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Branchenanalyse : Positive Prognose für die Pharmabranche

  • -Aktualisiert am

Bild: S&P

Mit Blick auf das Kursmomentum und die soliden Fundamentaldaten bescheinigen die Aktienanaysten von S&P den Pharmawerten eine robuste Gesundheit. Favoritenwerte: King Pharmaceuticals und Novartis.

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          Im vergangenen Monat erhöhte sich die relative Stärke des Pharma-Branchenindex' innerhalb des S&P-1500 von drei auf vier. Dies bedeutet einen Anstieg seiner Kursperformance der zurückliegenden zwölf Monate in den oberen 30-Prozent-Bereich aller 136 Branchenindizes des S&P-1500 (der die Aktienwerte des S&P-500, des S&P-MidCap 400 und des S&P-SmallCap 600 umfasst). Drei Monate zuvor befand sich der Teilsektor noch im Bereich der mittleren 40 Prozent.

          Im Jahresverlauf bis zum 13. April stieg der S&P-Branchenindex für Pharmawerte um 5,9 Prozent gegenüber einem dreiprozentigen Anstieg des S&P-1500. Im Jahr 2006 blieb die Wertentwicklung des Pharmaindex' mit einer Steigerung von 12,4 Prozent leicht hinter dem Marktwachstum des S&P-1500 (13,3 Prozent) zurück.

          Nach Einschätzung der S&P-Aktienanalysten sind auch die fundamentalen Aussichten dieser Branchengruppe positiv. Werfen Sie einen Blick auf das beiliegende Schaubild. Zur Erläuterung: Die blaue Linie stellt die rollierende 52-Wochen-Kursentwicklung des Teilindex' im Verhältnis zur 52-Wochen-Kursentwicklung des S&P-1500 dar. Punkte oberhalb der 100 zeigen eine über dem S&P-1500 liegende Wertentwicklung des Sektors gegenüber dem Vorjahr, während Punkte unterhalb der 100 eine unter dem S&P-1500 liegende Wertentwicklung wiedergeben. Die rote Linie ist ein rollierender gleitender Neunmonatsdurchschnitt, während die beiden grünen Linien die Standardabweichung über und unter der langfristigen mittleren relativen Stärke des Index' anzeigen.

          Bild: FAZ.NET

          Positive Aussichten für die Gewinnentwicklung der Unternehmen

          Herman Saftlas, der diese Branchengruppe für S&P analysiert, sieht die fundamentalen Aussichten des S&P-Pharmaindex' positiv. Er geht davon aus, dass die diesjährigen Gewinne für das erste Quartal durch Rückenwind von Mengenzuwächsen, Preissteigerungen und Kostensenkungsmaßnahmen im Vorjahresvergleich gut abschneiden dürften. Daneben sollte der Gewinn pro Aktie vieler Unternehmen von Aktienrückkaufprogrammen profitieren.

          Im amerikanischen Kongress treiben die Demokraten Initiativen voran, um die Arzneimittelpreise im Rahmen des „Medicare Part D“-Programms einzufrieren, verfügen nach Ansicht von Saftlas jedoch nicht über die erforderliche Stimmenanzahl, um das von Präsident Bush erwartete Veto außer Kraft zu setzen. Nach Einschätzung von S&P werden Anleger diesem Sektor angesichts seiner Rezessionsresistenz und dem erwarteten positiven Gewinnmomentum in den kommenden Quartalen weiterhin ihre Gunst erweisen. Zu den Haupttreibern der positiven Entwicklung zählen Saftlas zufolge der verbesserte Produktfluss, die Kostensenkungsmaßnahmen und die Aktienrückkaufprogramme.

          Saftlas rechnet damit, dass die Zahl der von der amerikanischen Nahrungs- und Arzneimittelbehörde (FDA) zugelassenen neuen pharmazeutischen Wirkstoffe im laufenden Jahr auf dem Niveau von 2006 (18 Zulassungen) liegen wird. Er geht ferner davon aus, dass viele Pharma-Aktien attraktive Kurs-Gewinn-Verhältnisse und Dividendenrenditen aufweisen.

          Wachstumsfaktoren: Demographischen Entwicklung und Generika-Pipelines

          Trotz kurzfristiger Unsicherheiten in Form von Arzneimittelpreisen und auslaufenden Patenten zählt der Pharmasektor für S&P nach wie vor zu den robustesten und margenträchtigsten Branchen der Vereinigten Staaten. Unterstützung der langfristigen Perspektiven sieht Saftlas in der demographischen Entwicklung (Senioren sorgen gegenwärtig für rund 33 Prozent des Branchenumsatzes) und in neuartigen Therapieprodukten als Ergebnis der Genom- und Biotechnologieforschung. Nach Ansicht von S&P dürfte die Gewinnsituation vieler Unternehmen auch durch Kosteneinsparungen und Synergien im Gefolge von Fusionen gestärkt werden.

          Saftlas sieht weiterhin günstige Aussichten für das Pharmasegment Generika/Spezialmedikamente. In den kommenden Jahren läuft der Patentschutz zahlreicher Bestseller-Medikamente aus, was dem Sektor nach Einschätzung von S&P bedeutsame Möglichkeiten eröffnet. Von dem neuen Medicare-Arzneimittelprogramm werden nach Einschätzung von S&P vor allem Hersteller von Generika profitieren. Saftlas bevorzugt Unternehmen mit gut gefüllten Generika-Pipelines, insbesondere solche, deren Generika infolge des Erstanmelderprinzips ein 180-tägiges exklusives Vermarktungsrecht genießen, sowie solche mit Rechtskompetenz bei komplexen Patentstreitigkeiten.

          Das langfristige Momentum der Branchengruppe steigt, und S&P sieht intakte Fundamentaldaten des Teilsektors, die auf weiteres Aufwärtspotenzial der Aktien hindeuten. Zu den von S&P bevorzugten Titeln dieser Gruppe zählen King Pharmaceuticals und Novartis, die beide mit fünf Sternen (unbedingte Kaufempfehlung) bewertet werden.

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