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Börsen-Crash : Das China-Risiko

Der Zusammenbruch der chinesischen Börsenkurse schockt nicht nur die einheimische Bevölkerung - auch Dax-Konzerne sind besorgt. Bild: AFP

Die chinesische Börse ist in den vergangene Monaten eingebrochen. Das ist eine schlechte Nachricht für viele Dax-Konzerne: Ihr Wohl und Wehe hängt auch an China.

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          China, das werden Geographen bestätigen, ist verdammt weit weg. Um genau zu sein: Luftlinie beträgt die Entfernung zwischen Frankfurt am Main und Schanghai etwas mehr als 8800 Kilometer. Doch China, das spürten die Anleger in dieser Woche, kann auch verdammt nah sein. Bedrohlich nah.

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Es war am vergangenen Montag, als nicht zum ersten Mal in diesem Monat schlechte Nachrichten von der chinesischen Börse Deutschland erreichten. Dieses Mal aber klangen sie besonders beängstigend: Um 8,5 Prozent war der chinesische Börsenindex Shanghai Composite gefallen, der stärkste Tagesverlust seit der Zeit der Lehman-Pleite vor mittlerweile fast sieben Jahren. Damit hat Chinas Aktienmarkt seit Mitte Juni 30 Prozent an Wert eingebüßt, das entspricht unvorstellbaren 3500 Milliarden Dollar. Obwohl weit weg, reagierten auch die Börsenhändler in Frankfurt beunruhigt. Der Dax verlor rund drei Prozent, ein Rückgang, von dem er sich im Verlauf der Woche nur mit Mühe wieder erholte.

          „Die Eine-Milliarde-Dollar-Frage“: Wird sich China erholen?

          In den Vorstandsetagen der Dax-Konzerne wächst wegen der jüngsten Entwicklungen in China das Unbehagen, das war in der vergangenen Woche deutlich spürbar. Reiner Zufall, dass eine Reihe deutscher Firmen ausgerechnet da ihre Zahlen fürs zweite Quartal vorlegte. So kam kaum ein Vorstandsvorsitzender um das heikle Thema herum. Angesichts der Unsicherheit unter anderem auf dem chinesischen Markt beobachte man die weltweite gesamtwirtschaftliche Entwicklung sehr genau, sagte VW-Chef Martin Winterkorn. Und Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser sprach aus, was auch in Deutschland viele Anleger bewegt: „Wird sich China stabilisieren? Das ist vielleicht die Eine-Milliarde-Dollar-Frage.“

          Am Montag sieht es zunächst einmal schlecht aus. Die Stimmung in den Chef-Etagen der herstellenden Unternehmen Chinas ist auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen. Der vom chinesischen Wirtschaftsmagazin "Caixin" veröffentlichte frühere HSBC-Einkaufsmanagerindex sank im Juli von 49,4 auf 47,8 Punkte. Unterhalb der kritischen Marke von 50 ist von einem Schrumpfen der Wirtschaft auszugehen, darüber von Expansion. Der Index liegt damit auf dem Stand von Juli 2013 und den fünften Monat in Folge unterhalb des Grenzwerts von 50.

          Auch der von der Regierung und dem Handelsverband CFLP ermittelte offizielle Index fiel auf 50,0 von 50,2 Punkten. Experten hatten mit einem Rückgang auf 50,1 Punkte gerechnet.Vor allem bei kleineren Firmen ist die Stimmung schlecht ist.

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          Früher war China für Konzernchefs stets ein Anlass für Jubelmeldungen, ein Absatzrekord nach dem anderen wurde verkündet. So ging das jahrelang. Dass die Chefs nun nervös werden, zeigt: Von der weiteren Entwicklung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Erde hängt auch das Wohl und Wehe vieler Dax-Konzerne ab. Und damit auch das Wohl und Wehe ihrer Aktionäre. Aus China, dem Land der Chancen, ist eine Risiko-Nation geworden. Das heißt nicht, dass die Sache am Ende nicht doch gut ausgehen wird. Aber in den nächsten Monaten könnten Deutschlands Anlegern einige Turbulenzen bevorstehen.

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