buffett erwartet, dass die Branche vor der Konsolidierung steht und das Unternehmen dadurch kräftig wachsen wird.

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