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Börsenaufsicht : US-Börsenaufsichtschef Pitt zurückgetreten

  • Aktualisiert am

Sagt Bye, Bye_ SEC-Chef Harvey Pitt Bild: AP

Der Chef der US-Börsenaufsichtsbehörde Pitt hat sich dem Druck gebeugt und ist zurückgetreten. Staatsanwalt Spitzer ist unterdessen wiedergewählt worden.

          Der Chef der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC, Harvey Pitt, ist zurückgetreten. Entsprechende Fernsehberichte bestätigte am Dienstagabend (Ortszeit) das Weiße Haus in Washington. Pitt war für die Untersuchung der vielen Bilanzskandale in der US-Wirtschaft verantwortlich.

          An seiner Arbeit war in den vergangenen Monaten sowohl von Vertretern der Demokraten als auch der Republikaner wiederholt heftige Kritik geübt worden. Unter anderem war es ihm nicht gelungen, das Vertrauen nach den zahlreichen Bilanzskandalen in den USA unter den Anlegern wieder herzustellen.

          Niemand bedauert die Rücktritts-Entscheidung

          „Das Vertrauen in die SEC ist zuletzt untergraben worden. Der Rücktritt war die richtige Entscheidung“, kommentierte der demokratische Senator Jon Corzine. Ähnlich urteilte auch Senatorin Hillary Clinton: „Sein Rücktritt war absolut angemessen. VIelleicht bekommen wir jetzt jemanden, der die SEC richtig anführt.“

          Als möglicher Nachfolger wird nach Informationen des Senders CNN unter anderen der frühere Bürgermeister von New York, Rudolph Giuliani, gehandelt. Pitt wolle solange im Amt bleiben, wie es für eine problemlose Übergabe der Führung nötig sei, teilte eine Sprecherin der Behörde am Dienstagabend in Washington mit.

          Staatsanwalt Spitzer wiedergewählt

          Nach Presseberichten hatte das Weiße Haus dem SEC-Chef seinen Rücktritt nahe gelegt. Pitt hatte zuletzt in der Regierung Unmut auf sich gezogen, weil er im Rahmen der Aufarbeitung der Skandalserie eine strittige Personalempfehlung abgegeben hatte. Auf Vorschlag ihres Chefs hatte die SEC-Chef den früheren Chef der Bundespolizei FBI und des Geheimdienstes CIA, William Webster, zum Leiter einer neuen Kommission ernannt, die die Branche der Bilanzprüfer beaufsichtigen wollte. Pitt soll den Kollegen jedoch verschwiegen haben, dass Webster früher selbst für die Buchprüfung eines Unternehmens verantwortlich war, das unter Betrugsverdacht stand.

          Unterdessen hat der New Yorker Staatsanwalt Eliot Spitzer von den Demokraten, der sich im Kampf gegen fragwürdige Empfehlungspraktiken der Analysten den Ruf eines hartnäckigen Verfechters der Anlegerinteressen erworben hat, in der Auseinandersetzung um eine zweite Amtszeit gegen seine republikanische Herausforderin Dora Irizzary gewonnen.

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