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Börsenlexikon : Verluste begrenzen - mit Stop-Loss-Order

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Unzählige Anleger haben zu Zeiten der Börsen-Baisse viel Kapital verloren, weil sie nicht rechtzeitig ausgestiegen sind und Aktien trotz der Talfahrt gehalten haben. Dagegen helfen Stop-Loss-Orders.

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          Welcher Anleger hat es nicht erlebt? Nachdem die Kurse der Aktien im eigenen Depot immer weiter gestiegen waren, begannen sie zu schwächeln. Sie verloren stetig an Wert. „Irgendwann muß das doch mal aufhören“, dachten sie viele Investoren - manche haben beim Denken im Zuge der Börsen-Baisse seit 2000 mehr als die Hälfte des Aktien- und Fondskapitals eingebüßt. „Tja“, geben andere Anleger lächelnd zu bedenken, „Aktien nie ohne Stop-Loss-Order kaufen.“

          Dieser Tipp ist in diesen Tagen wieder öfter zu hören. Zwar hat sich die Stimmung an den Aktienmärkte in der zweiten Märzwoche gedreht, und viele Börsianer sind besserer Dinge als zuvor. Doch nachdem sich der Dax in dieser Woche aus dem Aufwärtskanal zu verabschieden drohte, warnten Charttechniker, es werde bald heftig abwärts gehen mit dem Börsenbarometer. Aktionäre sollten deshalb auf Stop-Loss-Orders gegen Verluste setzen.

          Verlustrisiken sollen begrenzt werden

          Bei einem solchen Auftrag wird ein Wertpapier verkauft, wenn der Kurs ein Mindestniveau erreicht oder unterschritten hat. Dabei legt der Investor den Kurs selbst fest. Zudem kann er bestimmen, wie lange die Stop-Loss-Order gültig sein soll.

          „Stop-Loss“ sollten Anleger allerdings nicht allzu wörtlich nehmen. Wer zum Beispiel als Niveau, das einen Verkauf auslösen soll, den Kaufkurs festlegt, fährt auf jeden Verluste ein. Denn die von der Bank verlangte Provision für das Wertpapiergeschäft - bei Sparkassen rund 25 Euro - werden ebenso fällig wie Maklergebühren und fremde Spesen. Grundsätzlich geht es bei „Stop-Loss“ darum, Verlustrisiken zu begrenzen und - falls vorhanden - Gewinne möglichst abzusichern.

          Wo „Stop-Loss“ greift, muß jeder Anleger selbst festlegen

          Die Frage, wo der „Stop-Loss“-Auftrag greifen soll, ist nicht allgemeingültig zu beantworten. Denn sie hängt von mehreren Faktoren ab. Zum einen muß jeder Anleger für sich selbst entscheiden, wo seine Schmerzgrenze verläuft, das heißt: wie hoch der Verlust ausfallen darf, den er hinzunehmen bereit ist. Zum zweiten ist der Charakter einer Aktie zu beachten: Handelt es sich gemeinhin um einen an einen Langweiler grenzenden Titel, der kaum durch heftigere Kursschwankungen auffällt? Oder hat der Investor eine Fahrstuhl-Aktie im Depot, die an einem Tag fünf Prozent gewinnt und am nächsten vier oder sechs Prozent wieder einbüßt?

          Läuft ein Aktienkurs nachhaltig aufwärts, ist es ratsam, die Stop-Loss-Order entsprechend nach oben anzupassen. Andernfalls wird der Verkaufsauftrag erst bei einem Niveau ausgelöst, von sich das das Papier längst weit entfernt hat. In einem solchen Fall fielen die vermeidbaren Verluste unnötig hoch aus. (Auch bei einer solchen Anpassung werden übrigens Transaktionskosten bei der Bank fällig, die ja eine Dienstleistung erbringt.)

          Wertpapier wird zu „bestens“ verkauft

          Wichtig zu wissen ist noch: Zielt eine Stopp-Loss-Order darauf ab, eine Aktie abzustoßen, wenn der Kurs etwa die Marke von 50 Euro unterschreitet, dann ist dem Anleger nicht automatisch ein Verkaufspreis von 50 Euro garantiert. Die Order wird nämlich in einen Verkaufsauftrag umgewandelt, der auf „bestens“ lautet. Dann kommt es darauf an, wieviel ein Marktteilnehmer, der sich für das angebotene Papier interessiert, dafür bezahlen will. Und das kann weniger sein, als der Verkäufer erhofft - aber auch mehr.

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