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Börsengang : 18 bis 21 Euro für eine Annington-Aktie

Mit der Deutschen Annington gehen 180 000 Wohnungen an die Börse Bild: dpa

Die größte deutsche Wohngesellschaft könnte der größte Börsengang in diesem Jahr in Frankfurt werden. Deutsche Annington kann auf einen Unternehmenswert von 4,3 Milliarden Euro kommen.

          Der Vorstand der Deutschen Annington hat die Werbetour vor Anlegern zum Börsengang begonnen, ohne sich und die Struktur der angebotenen Aktien wie üblich auf einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorzustellen. Vielmehr teilte die größte deutsche Wohnungsgesellschaft die Details zum für den 3. Juli geplanten Börsengang am Mittwoch schriftlich mit. Demnach werden die Aktien der Deutschen Annington noch bis 2. Juli in einer Preisspanne von 18 bis 21 Euro zum Zeichnen angeboten. Falls die Aktien in der Mitte der Preisspanne zu 19,50 Euro ausgegeben werden sollten, käme Deutsche Annington an der Börse insgesamt auf einen Unternehmenswert von 4,3 Milliarden Euro.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dieser Unternehmenswert liegt etwas höher als der Nettovermögenswert (NAV), der für die gut 180 000 Wohnungen von Deutsche Annington abzüglich der Schulden 4,25 Milliarden Euro beträgt. Vergleichsunternehmen von Deutsche Annington wie die im M-Dax enthaltenen GSW und Deutsche Wohnen waren von der Börse jahrelang niedriger als der NAV bewertet worden. Im Jahr 2012 indes gehörten Immobilienaktien wegen ihrer verlässlich hohen Dividende und des durch die regelmäßigen Mieteinnahmen stabilen Geschäftsmodells zu den größten Gewinnern an der Börse. Die Aktien werden nun teilweise sogar mit Aufschlägen zum NAV bewertet. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Annington, Rolf Buch, sagte zwischen zwei Treffen mit Investoren in London dieser Zeitung: „Deutsche Wohnungen sind eine besonders attraktive Anlageklasse. Sie unterliegen im Gegensatz zu Einkaufszentren und Büros kaum Mietschwankungen und weisen stabile Leerstände auf.“

          Ein anderer Konkurrent von Deutsche Annington ist die Immobiliengesellschaft LEG. Die frühere nordrhein-westfälische Wohnungsgesellschaft LEG, mit gut 90000 Wohnungen etwa halb so groß wie Deutsche Annington, ging am 1. Februar an die Börse. Damals verkaufte LEG Aktien für 1,3 Milliarden Euro, der bisher größte Börsengang in Frankfurt in diesem Jahr. Seither ist der Aktienkurs von LEG im Vergleich zum Emissionspreis um 5,5 Prozent gefallen. Der Kursverlust wäre vermutlich höher, wenn nicht die konsortialführenden Banken die zur Kurspflege bereitgestellten Aktien (Greenshoe) vollständig zurückgekauft hätten. Dies spricht dafür, dass Immobilienaktien ihre beste Zeit an der Börse vorläufig hinter sich haben.

          Wie LEG kommt auch Annington aus dem Besitz von Finanzinvestoren, die der Gesellschaft gut 6 Milliarden Schulden aufgehalst haben. Deshalb will Annington den Erlös aus der Kapitalerhöhung von 400 bis 470 Millionen Euro fast ausschließlich dazu verwenden, Schulden zu verringern. Die Alteigner Terra Firma und CPI Capital bieten zum Börsengang Aktien für 500 bis 730 Millionen Euro an. Annington verspricht, schon im kommenden Jahr eine Dividende zu zahlen.

          Falls die Aktien von Annington am oberen Ende der Preisspanne plaziert werden, dürfte das Emissionsvolumen von LEG (nach Abzug des nicht dauerhaft plazierten Greenshoe) von knapp 1,2 Milliarden Euro übertroffen werden. Sobald die Alteigner weitere Aktien verkaufen und den Wert des Streubesitzes erhöhen, ist Annington ein Kandidat für den Dax. Warum Annington trotz des hohen Volumens des Börsengangs so spärlich in der Öffentlichkeit wirbt, ist merkwürdig. Die übliche Pressekonferenz zum Start der heißen Phase des Börsenganges habe nicht in den Zeitplan des Vorstandes gepasst, hieß es.

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