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Branchenperformance : Zyklischer Stimmungswandel im Oktober

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Im Oktober konnte die zyklische Technologiebranche punkten, während die Banken abgestraft wurden.

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          Der Oktober war auch aus Branchensicht ein explosiver Monat. Legte der CDax Performance Index immerhin 10,04 Prozent zu, brachte es die Softwarebranche auf ein Plus von über 70 Prozent und führt damit das Ranking klar an. Der zweitgrößte Gewinner im CDax ist die Technologiebranche mit einem Gewinn von 40 Prozent. Ein ähnliches Bild bietet sich beim Dow Jones Euro Stoxx, der im Oktober 9,73 Prozent zugelegt hat. Auch hier war der größte Gewinner die Technologiebranche mit 35 Prozent Plus.

          Von der zweiwöchigen Aktienmarkt-Rally im Oktober haben also vor allem zyklische Branchen wie Technologie oder Telekommunikation profitiert. Auch die Finanzdienstleister lebten auf und konnten im CDax 14,17 Prozent und im DJ Euro Stoxx 14,43 Prozent zulegen. Die zyklischen Konsumgüter machten ihrem Namen alle Ehre und hielten mit einem Plus von 20,74 Prozent im vorderen Bereich mit, während die antizyklischen Konsumgüter mit 0,44 Prozent leicht im Minus landeten.

          Den Banken geht es an den Kragen

          Der größte Verlierer im CDax waren die Banken, obwohl das Minus von 6,37 Prozent im Vergleich zum Septemberverlust von von satten 29 Prozent schon fast harmlos anmutet. Grund dürfte hier weiterhin die Sorge um das schwache Kreditgeschäft sein. Die roten Zahlen der Deutschen Bank bieten weitere Anhaltspunkte für eine mögliche Bankenkrise, so dass dieser Sektor zumindest in Deutschland auch weiterhin unter Druck stehen dürfte. Im DJ Euro Stoxx konnte die Branche hingegen im vergangenen Monat 9,72 Prozent zulegen.

          Vergleichsweise wenig heftig hat die defensive Nahrungsmittelbranche auf die Oktober-Rally reagiert. Im CDax gibt es ein moderates Minus von 0,33 Prozent zu verzeichnen und im DJ Euro Stoxx gewann die Branche 4,77 Prozent. Im Vormonat waren die Verluste in diesem Sektor geringer gewesen als in anderen Branchen, sodass die Nahrungsmittelbranche in der Performance seit Jahresbeginn weiter an der Spitze liegt: Im CDax verliert der Sektor „nur“ 0,23 Prozent, im DJ Euro Stoxx 6,63 Prozent.

          Defensive Branchen werden links liegengelassen

          Die defensiven Versorger konnten ebenfalls nicht an der Rally partizipieren und liegen mit einem leichten Minus am unteren Ende der Skala, nachdem sie bei den drastischen Verlusten im September noch zu den erfreulicheren Branchenperformances gezählt hatten.

          Die Gewinne des Oktobers reichen auch nicht aus, um die Jahresverluste auszugleichen. Bei der Jahresperformance gehören bei beiden Indizes die Versicherungs-, Finanzdienstleistungs-, Medien- und Technologiebranche zu den ganz großen Verlierern im zweistelligen Prozentbereich. Auf Jahressicht ist auch nach dem Oktober keine einzige Branche im grünen Bereich, lediglich bei den Nahrungsmitteln besteht Hoffnung, dass dieses Kunststück bis Jahresende noch gelingen könnte.

          Wankelmütige Stimmung an den Märkten

          Im Großen und Ganzen scheinen die Gewinne des Oktobers sehr stimmungsgetragen gewesen zu sein, so dass gerade die vorher geprügelten Branchen zulegen konnten und „langweilige“ defensive Werte erst einmal weniger beachtet wurden. Dass diese Stimmung auch ganz schnell wieder ins Gegenteil umschlagen kann, beweist die Bankenbranche, die noch im August an der Spitze mitmischte, während die Versicherungen wegen der Hochwasserkatastrophe abgestraft wurden. Im Oktober ist es nun genau andersherum, so dass sich an der Jahresperformance in der Tat wenig ändert.

          Die defensiven Branchen scheinen also im aktuellen Marktumfeld immer noch der beste Tipp zu sein.

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