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Branchen-Analyse : Der hohe Ölpreis heizt den Öko-Aktien ein

  • -Aktualisiert am

Der hohe Ölpreis hilft dabei, das Thema Erneuerbare Energien im Gespräch zu halten. Die auf Nebenwerte spezialisierte Smartcaps-Redaktion hat nachgeforscht, warum manche Energie-Aktien davon profitieren und andere nicht.

          Wiederholt sich die Geschichte? Als vor gut dreieinhalb Jahren die Ölpreise auf neue Höchststände kletterten, stiegen in ihrem Sog auch die Aktienkurse derjenigen Unternehmen, die ihre Umsätze mit Energie aus Wind, Sonne und Wasser machen. Kurze Zeit später, und das ist hinlänglich bekannt, stürzten die Titel jäh ab. Nun ist der Ölpreis zwischendurch wieder auf Rekord-Niveaus geklettert, und manche Öko-Aktien konnten ihre Wiedergeburt feiern.

          Gefragt sind vor allem die Sonnenenergie-Titel. Für die Anleger der Solarworld AG ging nach den düsteren Jahren 2001 und 2002 in den vergangenen Monaten wieder die Sonne auf. Die Aktie des Solar-Modul-Herstellers hat seit einem Jahr ihren Wert versechsfacht. Allerdings liegt das Papier mit 30 Euro immer noch deutlich unter dem Höchststand von fast 98 Euro im Herbst 2000. Der Kurs der Freiburger S.A.G. Solarstrom AG hat sich in den vergangenen zwölf Monaten verdoppelt, liegt mit vier Euro aber noch unter dem Ausgabekurs. Für 2005 erwarten die Freiburger schwarze Zahlen - was dem Kurs weiteren Auftrieb geben dürfte. Auch mit der Solon AG geht es seit Anfang dieses Jahres wieder aufwärts. Die Aktie schoss von zwei Euro auf fast 12 Euro.

          Staatlich geförderter Börsenboom

          Wenn schon ein grauer Sommer, dann wenigstens heiße Kurssprünge bei den Sonnen-Aktien? Die jüngsten Wertsteigerungen sind in der boomenden deutschen Solarbranche begründet. Im vergangenen Jahr wurde die Produktion von Solarmodulen mehr als verdoppelt. Ursache für den Fotovoltaik-Boom ist das novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das dem Strom aus der Sonne höhere Einspeisevergütungen garantiert. Je Kilowattstunde gibt es rund 57 Cent, und auch schon vor der EEG-Neufassung wurden die Solarmodule durch das ausgelaufene „1.000 Dächer-Programm“ der rot-grünen Bundesregierung üppig gefördert.

          Der Sonnenenergie wird ein enormes Zukunftspotenzial zugeschrieben. Noch trägt sie weniger als ein Prozent zur deutschen Stromproduktion bei, weltweit soll der Fotovoltaik-Markt nach Schätzungen einer renommierten Großbank aber um mindestens 13 Prozent wachsen. „Die Sonne bringt 16.000 Mal mehr Energie auf die Erde, als von fossilen Energieträgern verbraucht wird“, erläutert der Träger des alternativen Nobelpreises, Hermann Scheer. „Wenn es gelinge, einen kleinen Teil anzuzapfen, würde das der Solarbranche zum Durchbruch verhelfen.“

          Die deutschen börsennotierten Solarfirmen sind im internationalen Geschäft allerdings weit abgeschlagen. Top-Player sind die japanischen Unternehmen Sharp und Kyocera, auf Platz fünf der weltweiten Top Ten liegt der deutsche Solarzellen-Hersteller RWE Schott Solar mit einem Umsatz in 2003 von 123 Millionen Euro. Zum Vergleich: Solarworld hat in 2003 noch nicht einmal 100 Millionen Euro Umsatz gemacht, will in 2004 aber zweistellig wachsen.

          Kampf mit den Windmühlen der Politik

          Doch, wie der staatlich subventionierte Börsenboom zeigt: Die deutschen Solarunternehmen sind abhängig von der Gesetzgebung. Würde die Regierung die Förderung einschränken, wäre es wohl schnell vorbei mit dem rasanten Wachstum. Denn die Exportquote liegt im Schnitt bei weniger als 20 Prozent.

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