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Börsenrückblick : Manche Aktien und Märkte sind teuer geworden

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Bulle trumpft über Bär Bild: F.A.Z.

Viele Anleger und Strategen rechnen angesichts der einmal etablierten Trends, des stimulativen Umfelds und nicht der optimistischen Stimmung in den kommenden Monaten mit weiteren Kursgewinnen. Allerdings lassen die Bewertungen daran zumindest selektiv Zweifel aufkommen.

          Die Aktienanleger können mit dem vergangenen Jahr zufrieden sein. Trotz aller Bedenken sind die Kurse an den meisten Börsen weltweit deutlich gestiegen.

          Viele Anleger rechnen angesichts der einmal etablierten Trends, des stimulativen Umfelds und nicht zuletzt auch der überaus optimistischen Stimmung in den kommenden Monaten mit weiteren Kursgewinnen. Immerhin sähen auch die Bewertungen noch sehr vernünftig aus, erklären sie.

          Manche Aktien und Märkte sind teuer geworden

          Das stimmt allerdings nur bedingt. Denn blickt am auf die durchschnittlichen Kursgewinn-Verhältnisse der verschiedenen Indizes weltweit, so sehen manche günstig aus, andere dagegen teuer. Gemeinsam ist bei allen die Tatsache, dass beim Essen auch der Appetit gestiegen ist. Sprich: Mit steigenden Kursen haben auch die Gewinnerwartungen deutlich zugenommen.

          So sehen die Aktien in Südkorea nur deswegen optisch günstig aus, weil die Anleger nach vorne blicken und mit stark steigenden Unternehmensgewinnen rechnen. Die durchschnittlichen Gewinnerwartungen für das kommende Geschäftsjahr führen beim Kospi-Index zu einem Kurs-Gewinnverhältnis von günstigen zehn. Auf diese Basis böten Aktien südkoreanischer Unternehmen in den kommenden Monaten noch deutliches Kurspotenzial. Günstig sähen auch die Papiere europäischer und der im Dow Jones Industrial enthaltenen Großunternehmen aus.

          Dagegen sind die im Nasdaq Composite enthaltenen Werte zumindest im Durchschnitt noch teurer als die chinesischen Werte des CSI 300, die kanadischen des TSX Composite und des S&P 500. Auch die Aktien in Mexiko, Hongkong, Australien, Brasilien, Österreich, Japan, und Indien sind selbst bei optimistischen Gewinnerwartungen schon ambitioniert bewertet. So kann es kaum verwundern, das sich der brasilianische Aktienmarkt in den vergangenen Monaten in lokaler Währung auf hohem Niveau seitwärts bewegt hat.

          Weitere Kursgewinne setzen robustes Wirtschaftswachstum voraus

          Weitere Kursgewinne sind in diesen Märkten wohl nur dann zu erwarten, wenn sich die Weltwirtschaft überraschend dynamisch entwickelt. Daran jedoch können angesichts der in weiten Teilen der Welt notwendigen Sparmaßnahmen oder den überfälligen Zinserhöhungen in weiten Teilen Asiens Zweifel aufkommen. Selbst in den optisch so günstig aussehenden Märkten drängt sich ein genauerer Blick auf die Einzelwerte auf. So sind die Aktien vieler Technologierwerte im Nasdaq trotz möglicherweise stark steigender Gewinne inzwischen deutlich überbewertet.

          Selbst im CDax gibt es mindesten 60 Aktien, deren Kurs-Gewinnverhältnisse selbst dann zum Teil deutlich über der Norm von 15 liegen, wenn die entsprechenden Unternehmen im kommenden Jahr ihre Umsätze und Gewinne deutlich steigern können. Dazu zählen die Papiere von Evotec, JK Wohnbau, Singulus, Conergy, Borussia Dortmund bis hin Rücker, K+S, Alstria Office, Linde, Mediclin und Constantin Medien. Allerdings muss nicht alles günstig sein, das optisch so aussieht. Denn möglicherweise sind einfach die Gewinnschätzungen für ein bestimmtes Unternehmen zu hoch. In diesem Sinne ist es ratsam, nach der Rally der vergangenen Monate genauer auf die Einzelwerte zu schauen, statt breit angelegte Kursbewegungen zu erwarten.

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