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Börsengänge : Bei der Wacker-Aktie könnten Zeichnungsgewinne drin sein

  • Aktualisiert am

Pilot-Fermenter zur Herstellung chiraler Alkohole Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Mit der Aktie der Wacker Chemie steht der bislang größte Börsengang des Jahres bevor. Bisherige Aussagen sprechen für eine angemessene Emissionsspanne - Gerüchte dagegen.

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          Man hat sich ja durchaus daran gewöhnt, bei Börsengängen eher mit kleinen Zahlen und kurzen Unternehmenshistorien zu rechnen. Da tut es dann doch wohl, wenn dann statt einem jungen Wachstumsunternehmen ein traditionsreiches Unternehmen mit viel Substanz den Schritt auf das Parkett wagt.

          Mehr als 90 Jahre nach seiner Gründung will das Familienunternehmen Wacker Chemie jetzt an die Börse gehen. Das Debüt am Aktienmarkt wird, wenn alles wie geplant läuft, das bislang größte in diesem Jahr. Ab dem 10. April soll das Papier im Prime Standard gehandelt werden.

          Silikon macht Masse, Silizium die Zukunft

          Das Unternehmen Wacker verfügt über fünf Geschäftsbereiche: Polymere, Feinchemie, Silikone, Polysilizium und zudem Siltronic, das zu den weltweit führenden Herstellern von Reinstsiliziumwafern gehört.

          Reaktoren für die Siliziumproduktion bei Wacker

          Wacker Silicones ist ein Silan- und Silikonhersteller, der schwerpunktmäßig technische, elektronische und chemische Industriebereiche sowie die Kosmetik-, Textil- und Papierindustrie beliefert. Der Umsatz des mit einem Umsatzanteil von 40,6 Prozent im Jahr 2005 größten Wacker-Geschäftsbereichs stieg im vergangenen Jahr um 7,1 Prozent auf 1,12 Milliarden Euro.

          Im Bereich Polymere, der im vergangenen Jahr mit um 11,5 Prozent höheren Umsätzen von 473,8 Millionen Euro 17,2 Prozent der Gesamtumsätze erwirtschaftete, stellt Wacker Zusätze und vor allem die Bindemittel wie Vinnapas her, das Einsatz in der Bauindustrie findet.

          Der Feinchemiebereich, der 2005 den Umsatz um sieben Prozent auf 110,5 Millionen Euro und damit knapp vier Prozent des Umsatzes bringt, produziert unter anderem Pharmaproteine und natürliche und biotechnisch hergestellte Cyclodextrine und Cysteine.

          Der Polysiliziumbereich stellte 2005 mit einem um 11,3 Prozent höheren Umsatz von 288,1 Millionen Euro 10,4 Prozent der Gesamtumsätze. Der Geschäftsbereich liefert Reinsilizium, Chlorsilane und Kieselsäuren für Halbleiter- und Photovoltaikanwendungen und gilt als besonders zukunftsträchtig.

          Siltronic auf dem Wege der Besserung

          Siltronic, dessen Börsengang im Frühjahr 2004 wegen überzogener Preisvorstellungen gescheitert war, ist ein Hersteller von Wafern aus Reinstsilizium für die Chipindustrie und steht in einem harten Preiswettbewerb. 2005 erzielte die Tochter einen um 13,7 Prozent höheren Umsatz von 925 Millionen Euro (33,5 Prozent des Gesamtumsatzes).

          Insgesamt verbesserte das Münchner Unternehmen seinen Umsatz im vergangenen Jahr um zehn Prozent auf 2,76 Milliarden Euro. Der Gewinn von Zinsen und Steuern wurde auf 260,9 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Dazu hatte auch erstmals nach einer umfangreichen Sanierung auch Siltronic mit einem Ebit von 5,8 Millionen Euro beigetragen.

          Ansonsten war die Ertragsentwicklung gemischt. Im größten Geschäftsbereich Silikone wuchs zwar das Vorsteuerergebnis um 5,4 Prozent auf 11,5 Millionen Euro, indes sank die Marge leicht von 10,12 auf 9,96 Prozent. Auch im Bereich Polymere fiel die Marge deutlich von 19 auf 17 Prozent, da das Ergebnis stagnierte. Schuld daran waren unter anderem gestiegene Rohstoff- und Energiepreise, die nur zum Teil im Preis weitergegeben werden konnten.

          Dagegen stellte der Bereich Polysilizium seine Zukunftsträchtigkeit unter Beweis. Hier stieg das Ergebnis um über 40 Prozent auf 66,2 Millionen Euro und die Marge von 18 auf knapp 23 Prozent. Auch die margenschwächere Feinchemie schnitt mit einem Ergebnisplus von 18,8 Prozent und einer um rund einen Prozentpunkt höheren Marge besser ab als 2004.

          Mehr Investitionen geplant - außer bei Siltronic

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