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Brasilien : Bester Börsenstart seit 1992 ist weitgehend verpufft

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Mit Kurs- und Währungsgewinnen von bis zu 28 Prozent konnten europäische Anleger mit einem Indexfonds auf brasilianische Aktien ins Jahr 2009 starten. Inzwischen ist dieKurzzeitrally jedoch zumindest ein lokaler Währung verpufft.

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          Mit Kurs- und Währungsgewinnen von insgesamt bis zu 28 Prozent konnten europäische Anleger mit einem Indexfonds auf brasilianische Aktien ins laufende Jahr starten. Inzwischen ist diese Kurzzeitrally jedoch zumindest ein lokaler Währung weitgehend verpufft.

          Der Bovespa liegt inzwischen nur noch knapp fünf Prozent über dem Stand, mit dem er in das neue Börsenjahr gestartet war. Dagegen liegen europäische Anleger noch deutlicher im Plus, da der brasilianische Real einen Teil der Kursgewinne der vergangenen vier Wochen gegen den Euro halten konnte.

          Ausländische Anleger können kurzfristig Währungsgewinne verbuchen

          So liegt der iShares MSCI Brazil (Isin DE000A0HG2M1) am Freitag noch 12,4 Prozent über dem Stand, mit dem er das vergangenen Jahr beendet hatte. Der db x-trackers MSCI Brazil TRN Index ETF (Isin LU0292109344) liegt zehn Prozent über dem entsprechenden Vergleichswert. Der Real hat seit Ende des vergangenen Jahres gegen die europäische Einheitswährung unter dem Strich rund 4,5 Prozent aufgewertet

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          Dem besten Auftakt seit dem Jahr 1992 folgte der Einbruch: Während der Bovespa Index in den ersten drei Handelstagen von Zuflüssen aus dem Ausland profitierte und 13 Prozent stieg, setzten sich in der Folge Konjunkturbedenken durch. Analysten senkten ihre Wachstumsprognosen, der Bovespa gab bis zum Donnerstag 8,3 Prozent wieder ab. Über die weiteren Aussichten für brasilianische Aktien sind Marktbeobachter uneins

          In den ersten Tagen verzeichneten brasilianische Aktien Nettozuflüsse aus dem Ausland in Höhe von 961,1 Millionen Real oder umgerechnet rund 307 Millionen Euro, wie aus Daten der Börse von São Paulo hervorgeht. Erstmals seit Mai des vergangenen Jahres kauften ausländische Investoren auf Wochenbasis wieder mehr Aktien als sie verkauften.

          Die Schwäche der brasilianischen Währung habe die Aktien für Investoren aus dem Ausland attraktiv gemacht, erklärt Fondsmanager BillionenRudman von WestLB Mellon Asset Management in London. Seit Anfang August hat der Real zum Dollar 34 Prozent an Wert verloren und zum Euro 27 Prozent. Als Kaufargument hinzu kam die günstige Bewertung brasilianischer Aktien: Nach den Abschlägen von 2008, als der Bovespa 41 Prozent verlor, war das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis auf 9,2 gefallen, nach 17,29 im Mai. „Viele Anleger hatten Angst, eine gute Chance zu verpassen“, sagt Martin Herbon, Portfolio-Manager für Lateinamerika bei Union Capital SA. „Es lässt sich immer nur schwer abschätzen, wann ein Markt eine Talsohle durchschritten hat.“

          Nach dem turbulenten Start verdarben allerdings schlechte Zahlen und Beurteilungen den Brasilien-Anlegern die Laune. Nach Angaben des nationalen Statistikamtes (IBGE) ist die Industrieproduktion im November 2008 im Vorjahresvergleich um 6,2 Prozent gesunken. Dies war der stärkste Produktionsrückgang seit Dezember des Jahres 2001. Die Kürzung der Produktion ist damit wesentlich stärker ausgefallen als von den Analysten erwartet, die im Durchschnitt mit einem Rückgang um 4,3 Prozent gerechnet hatten. Überdurchschnittlich sanken die Produktionszahlen für Computer um 20 Prozent und für Kraftfahrzeuge um 18 Prozent. 22 von insgesamt 27 Branchen des industriellen Sektors verzeichneten Produktionsrückgänge, erläutert Heinz Mewes von LatAmConsult.

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