https://www.faz.net/-gv6-p87v

Branchen-Analyse : Technologie-Dienstleister auf dem Vormarsch?

  • -Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET

Nach Einschätzung von S&P stabilisiert sich das Investitionsverhalten der Unternehmen derzeit, so daß sich die Lage für die angeschlagenen Technologie-Dienstleister allmählich bessert. Top-Empfehlung ist Computer Sciences.

          2 Min.

          Nach Einschätzung von S&P stabilisiert sich das Investitionsverhalten der Unternehmen derzeit, so daß sich die Lage für die angeschlagenen Technologie-Dienstleister allmählich bessert. Sitzt das Geld bei den Chief Information Officers (CIO) wieder lockerer? Zumindest in einigen Bereichen der Informationstechnologie scheint das Schlimmste vorüber zu sein.

          Nach einer gewissen Zeit mit niedrigen IT-Etats sieht Standard & Poor's wieder einige Anzeichen dafür, daß sich die Investitionen stabilisieren. Aus diesem Grund haben wir unsere Einschätzung für das IT-Consulting und dazugehörige Unternehmen aus den Bereichen Anwendungssoftware, Strategieberatung und Web-Seiten-Erstellung von negativ auf neutral angehoben.

          Obwohl es einige Anzeichen für eine gewisse Stabilität gibt, würden wir Unternehmen raten, außerhalb von drei Schlüsselbereichen vorsichtig zu investieren. Die drei Ausnahmen: Sicherheit, Krisenbehebung und Investitionen zur Erfüllung der Anforderungen des amerikanischen Sarbanes-Oxley-Gesetzes. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Konkurrenz im weltweiten IT-Consulting durch Unternehmen wie die indische Infosys warnen wir auch vor einem einsetzenden Preisdruck. Unterdessen verbucht Unisys nun Aufträge, die im vergangenen Quartal noch verschoben wurden. Allerdings sind diese Umsätze geringer als erwartet.

          Wachstumsstützen

          Die Aktienkurse von Unternehmen der Branche haben in diesem Jahr gelitten. Bis zum 10. September verlor der S&P IT-Consulting & Services Index innerhalb Jahresfrist zehn Prozent verglichen mit einem Plus von 1,4 Prozent beim S&P 1500-Index (der Kombination aus S&P 500, S&P MidCap 400 und S&P SmallCap 600). Dies schreiben wir größtenteils der schwachen Nachfrage in Kernbereichen des Beratungsmarktes zu. Im zweiten Quartal mußte Unisys - das einzige im S&P 500 enthaltene Unternehmen der Branche - Verschiebungen von Abschlüssen im Enterprise-Service-Geschäft hinnehmen. Einige Verträge im Bereich IT-Infrastrukturdienstleistungen wurden jedoch abgeschlossen.

          Ein anderes Unternehmen der Branche, Hewitt Associates, hat vor kurzem zu spüren bekommen, daß seine Kunden die Beratung in Bezug auf Pensionsansprüche als beliebig betrachten. Nun hat Hewitt seine Wachstumsprognose für diesen Bereich auf einen niedrigen einstelligen Prozentsatz korrigiert.

          In Anbetracht des schwachen kurzfristigen Ausblicks glauben wir, daß einige IT-Service-Unternehmen ihr Wachstum über Akquisitionen und Partnerschaften gestützt haben. Eine andere Strategie, die immer häufiger zu beobachten ist, bezieht sich auf die kürzere Laufzeit von IT-Service-Verträgen. Damit verbunden sind oftmals niedrigere Investitionskosten und eine kürzere Amortisationsdauer.

          Positive Trends

          Wir gehen davon aus, daß Beratungs- und System-Integrations-Projekte im kommenden Jahr in bescheidenem Maße zulegen werden. Im öffentlichen Bereich sehen wir steigende Ausgaben für Verteidigung und innere Sicherheit. Zahlreiche IT-Service-Unternehmen können in diesem Bereich Expertise vorweisen.

          Der Bereich Computer-Dienstleistungen wird vermutlich von der immer stärker vernetzten Wirtschaft sowie der Deregulierung, dem knappen Angebot an IT-Arbeitskräften und den Möglichkeiten im E-Business-Bereich profitieren. Auch der konstante Bedarf von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen an Dienstleistungen und Systemen, mit deren Hilfe sie ihre Produktivität steigern und Kosten senken können, wird zu einer positiven Entwicklung beitragen.

          Unsere Top-Empfehlung unter den IT-Beratungsfirmen ist Computer Sciences, die wir am 14. September von vier Sternen („akkumulieren“) auf fünf Sterne („kaufen“) heraufgestuft haben. Unsere Einschätzung basiert auf günstigen Fundamentaldaten des Unternehmens sowie einer Aktienbewertung, die wir für attraktiv halten. Infosys gehört ebenfalls zu unseren Favoriten und wird mit vier Sternen bewertet.

          Bei den Aktien zweier größerer Unternehmen sind wir nicht ganz so optimistisch: EDS und Accenture sind im Ranking mit drei Sternen bewertet („halten“). Was die übrigen erwähnten Unternehmen angeht, so hat Hewitt drei Sterne, während Unisys mit zwei Sternen bewertet wird („vermeiden“).

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag am Hafen in Oldenburg. Dort hat sie ihren Wahlkreis.

          Linkspartei : „Wir sind bereit, zu regieren“

          Die Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Amira Mohamed Ali, hat in ihrer Partei schnell Karriere gemacht. Ein Gespräch über Streit in den eigenen Reihen, die nächste Bundestagswahl und Dinge, die man auch nicht im Scherz sagen darf.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.