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Börsengang : Endor-Aktie ein Wachstumswert par excellence

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Wenn Alonso die Playstation steuert, kann das Lenkrad von Endor sein Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Ein Wachstumswert par excellence ist die Aktie des Börsenkandidaten und Herstellers von Konsolenzubehör Endor. Schwankende Ergebnisse, zyklisches Geschäft, aber große Chancen. Kein Papier für schwache Nerven.

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          Nicht jeder Börsengang muß ja durch ein hohes Volumen glänzen. Und irgendwie brauchen die Mammut-Emissionen von Wacker Chemie, Bauer oder Demag Cranes ja auch Kontrapunkte.

          Für die bayerische Endor AG dürfte dies indes kaum der Grund sein, sich mit einem Angebot von lediglich 120.000 Aktien sich als Volumen-Schlußlicht unter den Emissionen zu plazieren. Vielmehr paßt die Größe der Emission auch zur Größe des Unternehmens.

          Umsätze fuhren Cross-Rally

          Endor wurde 1997 gegründet und stellt mit neun Mitarbeitern unter der Marke „Fanatec“ hochwertige Lenkräder und Joysticks für Playstation und Xbox her, wobei diese in China produziert werden. Teilweise sind die Produkte von den Konsolenherstellern lizenziert. So ist das „Speedster 3“ das offizielle Lenkrad zur Playstation 2.

          Das Unternehmen rechnet bei einer Preisspanne zwischen 8,50 und 11,50 Euro mit einem Netto-Emissionserlös zwischen 637.000 und 925.000 Euro, der im vollen Umfang der Gesellschaft zufließen soll. Lediglich der Erlös aus der Plazierung der 20.000 Greenshoe-Aktien geht an die Altaktionäre (Isin DE0005491666).

          Das Jahr 2005 scheint für Endor nicht das erfolgreichste gewesen zu sein. Waren die Umsätze im Jahr davor noch um 82 Prozent auf 6,42 Millionen Euro gewachsen, schrumpften sie im vergangenen Jahr auf weniger als die Hälfte, nämlich 2,85 Millionen Euro zusammen. Schuld daran ist die Abhängigkeit von den Lebenszyklen der Spielkonsolen. Die Umsatzentwicklung sei maßgeblich auf den Wechsel der Generationen bei Microsoft und Sony zurückzuführen.

          Warten auf den Abschluß des Modellwechsels

          Auch das laufende Jahr scheint nicht von großem Erfolg gekrönt zu sein. Umsätze und Ergebnis im ersten Quartal 2006 seien gegenüber 2005 stark rückläufig gewesen, da die Nachfrage nach Produkten für die PlayStation 2 und die Xbox gesunken seien. Denn die Nachfolgemodelle Xbox 360 bzw. PlayStation 3 sind bereits auf dem Markt oder angekündigt.

          Erst mit dem voraussichtlichen Abschluß der Übergangsphase zur neuen Konsolengeneration Ende 2006/Anfang 2007 werden man wohl Eingabegeräte für die neuen Konsolen vertreiben. Zu diesem Zeitpunkt erwartet das Unternehmen dann auch eine positive Entwicklung.

          Diese will man unter anderem verstärkt durch den Ausbau des Vertriebs in den Vereinigten Staaten und die Fokussierung auf Produkte im oberen Preisbereich ausnutzen, wozu auch der Emissionserlös für den Ausbau des Vertriebs in Amerika, die Entwicklung neuer Produkte sowie Marketingmaßnahmen zur Unterstützung des Eintritts in den PC-Markt verwendet werden soll.

          Außerdem sollen Computer-Mäuse und Tastaturen neue Absatzmöglichkeiten eröffnen. Zum Angebot gehört auch bereits eine Mouse, doch verzögerte sich deren Produktionsstart im vergangenen Jahr.

          Stabile Ertragsentwicklung, operativ negativer Cashflow

          Besser entwickelte sich die Ertragssituation. Nach einem Jahresüberschuß von lediglich 93.000 Euro im Jahr 2003 stieg dieser 2004 auf 585.000 Euro und blieb im Jahr 2005 trotz drastischer gesunkener Umsätze mit 543.000 Euro auf einem hohen Niveau. Grund war vor allem ein im Vergleich zum Vorjahr mit 1,7 Millionen Euro um zwei Drittel niedrigerer Materialaufwand.

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