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Branchen-Analyse : Asiatische Luxusgüteraktien locken mit hohen Wachstumsraten

  • Aktualisiert am

Bild: CLSA

Luxusgüter sind weltweit wieder gefragt bei den Verbrauchern. Besonders stark fällt dabei das Wachstum bei der Nachfrage in China aus. Das macht asiatische Luxusgüteraktien als Anlageidee interessant.

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          Wie gefragt Luxusprodukte wieder sind, zeigt eine Studie der Boston Consulting Group. Darin wird der weltweite Markt für Luxusartikel m Jahr 2010 auf knapp 1 Billion Euro beziffert. Das ist gleichbedeutend mit einem Plus von 15 Prozent gegenüber 2009, als der Markt wegen der Kreditkrise noch um 13 Prozent geschrumpft war.

          Besonders rasant wächst die Nachfrage in Schwellenländern. Richtig rund läuft es in China. Laut Prognosen dürfte das Land schon bald zum größten Luxusmarkt der Welt aufsteigen wird. Aber auch schon jetzt steckt dahinter mehr als nur Zukunftsmusik. So hat alleine der Export schweizerischer Luxusuhren nach China im vergangenen Jahr um etwa 50 Prozent zugenommen. Von zweistelligen Umsatzzuwächsen berichten auch die textilen Luxusmarken Prada, Burberry, Gucci oder Polo Ralph Lauren.

          Und am Berichtstag begründete der weltgrößte Luxusgüterkonzern LVMH einen Rekordgewinn nicht zuletzt mit der wachsenden Freude der Chinesen an Luxusgütern erklärt. Größter Gewinntreiber des Konzerns war jedenfalls die Marke Louis Vuitton. Die asiatischen Kunden können gemäß Analysten davon einfach nicht genug davon bekommen. Inzwischen seien die Chinesen in diesem Segment die stärkste Klientel noch vor Japanern, Amerikanern und Südkoreanern.

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          Broker CLSA rechnet mit einer dynamischen Marktentwicklung

          Sehr positiv werden die Wachstumsaussichten für Luxusprodukte in China auch vom Broker CLSA Asia-Pacific Markets eingeschätzt. Und das Urteil der dortigen Analysten hat Gewicht, wird das Unternehmen doch regelmäßig zum besten asiatischen Broker gekürt.

          In einer 140-seitigen Studie mit dem Titel “Dipped in Gold: Luxury lifestyles in China and Hong Kong“ wird davon ausgegangen, dass die chinesische Anteil an der weltweiten Nachfrage nach Luxusgütern von 15 Prozent au 44 Prozent steigen wird. Geht diese Vorhersage auf, wäre das dank jährlichen Wachstumsraten von 23 Prozent und einem Marktvolumen von 74 Milliarden Dollar dann gleichbedeutend mit dem Status als Land Nummer eins für Luxusgüter.

          Treibende Kraft bei dieser Entwicklung dürften laut CLSA-Konsumspezialist Aaron Fischer die steigenden Einkommen sein. Denn dadurch würde das bisher nicht erschwingliche Luxussegment bezahlbar und dies führe dazu, dass mehr ausgegeben als gespart werde. Besonders gefragt dürften dabei Handtaschen, Lederwaren, Uhren und Schmuck sein. Zu beachten sei auch, dass die Zielgruppe in China jünger und reicher sei als die im Westen. Außerdem scheue sie sich auch nicht, den erworbenen Reichtum zur Schau zu stellen. Darüber hinaus würden sie auch mehr Luxusgütergeschenke für Familie und Freunde kaufen.

          Aktien lokaler Anbieter sind beliebt und wachsen besonders stark

          Wer als Anleger dieses Thema spielen will, der hat laut CLSA zwei Möglichkeiten: Entweder über den Kauf von Aktien der führenden europäischen Branchenvertreter oder über den Erwerb von Anteilsscheinen an den lokalen Anbietern. Für die zweite Alternative spricht, dass diese Unternehmen den überwiegenden Teil ihrer Ergebnisse vor Ort und damit in einem stark expansiven Umfeld erzielen. Der Umsatzanteil bei den weltweit vertretenen Branchengrößen in Asien und China fällt dagegen naturgemäß geringer aus.

          Weil aber die Bewertungsrelationen der beiden Gruppen fast identisch ist, spricht die voraussichtlich höhere Ergebnisdynamik für die lokalen Luxusanbieter. Das sahen viele Marktteilnehmer offenbar auch schon in der Vergangenheit so. Zumindest konnten die lokalen börsennotierten Branchenvertreter seit 2001 im Schnitt ihre Kurse um 35 Prozent verbessern.

          Aktuell hat CLSA sechs Kaufempfehlungen für asiatische Luxusgüteraktien. Konkret handelt es sich dabei um Hengdeli, Belle, Parkson, L´Occitane, Evergreen und Ports Design. Wobei den vier letztgenannten Werten mit 22 bis 33 Prozent das meiste Kurspotenzial zu getraut wird.

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