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Branchen-Analyse : Öl-Nachfrage zieht wieder an - zum Vorteil von Öl-Aktien

  • -Aktualisiert am

S&P ist optimistisch für Ölaktien Bild: dpa

Energiewerte sind durch die Hurrikanschäden und die damit verbundenen Sorgen und das wirtschaftliche Wachstum etwas ins Stolpern geraten. Nach Einschätzung von S&P dürfte eine kräftige Erholung aber nicht mehr lange auf sich warten lassen.

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          Die Aktienwerte der größten amerikanischen Ölgesellschaften haben ihr bisheriges Kurshoch des Jahres gegen Ende September erreicht. Danach sind die Kurse nur noch gefallen. Die meisten großen Öltitel haben 14 Prozent oder mehr an Wert verloren. Vornehmlicher Grund für den starken Kursfall war die allgemeine Besorgnis über eine Abschwächung des wirtschaftlichen Wachstums und der Energienachfrage. Dieser Trend dürfte sich jedoch sehr bald umkehren, erklärt Tina Vital, die für Standard & Poor's Equity Research diversifizierte Öl- und Raffineriegesellschaften beobachtet. Daher stellt der derzeitige Kursrückgang in ihren Augen vor allem eine optimale Kaufgelegenheit dar.

          Obwohl an der amerikanischen Golfküste die durch die Hurrikane Katrina und Rita verursachten Förderungs- und Raffinerieausfälle weiter anhalten, erwartet Tina Vital, daß hohe Ölpreise und kräftige Raffineriemargen die Hurrikan-Verluste des dritten Quartals mehr als ausgleichen werden. In den Medien ist das Thema bevorstehender Rückgang der Wirtschaftsaktivitäten und der Ölnachfrage ziemlich aufgebauscht worden. Die S&P-Analystin ist hingegen der Ansicht, daß die Golfstürme letztlich nur wenig Einfluß auf das globale wirtschaftliche Wachstum genommen haben. Außerdem sieht Vital eine weiterhin kräftige Ölnachfrage.

          Rekordniveau für Raffineriemargen

          Auf Basis von Global-Insight-Daten prognostiziert sie ein Anziehen der Ölnachfrage bis ins vierte Quartal des laufenden Jahres und sogar in das kommende Jahr hinein. Global Insight erwartet zudem, daß die weltweite Nachfrage nach Öl 2006 um 2,11 Prozent auf 85,16 Millionen Faß Öl pro Tag wächst. Zum Vergleich: Für 2005 beträgt die geschätzte Zunahme der Ölnachfrage 1,54 Prozent. Daraus schlußfolgert S&P, daß die Öl- und Gaspreise den Winter über stabil bleiben werden. Nach Ansicht von Vital dürften daher die großen Ölgesellschaften sowohl im dritten als auch im vierten Quartal 2005 substantielle Gewinnsteigerungen vermelden können.

          Bild: FAZ.NET

          Hinzu kommet, daß weltweit die Raffineriemargen nach den Hurrikans Katrina und Rita auf Rekordhöhe geklettert sind, erklärt Tina Vital weiter. In den vergangenen drei Jahren haben die Raffineriemargen in den Vereinigten Staaten im Durchschnitt über sechs Dollar je Faß betragen. Kurz nachdem Katrina und dann Rita die Golfküste verwüstet haben, schossen die amerikanischen Raffineriemargen auf über 30 Dollar je Faß. Auch in Nordeuropa und Asien folgten die Margen diesem Trend.

          Bei Benzin erhöhten sich die Spreads im New York Harbor auf mehr als 33 Dollar je Faß und an der Golfküste auf fast 55 Dollar je Faß. Gleichzeitig schnellten die Golf-Spreads für Destillate (Heizöl, Diesel und Düsenkraftstoff) auf knapp 70 Dollar je Faß. Während schmalere Benzin-Spreads die amerikanischen Raffineriemargen zurück auf knapp 18 Dollar je Faß (Stand: Mitte Oktober) gedrückt haben, weist Vital darauf hin, daß dieser Wert immer noch dem Dreifachen der Durchschnittswerte der vergangenen Jahre entspricht. Auch bei den Destillaten fallen die Spreads nach wie vor sehr hoch aus.

          Immer noch einige Produktionsausfälle

          „Wir rechnen damit, daß die globalen Preise für Öl und die amerikanischen Preise für Gas den ganzen Winter hindurch kräftig bleiben werden. Die amerikanischen Raffineriemargen werden auch im vierten Quartal im zweistelligen Bereich liegen“, faßt Vital zusammen.

          Dennoch ist für die großen Ölgesellschaften nicht alles so rosig. Die Produktions- und Raffinerieausfälle an der amerikanischen Golfküste halten weiter an. Nach dem Hurrikan Katrina sind die Handelsspannen in den Vereinigten Staaten ins Minus gerutscht. Auch die Gewinne durch die Herstellung von Chemikalien dürften im Vorjahresvergleich und in Relation zum zweiten Quartal gefallen sein, was die hohen Energie- und Versorgungskosten widerspiegelt.

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