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Branchen-Analyse : Softwareaktien führen Indiens Aktienindex nach oben

  • Aktualisiert am

Der Chart zeigt die Entwicklung des indischen Aktienindex Sensex Bild:

Die gute Performance der Softwareaktien hat dem indischen Aktienmarkt bisher die zweitbeste Jahresbilanz unter Asiens Börsen beschert. Und dank intakter Geschäftsaussichten dürfte diese Triebfeder erhalten bleiben.

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          Die größten Softwareanbieter haben dem indischen Sensex-Index im laufenden Quartal zur zweitbesten Performance in Asien verholfen. Optimismus, daß die indischen Unternehmen weitere Aufträge aus Amerika und Europa erhalten, dürfte für weitere Kursgewinne sorgen.

          Seit Ende September ging es für Infosys Technologies Inc. 19 Prozent bergauf, das entspricht fast dem Dreifachen des Anstiegs von 6,8 Prozent für die 30 Mitglieder im Sensex. Weiteren Rückenwind dürfte die Aktie dadurch erhalten, daß sie amerikanischen Investoren leichter zugänglich gemacht werden soll.

          Infosys plant bis zu sechs Prozent der Aktien in Amerikanische Aktienzertifikate (ADR) umzuwandeln. Wipro Ltd. kletterten im laufenden Quartal 16 Prozent und Tata Consultancy Services Ltd., seit August an der Börse, 17 Prozent.

          Zweitbeste Jahresbilanz unter den asiatischen Börsen

          Die Kursgewinne der Softwarekonzerne verhalfen dem Sensex nach einem schwachen ersten Halbjahr zu einem Jahresanstieg, der nur noch vom Jakarta Composite Index in Indonesien übertroffen wurde. Dieser kletterte seit Januar 14 Prozent.

          Alle drei Softwareunternehmen haben im vergangenen Monat, zusammen mit Satyam Computer Services Ltd., einem Hersteller von Anwendungen für Unternehmen wie Ford Motor Co. und General Electric Co., kräftige Gewinnsteigerungen gemeldet. Infosys und Satyam kündigten außerdem an, daß sie Einstellungen planen, um weiter zu wachsen.

          „Sie deuten auch für die Zukunft sehr gute Zahlen an", sagt Punita Kumar Sinha, Fondsmanager des India Fund Inc. bei Oppenheimer Asset Management in Boston. „Die Managements sind sich sicher, daß sie das angestrebte Wachstum auch erreichen werden."

          Die Softwareanbieter erhielten durch die Wiederwahl von George W. Bush als amerikanischer Präsident zusätzlich Rückenwind. Denn sein demokratischer Herausforderer John Kerry hatte angekündigt, daß er die Arbeitsplatzabwanderung und die Vergabe von Aufträgen an Unternehmen aus Ländern wie China und Indien einschränken wolle. Die indischen Softwareentwickler erwirtschaften mehr als 60 Prozent vom Umsatz in Amerika.

          Starke Unternehmenszahlen

          Infosys berichtete im vergangene Monat für das zweite Geschäftsquartal bis Ende September einen Gewinnsprung von 49 Prozent auf 4,47 Milliarden Rupien (76,5 Millionen Euro). Außerdem wurde die Prognose für das Gewinnwachstum im laufenden Geschäftsjahr von 34 Prozent auf 43 Prozent angehoben. Bei Wipro schnellte der Gewinn in der drei Monaten bis Ende September 66 Prozent hoch auf 3,8 Milliarden Rupien. Es gelang dem Unternehmen, das ebenfalls in Bangalore seinen Sitz hat, 34 Kunden hinzuzugewinnen.

          Satyam verbesserten den Quartalsgewinn um 28 Prozent auf 1,89 Milliarden Rupien. Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr wurde von 22,06 Rupien pro Aktie auf 22,76 Rupien aufgestockt. Das Unternehmen aus Hyderabad gewann 27 neue Kunden im abgelaufenen Quartal. Für den vierten im Bunde, Tata Consultancy, gab es im zweiten Geschäftsquartal einen Gewinnanstieg vor Sonderposten von 39 Prozent auf 5,29 Milliarden Rupien.

          Alle vier Unternehmen stellten in den abgelaufenen drei Monaten mehr Mitarbeiter ein. Sie kamen zum Quartalsende auf 127.832 Mitarbeiter, 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei Infosys sollen im laufenden Halbjahr 4.000 bis 4.500 neu hinzukommen, bei Satyam bis zu 5.000.

          Auf die Kostenentwicklung und den Wechselkurs achten

          Die Wachstumspläne haben jedoch auch höhere Kosten zur Folge, warnt Sandip Sabharwal, Vermögensverwalter bei SBI Asset Management Co. in Mumbai. „Ab jetzt wird der Sektor eine schlechtere Performance aufweisen", so Sabharwal. „Durch die höheren Lohnkosten werden auch die Gewinnmargen reduziert."

          Belastend kommt außerdem der Anstieg der Rupie zum Dollar hinzu. Die indische Landeswährung steuert auf den dritten Jahresanstieg in Folge zu. Im abgelaufenen Quartal verteuerte sie sich 1,7 Prozent zum Dollar. Tata Consultancy und Wipro haben prognostiziert, daß der Kurs der Rupie weiter anziehen wird, nachdem die indische Wirtschaft wächst, die Exporte steigen und ausländische Investoren mehr in indische Aktien investieren.

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