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Schwaches Pfund : Diese britischen Aktien sind jetzt für Anleger attraktiv

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Eine Ölplattform von Shell in der Nordsee. Die Aktie des Unternehmens spürt die Brexit-Folgen nicht. Bild: dpa

Großbritanniens Börse ist derzeit ein spannendes Parkett. Auf der einen Seite das düstere Brexit-Szenario und ein Pfund auf Rekordtief. Auf der anderen Seite ein haussierender Aktienmarkt. Wie passt das zusammen?

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          Interessantes spielt sich derzeit in Großbritannien an der Börse ab. Während in den Medien zu lesen ist, dass der Brexit im Frühjahr starten könnte, das britische Pfund daraufhin unter die Räder kommt und den tiefsten Stand seit 31 Jahren markiert, kann wiederum der britische Aktienleitindex FTSE 100 fast ein neues historisches Hoch markieren. Erst am Dienstag hatte der Index den im April 2015 erreichten Rekord von 7122 Punkten nur um einen Punkt verfehlt, konnte aber eine neue historische Bestmarke auf Schlusskursbasis aufweisen.

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          Auf den ersten Blick verblüffend, auf den zweiten dann aber nachvollziehbar. Am Aktienmarkt selbst wurde der Kursgewinn auf dem Londoner Parkett vor allem mit dem schwächeren britischen Pfund begründet. Händler verwiesen darauf, dass eben ein schwaches Pfund Geldanlagen für ausländische Investoren attraktiver mache und zudem den Export stütze. Zuvor hatte Premierministerin Theresa May angekündigt, die Verhandlungen zum EU-Austritt Großbritanniens spätestens Ende März beginnen zu wollen.

          GBP/EUR

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          Auf der britischen Insel scheinen Anleger dennoch die Sorgen vor den Brexit-Folgen gut abschütteln zu können. Ein Blick auf die Unternehmen, die im „Footsie“ (FTSE 100) gelistet sind, zeigt auf, dass der britische Leitindex aber nur bedingt die wirtschaftliche Situation der Briten widerspiegelt. Denn im FTSE 100 sind vor allem die großen börsennotierten Konzerne gelistet, die ihre Umsätze und Gewinne außerhalb der britischen Insel erwirtschaften. Die Situation am eigenen Heimatmarkt ist für deren Geschäft nicht von überragender Bedeutung.

          Die großen globalen Konzerne trifft der Brexit kaum

          Zu diesen Konzernen gehören die Ölkonzerne BP und Shell, der Bergbaukonzern BHP Billiton, die Pharmaziewerte Astra-Zeneca sowie Glaxo-Smith-Klein, der Spirituosenhersteller Diageo oder der Brauereikonzern SAB Miller. Sie alle sind international ausgerichtete Unternehmen. Viele von ihnen wie beispielsweise die Ölkonzerne BP und Shell bilanzieren zudem in Dollar und nicht in britischem Pfund. Die negativen Brexit-Folgen und damit einhergehend ein schwaches Pfund treffen sie kaum. Sie stützen aber zugleich den FTSE 100, da diese Konzerne von ihrer Marktkapitalisierung zu den Schwergewichten des Leitindex gehören.

          ROYAL DUTCH SHELL A EO-07

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          Genau diesen Umstand haben sich viele Anleger am britischen Aktienmarkt schon unmittelbar nach dem Brexit-Referendum zu Nutze gemacht. Sie investierten in UK-Unternehmen, die global ausgerichtet sind, in Dollar bilanzieren, aber deren Aktien in britischen Pfund in London an der Börse notieren. Quasi über Nacht gab es dort wahre Schnäppchenpreise und niedrige Bewertungen für viele Aktien, die auch heute - Monate nach dem Brexit-Entscheid der Briten - immer noch viele langfristige Investoren anlocken.

          Es gibt aber auch große Verlierer im aktuellen Börsenszenario. Dazu gehören unter anderem Fluggesellschaften und Banken. Denn beide Branchen sind mit der britischen Binnenkonjunktur eng verbunden, ein freier Marktzugang wäre nach einem Brexit-Vollzug im kommenden Frühjahr keine wirtschaftliche Selbstverständlichkeit mehr. Anleger meiden entsprechend solche Aktien, bei denen mittel- bis langfristig Unsicherheiten in einer solchen Form zu erwarten sind.

          Einem FTSE 100-Index werden diese Aktien aber gleichwohl nicht so stark hinunterziehen können. Dieser befindet sich aktuell trotz aller Brexit-Szenarien, gemessen an der 200-Tage-Linie, in einem intakten langfristigen Aufwärtstrend. Britische Aktien sind daher weiterhin eine durchaus attraktive Wahl für einen Anleger, der aktives Stock Picking betreibt.

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