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Börsengänge : Bavaria Industriekapital lockt mit hohen Dividenden

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Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge sieht Vorstand Pyttel als Wettbewerber die im Kleinwerteindex SDax gelistete Arques Industries. Diese ist aktuell mit einem KGV von rund zehn für das gerade angebrochene Geschäftsjahr bewertet.

Indes schränkt Pyttel die Vergleichbarkeit ein. Durch eine „ausgeklügelte Struktur“ sei das Risiko für Bavaria extrem gering. So beteilige sich die Gesellschaft nur über Zwischenholdings, wodurch sie die Verluste der Unternehmen nicht mittragen müsse. Dagegen würden die Gewinne an Bavaria voll ausgeschüttet. Zusätzlich erhalte die aus drei Mitarbeitern bestehende Gesellschaft Beratungsgebühren von den Portfoliounternehmen.

Concord Effekten weist zudem daraufhin, daß Arques Konzernabschlüsse nach IFRS bilanziere, Bavaria dagegen eine AG-Bilanz nach HGB aufstelle. Dennoch spricht Concord dem KGV „eine gewisse Aussagekraft“ zu.

Wichtig ist die Wahl der Zukäufe

Demgegenüber gibt es bei Bavaria natürlich auch einige Riskofaktoren. Concord Effekten nennt hier den fehlenden personellen Unterbau und die Abhängigkeit von Beratern, die sich zwangsläufig aus dem fehlenden Unterbau ergibt. Den fairen Wert siedelt die Emissionsbank bei 27,50 Euro an.

Ausschlaggebend für die Zukunft dürfte aber die Qualität der Zukäufe sein. Angesichts der noch geringen Größe des Unternehmens, könnte ein Fehlgriff sich als hohe Belastung erweisen, zumal man ja mit den Mitteln aus dem Börsengang jetzt gerade größere Zukäufe anstrebt. Eine gute Akquisition kann dagegen die derzeitgen Gewinnprognosen auf den Kopf stellen.

Alles in allem ergibt sich also - wie für ein Wachstumsunternehmen zu erwarten - ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Dennoch zieht die Aktie vorbörslich nach einem bis zum Donnerstag mittag sehr ruhigen Geschäft eine gewisse Nachfrage auf sich. Aktuell werden bei Lang & Schwarz Kurse von 28,50 zu 29,50 Euro gestellt.

Hohe Dividenden in Aussicht gestellt

Beflügelt haben könnte vielleicht die Tatsache, daß Vorstand Reimar Scholz am Donnerstag für das kommende Jahr eine Verdoppelung der Dividende in Aussicht stellte. Für das laufende Jahr wolle das Unternehmen eine Dividende von einem Euro je Aktie zahlen, 54 Cent mehr als für 2005 geplant seien. Das würde dem Wert eine Dividendenrendite zwischen 3,85 und 4,55 Prozent verleihen. Demgegenüber beträgt diese bei Arques lediglich rund ein Prozent. 2007 wolle man dagegen insgesamt 20 Millionen Euro an die Aktionäre ausschütten.

Ob Bavaria zu einem Kursrenner wird, wie es Arques im vergangenen Jahr gewesen ist, vermag derzeit nieman zu sagen. Die Ansätze sind indes gut. Vorsicht gilt vor allem aber nach der Erstnotiz. Da das Emissionsvolumen mit maximal 14,95 Millionen Euro nicht gerade riesig ist, ist es nicht unwahrscheinlich, daß es wie bei vielen anderen Entry Standard-Emissionen zunächst zu Positionierungskäufen kommt. So legte die Aktie von EOP Biodiesel zunächst über 60 Prozent zu, bevor sich der Kurs dann halbierte. Mittlerweile stiegt die Notierung wieder.

Mit wenigen Ausnahmen laufen die „Entry Standard-Aktien“ bisher aber insgesamt gut. Auch für Bavaria sind die Voraussetzungen zunächst einmal günstig, wobei die Chancen Aktien zugeteilt zu erhalten aufgrund des geringen Emissionsvolumens eher gering sind.

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