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Börsengang : Aleo Solar scheint attraktiv gepreist

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Solarmodul aus der Solar-Manufaktur von Aleo Solar Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

In einem Umfeld abgesagter und holperiger Börsengänge scheint das Solar-Unternehmen Aleo Solar entschlossen, diesen zum Erfolg zu machen. Jedenfalls erscheint die Preisspanne durchaus attraktiv.

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          Börsenaspiranten hatten es in den vergangenen Wochen nicht gerade leicht. Biofrontera und Wacker Construction haben ihre Börsengänge abgesagt, Demag Cranes mußte die Preisspanne senken und Primag konnte weder Plazierungsvolumen noch Preisspanne vollends ausschöpfen.

          Am Börsengang fest hält dagegen bislang der Solarmodulhersteller Aleo Solar, der am Montag die Preisspanne für seine zur Emission vorgesehen Aktien mit 13,50 bis 16,50 Euro festsetzte. Interessenten können bis zum Donnerstag insgesamt bis zu sieben Millionen Aktien ordern, die ab Freitag im stark regulierten Börsensegment Prime Standard notiert sein sollen (Isin DE000A0JM634).

          Expansion ins Ausland angestrebt

          Vom Emissionserlös von bis zu 116 Millionen Euro fließen etwa 40 Prozent auf das Firmenkonto. Der Rest geht an die Altgesellschafter um die Wagniskapitalfinanzierer Hannover-Finanz und Eriksen. Bei vollständiger Ausübung der Mehrzuteilungsoption von rund 917.000 Aktien soll der Streubesitz bei 68 Prozent liegen.

          Mit dem Geld aus dem Börsengang will Aleo nach Südeuropa, vor allem nach Spanien und Italien expandieren. Die 2001 gegründete Gesellschaft stellt aus zugekauften Solarzellen sogenannte Solarmodule und -systeme her. Im vergangenen Jahr steigerte Aleo mit rund 230 Mitarbeitern ihren Umsatz auf knapp 107 (Vorjahr: 81) Millionen Euro und erzielte dabei einen Überschuß von 9,3 (6,6) Millionen Euro. Profitabel wirtschaftet man bereits seit mindestens 2003, als man bei einem Umsatz von rund 41 Millionen Euro einen Gewinn von 1,93 Millionen Euro erzielte.

          Im ersten Quartal des laufenden Jahres stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 20,75 Prozent auf 25,71 Millionen Euro. Indes stieg der Gewinn lediglich leicht um 1,9 Prozent auf 2,07 Millionen, insbesondere weil der Materialaufwand um fast 60 Prozent auf 26,07 Millionen Euro zunahm, da offenbar viel auf Halde produziert wurde. Zumindest stieg der Wert des Bestandes an fertigen Erzeugnissen um 6,76 Millionen Euro.

          Einstieg in Vertrieb von Dünnschichtsolarmodulen

          Die Gesellschaft geht für das Jahr 2006 und den Beginn des Jahres 2007 von einem anhaltenden Marktwachstum im Bereich Photovoltaik mit einem weiterhin starken Nachfrageüberhang aus. Indes sei die Dynamik des Wachstums weiterhin durch den Engpaß an Solarsilizium begrenzt. Allerdings rechnet man damit, daß der Preisanstieg im Laufe des Jahres 2006 oder zu Beginn des Jahres 2007 moderater ausfallen wird als in den vorherigen Jahren und dieser außerdem größtenteils an die Kunden weitergegeben werden kann.

          Im Laufe des kommenden Jahres will man mit dem Vertrieb von Dünnschichtsolarmodulen beginnen. Aufgrund der bisherigen starken Nachfrage geht Aleo Solar davon aus, daß man den Absatz 2006 gegenüber dem Vorjahr deutlich stärker als das für den deutschen Markt für Solarmodule erwartete Wachstum von 18 Prozent wird steigern können. Die Gesellschaft plant, sowohl das Systemgeschäft wie auch die Exportquote signifikant zu erhöhen.

          Aleo Solar ist ein typischer Wachstumswert der Photovoltaikbranche. Bewertet ist das Unternehmen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis zwischen 18 und 23 auf Basis des Jahres 2005. Angesichts des zu erwartenden Wachstums ist das recht attraktiv. Insgesamt ist das Unternehmen mit 180 bis 220 Millionen Euro bewertet. Weniger gefällt die Eigenkapitalquote des Unternehmens, die im ersten Quartal 2006 auf 29,3 Prozent von 43,3 Prozent im Vorjahresquartal sank.

          Wie die gesamte Branche steht und fällt auch Aleo Solar mit der staatlichen Förderung regenerativer Energieträger. Da Deutschland für das Unternehmen wie in der Vergangenheit
          auch in den nächsten Jahren der wichtigste Markt sein wird, ist die Fortführung der staatlichen Fördermaßnahmen in Deutschland notwendige Voraussetzung für eine weiter positive Entwicklung der Geschäftsaktivitäten. Ein mögliches Ende dieser Förderung ist der Hauptrisikofaktor für Aleo Solar. Außerdem haben sich die Solaraktien in den vergangenen Wochen eher volatil entwickelt - insofern können Absicherungsstrategien nicht schaden.

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