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Solar-Betreiber : Chorus nimmt zweiten Anlauf an die Börse

Chorus Energy betreibt Solaranlagen. Bild: dpa

Nach einigen großen Unternehmen will nun auch der Solaranlagen-Betreiber Chorus Energy an die Börse. Dabei hatte er sich noch im Juli dagegen entschieden. Ist die Zeit jetzt wirklich besser?

          Trotz der widrigen Marktbedingungen machen sich immer mehr Unternehmen auf den Weg zur Börse. Nun will auch noch Chorus Energy, ein Betreiber von Solar- und Windanlagen, am 7. Oktober sein Börsendebüt feiern. Zuvor hatten schon Scout 24, Covestro und Schaeffler milliardenschwere Börsengänge für Anfang Oktober bekanntgegeben.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Chorus Energy dagegen plant, im besten Fall 125 Millionen Euro zu erlösen. Das Unternehmen aus Neubiberg bei München hatte schon im Juli den Börsengang versucht, war aber angeblich an den hohen Kursschwankungen, während der Griechenland-Krise gescheitert. Nun hält der Vorstand das Börsenumfeld für derart stabilisiert, dass er einen zweiten Anlauf wagt. Allerdings sind gerade die Kursschwankungen ausgelöst von China und dem VW-Skandal, größer als im Juli. Zumindest betrug der V-Dax am Donnerstag 32 Punkte, im Juli schwankte dieser die Volatilität messende Index nur zwischen 18 und 30 Punkten.

          Hinzu kommt, dass die Zweifel mancher Anleger am Geschäftsmodell von Chorus Energy nicht verschwunden sind. Zwar boomt der Kapitalmarkt für erneuerbare Energien, weil Versicherer und Pensionskassen Alternativen zu niedrig verzinsten Anleihen suchen. Chorus hilft diesen institutionellen Investoren, Solar- und Windanlagen zu finden und zu betreiben. Allerdings hat Chorus einen Großteil seiner Solarparks in Italien. Dort wurde die staatliche Förderung gekürzt. Die Solarparks waren als geschlossene Fonds organisiert. Manche mussten wertberichtigt werden und wurden in die Chorus Energy AG überführt. Die früheren Fondsbesitzer halten die Mehrheit der Aktien an der Chorus Energy AG.

          Nun gibt die Chorus Energy zum Börsengang neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung aus. Mit dem Erlös soll das Portfolio aus derzeit rund 70 Solar- und Windparks mit einer Gesamtleistung von mehr als 250 Megawatt bald verdoppelt werden. Die Aktien werden wie im Juli in einer Preisspanne zwischen 9,75 Euro und 12,50 Euro angeboten.

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